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„Krankheit zerstört das Leben“Früherer Olympia-Star fast nur noch im Bett

Die britische Sprinterin Beth Dobbin.

Copyright: IMAGO/ZUMA Wire

Die britische Sprinterin Beth Dobbin hat bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio das Halbfinale im 200-Meter-Lauf erreicht. (Archivbild)

Einst rannte sie bei Olympia um Medaillen, heute fesselt sie eine tückische Krankheit ans Bett: Das Drama um Sprinterin Beth Dobbin.

Die frühere britische Sprinterin Beth Dobbin kämpft mit den verheerenden Folgen der chronischen Multisystemerkrankung ME/CFS. Die 32-Jährige verbringt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 22 Stunden täglich im Bett.

In einem Gespräch mit dem Sender BBC schilderte die Sportlerin, die 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio über 200 Meter angetreten war, ihren drastischen Alltag: Im laufenden Jahr habe sie ihr Zuhause lediglich fünfmal verlassen können. Selbst das halbstündige Interview drohe ihren Zustand noch über Monate hinweg massiv zu verschlechtern.

Schleichender Beginn nach Infektionen und Zusammenbruch auf der Bahn

Begonnen hatte der Leidensweg laut Dobbin wenige Monate nach den Sommerspielen in Tokio. Nach Infektionen mit Covid-19 und dem Epstein-Barr-Virus traten erste Beschwerden auf. Ein erhöhtes Schlafbedürfnis und ein kleiner Leistungseinbruch erschienen ihr und ihrem Team zunächst harmlos.

Erst als schmerzhafte Lymphknoten an Hals und Achseln sowie ein diffuses Krankheitsgefühl dazukamen, wuchs die Sorge. Erste Checks des britischen Leichtathletikverbands blieben jedoch ohne eindeutigen Befund.

Dobbin quälte sich weiter durch das Training und qualifizierte sich sogar für Weltmeisterschaften, Commonwealth Games und Europameisterschaften. Während der Wettkämpfe verschlimmerte sich die Lage rasant: Schwindel und massive Schmerzen im ganzen Körper traten auf.

Bei den Europameisterschaften kam es schließlich zum Tiefpunkt, als sie das Gefühl in den Beinen komplett verlor, einen Fehlstart fabrizierte und das Rennen abbrechen musste. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Tochter des früheren schottischen Fußballprofis Jim Dobbin ihre Belastungsgrenzen längst überschritten.

Eindringlicher Hilferuf der früheren Sprinterin

Mit ihrem offenen Bericht will Dobbin die Öffentlichkeit wachrütteln und über das kaum verstandene Krankheitsbild aufklären. „Diese Krankheit zerstört das Leben. Ich kann das gar nicht in Worte fassen“, erklärte sie gegenüber der BBC. Sie fügte hinzu: „Ich habe das Gefühl, alles verloren zu haben.“

Zwar stehe ihre Familie fest an ihrer Seite, doch ihr bisheriges Leben sei komplett weggebrochen. Beruf, Sport, Gesundheit und jede Form von Unabhängigkeit seien verloren. Selbst kleinste körperliche Strapazen wie eine einfache Blutabnahme hätten sie in der Vergangenheit bereits über Monate hinweg bewegungsunfähig gemacht. (red)