Graffitis, marode Tribünen, geplatzte Kostenpläne: Die Großsportanlage verfällt immer weiter – der Bürgerverein Bocklemünd-Mengenich hat genug und wehrt sich.
Verein wehrt sich16 Jahre Stillstand – Kölner Halle eine Ruine

Copyright: Ellen Lott/Bürgerverein Bocklemünd-Mengenich
Die Dreifachsporthalle auf der Bezirkssportanlage Bocklemünd ist inzwischen eine Ruine.

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Eine Ruine mit Graffiti, eine Ersatzhalle, die selbst schon wieder marode ist – und ein Bürgerverein, der es jetzt wissen will: Der Bürgerverein Köln-Bocklemünd/Mengenich übergibt am Donnerstag (1. Oktober) eine Unterschriftenliste an die Stadt. Adressat: das Sportamt.
Worum es geht: Seit 2010 ist klar, dass die knapp 50 Jahre alte Dreifachsporthalle auf der Bezirkssportanlage Bocklemünd saniert werden muss. Bei Sanierung und Neubau der Haupthalle ist bis heute nicht wirklich was passiert. Aus ursprünglich kalkulierten Kosten von 3,3 Millionen Euro wurden nach genauerer Prüfung 6,5 Millionen – die Verwaltung entschied sich daraufhin für Abriss und Neubau statt Sanierung. Bis heute fehlt dafür das Geld.
Übergangslösung auch schon marode
2017 wurde direkt nebenan für 2,4 Millionen Euro eine Ersatzhalle aus Fertigteilen hochgezogen – eigentlich nur als Übergangslösung für die Bauzeit gedacht. Fast zehn Jahre später steht sie immer noch, und auch sie zeigt inzwischen erste Schäden.
„Die alte Halle verfällt zusehends, und die Ersatzhalle ist auch schon wieder in einem desolaten Zustand“, sagte Ute Kuntze vom Handballverein HSV Bocklemünd im August 2026 gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Auch die CDU in der Bezirksvertretung Ehrenfeld schlägt Alarm: Die Tribünen der Ersatzhalle seien eine Verletzungsgefahr, weil Metallabschlüsse lose seien und teilweise hochstünden.
Mit ihrer Petition „Großsportanlage Bocklemünd – Jetzt Gelder zur Verfügung stellen!“ fordert der Bürgerverein den Rat der Stadt Köln auf, im Haushalt 2027 endlich Geld für den Neubau bereitzustellen. Am 2. September hatte der Rat seinen Haushaltsentwurf für 2027 und 2028 vorgelegt – die dringend benötigten Mittel für Bocklemünd fehlten darin erneut. Bislang haben mehr als 1000 Menschen unterschrieben, Ziel sind 2000.
Am 1. Oktober wird sich zeigen, ob der direkte Weg zum Sportamt nach einem Jahrzehnt mit Beschlüssen und Prüfaufträgen endlich eine Wirkung zeigt.
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