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Immer wieder Unmut beim Köln-MarathonUnbeliebtes Detail soll bald wieder verschwinden

Am 28. Generali Köln Marathon nahmen 41.000 Läuferinnen und Läufer teil.

Copyright: Uwe Weiser

Am 28. Generali Köln Marathon nahmen 41.000 Läuferinnen und Läufer teil.

Die Holzmedaille beim Köln-Marathon hat wohl bald ausgedient.

Ökologisch unbedenklich, aber nicht gerade beliebt: Die Holzmedaille beim Köln-Marathon hat erneut für Diskussionen gesorgt – und sie hat wohl bald ausgedient. Ein 80-jähriger Medaillen-Hersteller hat beim Kölsch einen Deal gemacht. Schon 2027 könnte es Zinn geben, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

Auch er läuft gemütlich ins Ziel. 21 Kilometer in den Beinen, Schweiß auf der Stirn. Dann wiegt Paul Selby die Holzscheibe in seinen Händen und wischt sich über die Stirn. „Das fühlt sich einfach komisch an“, scherzt der 80-Jährige. Da ist er nicht der Einzige: Zahlreiche Kölner monierten sich über das Holz.

Medaillen-Millionär steigt in Köln wieder ein

Der Mann sammelt nicht nur Marathon-Medaillen. Er entwirft und produziert sie seit Jahrzehnten in großem Stil. Und er hat am Samstag vor dem Köln-Marathon einen Deal gemacht, mit dem die Holzmedaille in Köln bald Geschichte sein soll.

Mit Michael Rosenbaum, dem Chef des Marathon-Vereins, hat Selby klargemacht, dass er in Köln wieder einsteigt. Wahrscheinlich schon 2027. Besiegelt wurde das, wie es sich in Köln gehört: in einem Brauhaus, beim Kölsch. Kein Wunder also, dass Selby nach seinem Zieleinlauf Kölns Marathon-Geschäftsführer sehr herzlich begrüßt.

Die neuen Medaillen sollen aus recyceltem Zinn sein. Das ist zwar nicht ganz so umweltfreundlich wie das Holz, von dem derzeit 30 Kilo für die Medaillen gebraucht werden. Aber es ist eben wertiger.

Und was sagt Markus Frisch, Geschäftsführer der Kölner Ausdauersport GmbH, zur Medaillen-Wende? Man müsse den Wünschen der Teilnehmenden entsprechen.

Sorgte nicht gerade für Freudensprünge: die Holzmedaille.

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Sorgte nicht gerade für Freudensprünge: die Holzmedaille.

Damit endet ein Thema, das rund um den Köln-Marathon seit Jahren heiß diskutiert wird: Soll es bei den Holzmedaillen bleiben oder geht es zurück zum Metall? Die Holzvariante gilt als ökologisch unbedenklich. Beliebt ist sie bei vielen Läuferinnen und Läufern aber nicht gerade.

Selby hat dazu eine klare Haltung. Der gebürtige Brite lebt seit den 1970er-Jahren in Johannesburg und ist in der Laufszene eine Legende. Mehr als 700 Marathons hat er hinter sich. Sein Credo seit knapp 50 Jahren: „Wer sich über 42 Kilometer so schindet, hat etwas Angemessenes verdient – und nicht bloß ein Stück Metall.“

15 Millionen Medaillen rund um den Globus

Seit den 1980er-Jahren sind weltweit 15 Millionen Selby-Medaillen umgehängt worden. In New York, London, Paris, Berlin und natürlich auch in Köln. „Wir waren hier über Jahrzehnte im Geschäft, bis das Holz kam“, sagt Selby und lacht schon wieder.

Ums Geld geht es dem Medaillen-Millionär längst nicht mehr. Köln wäre für ihn nur ein Zubrot. Beim Berlin-Marathon, dem deutschen Aushängeschild, liefert er schon seit 30 Jahren die Medaillen.

Sportlich lief es für Köln am Sonntag ohnehin rund. Rund 40.000 Teilnehmende waren auf der Strecke, über 21 oder 42 Kilometer oder in der Staffel. Die Kenianer Bernard Kiprop Koech und Jackline Chepngeno stellten Streckenrekorde auf.

Die Rekorde stärken die Position des Köln-Marathons im harten Wettbewerb mit den großen europäischen Rennen. Wenn dann am Dom bald auch wieder eine Medaille mit mehr Wert umgehängt wird, dürfte das vielen Läuferinnen und Läufern gefallen. (red)