Prügel-Angriff auf Schwangere Irre Wende: Kölner Gericht fällt Urteil, Opfer ist „bitter enttäuscht“

Eine schwangere Frau steht mit einem Mann und Hund auf einer Terrasse.

Die schwangere Rebecca mit ihrem Partner Thomas und Hund Theo im September 2020 auf ihrer Terrasse in Humboldt-Gremberg. Ein Mann, der sie angegriffen und verletzt hatte, wurde jetzt verurteilt.

Nach einem Angriff auf eine schwangere Frau in Köln musste sich ein Mann vor dem Kölner Landgericht verantworten. Das Urteil ist für das Opfer eine riesige Enttäuschung.

Dieser Fall hatte in Köln für viel Aufsehen gesorgt. Nach einem brutalen Angriff auf eine damals schwangere Frau in Humboldt-Gremberg im August 2020 sollte sich ein Mann vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Doch die Polizei war offenbar getäuscht worden, ermittelte gegen den falschen Tatverdächtigen. Nun wurde der richtige verurteilt.

Die Südafrikanerin Rebecca Megaw (30) und ihr Partner Thomas sind bitter enttäuscht. Sie, damals im siebten Monat schwanger, war beim Gassigehen mit ihrem Hund von einem Mann auf der Taunusstraße verprügelt worden. Es sollte zum Prozess vor dem Kölner Amtsgericht kommen. Doch das Verfahren wurde eingestellt, weil der Angeklagte verstorben ist.

Köln: Staatsanwaltschaft prüfte Ermittlungspanne der Polizei nach Angriff auf Schwangere

Rebecca und Thomas ließen aber nicht locker. Über ihren Anwalt teilten sie der Staatsanwaltschaft und Polizei mit, dass der eigentliche mutmaßliche Täter noch lebt und munter durchs Veedel läuft.

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Das Pärchen vermutete, dass der mutmaßliche Täter seinen Vater, der dann verstorben ist, vorgeschoben hatte, damit er die Schuld auf sich nehmen kann. Offenbar hatte es sich um eine Ermittlungspanne der Polizei Köln gehandelt, die dann von der Staatsanwaltschaft überprüft wurde. Mit Erfolg.

Köln: Mann aus Humboldt-Gremberg kam nach Angriff auf Schwangere vor Gericht

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage von EXPRESS.de erklärt, wurde „zwischenzeitlich wegen des Sachverhalts Mitte April gegen eine andere Person Anklage wegen Körperverletzung und Beleidigung erhoben“.

Rebecca sollte zum Prozess vor dem Amtsgericht am 30. Mai als Zeugin aussagen. Doch auch aus diesem Verfahren wird nichts. Es wurde eingestellt, wie Richter Maurits Steinebach, Sprecher des Amtsgerichts, auf unsere Anfrage erklärt.

Der Grund: Gegen den Angeklagten lief ein weiteres Verfahren. Da ihn dabei eine höhere Strafe erwartete, wird das vorherige Verfahren eingestellt. Ein üblicher juristischer Vorgang.

Köln: Opfer Rebecca und ihr Partner Thomas finden Strafe zu mild

Der Fall landete vor dem Kölner Landgericht und wurde bereits am 16. Mai verhandelt, wie eine Sprecherin erklärte. Der Mann, der Rebecca brutal verprügelt hatte, wurde wegen Betäubungsmittelvergehen und Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro (80 mal 10 Euro) und einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung rechtskräftig verurteilt.

Für Opfer Rebecca und ihren Partner Thomas, die mittlerweile mit ihrem Sohn außerhalb von Köln leben, ist das eine zu milde Strafe. Sie finden das Urteil ungerecht. Thomas sagt verärgert: „Damit ist es also getan, wenn man eine schwangere Frau auf der Straße schlägt? Da kann man ja nur an der Justiz zweifeln. Das Urteil ist für uns eine riesige Enttäuschung.“

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