Nach Vorstoß des 1. FC Köln 2G-Regel für ganz Köln? Veranstalter vor Minister-Treffen mit klarer Ansage

Die volle Lanxess-Arena bei einem Konzert der Berliner Musikgruppe Seeed im Jahr 2019.

Die Kölner Lanxess-Arena, hier bei einem Konzert von Seeed am 21. Oktober 2019, pocht mit der 2G-Regel auf eine Rückkehr zu voller Auslastung .

Die Konferenz der Ministerpräsidenten am Dienstag wirft ihre Schatten voraus, der Druck von Seiten der Veranstalter auf die Politik steigt vor dem für die Branche enorm wichtigen Termin. 

Köln. Die Veranstaltungsbranche lechzt weiter nach Großveranstaltungen, doch steht aktuell noch vor jeder Menge Ungewissheit. Das Treffen der Ministerpräsidenten am Dienstag (10. August) soll endlich Klarheit bringen. 

Auch für Kölner Veranstalter steht dabei einiges auf dem Spiel. Während die Lanxess-Arena klare Forderungen an die Politik stellt und den Druck erhöht, ist die nächste für den Spätsommer geplante Großveranstaltung in Köln abgesagt worden. Ein Vorbild könnte das Vorgehen des 1. FC Köln mit Einführung der 2G-Regel sein.

Köln: Lanxess-Arena pocht auf volle Auslastung mit 2G-Regel

Mit bangem Blick schaut auch Deutschlands größte Multifunktionsarena auf die Politik. „Wir pochen auf 100 Prozent Auslastung mit 2G“, sagt Stefan Löcher, Chef der Kölner Lanxess-Arena, im EXPRESS-Gespräch. Dann wären Geimpfte und Genesene für die Veranstaltungen zugelassen. Man sei bereits bei der Landesregierung vorstellig gewesen und es habe gute Gespräche gegeben.

Lanxess-Arena-Chef Stefan Löcher in der Arena in Deutz.

Lanxess-Arena-Chef Stefan Löcher, hier am 12. Januar in der Arena, pocht auf volle Auslastung mit der 2G-Regel.

Löcher plädiert dafür, die Verantwortung wieder an die Privatwirtschaft abzugeben. „Es gibt Studien aus Barcelona und Leipzig, wonach wir mit 2G und einer kompletten Auslastung kein Risiko darstellen. Deshalb muss sich der Staat, insbesondere aufgrund des Impfangebotes, jetzt zurückziehen.“ Im benachbarten Ausland sei das schon passiert.

Für Löcher wäre ein Festhalten an der aktuellen Corona-Schutzverordnung nicht nachvollziehbar. „Es sollte jeder für sich entscheiden, wie er die Veranstaltung plant und durchführt.“ Löcher nennt noch ein Beispiel: „Sonst könnte man auch nicht mehr in der Straßenbahn fahren oder am Straßenverkehr teilnehmen, weil es mit Risiken verbunden ist.“ Er fordert eine Rückkehr in die Normalität: „Wir brauchen diese Signale jetzt dringend. An uns hängen ja auch Tourismus und Gastronomie. Dadurch werden weiter Arbeitsplätze vernichtet.“

Köln: Jeck im Sunnesching 2021 fällt aus – Termin für 2022 steht fest

Schon jetzt steht dagegen fest, dass eine Party-Institution im Kölner Sommer dieses Jahr wieder nicht an den Start geht. Wie schon im vergangenen Jahr wird es auch in 2021 kein Jeck im Sunnesching geben. Sowohl die Festivals in Köln und Bonn, als auch das Kneipen-Festival in den Kölner Veedeln sind für 2021 abgesagt, bzw. auf 2022 verschoben worden.

„Wir haben viel Zeit investiert und umfänglich alle uns zur Verfügung stehenden Optionen geprüft, weshalb uns diese Entscheidung natürlich nicht leicht gefallen ist, denn wir wollten Euch in diesem Jahr erneut eine einmalige und unvergessliche Open-Air-Veranstaltung ermöglichen“, heißt es auf der Seite von Jeck im Sunnesching zu der Absage.

„Es ist keine verlässliche Planung möglich und ein bisschen Planungssicherheit muss man schon haben. Große Festivals sehen wir sowieso nicht, kleine Veranstaltungen in Kneipen wären jetzt noch möglich gewesen, aber wir hätten jetzt noch drei Wochen bis Jeck im Sunnesching und da kann man jetzt schon von ausgehen, dass die Veranstaltungen in den Kneipen bei den steigenden Inzidenzzahlen nicht möglich sein werden“, erklärt Michael Busemann, der das Fest mit seiner PR-Agentur „Die Koelner“ auf die Beine stellt.

Am 3. September 2022 im Jugendpark in Köln-Deutz und am 27. August 2022 in der Bonner Rheinaue soll die nächste große Sommer-Karnevalssause stattfinden. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit für die Veranstaltung nächstes Jahr.

Köln: Bagatelle hofft auf Wohnzimmerkonzerte für Geimpfte und Genesene

In der Bagatelle in der Kölner Südstadt hofft man, bei den Wohnzimmerkonzerten im Keller zumindest Geimpfte und Genesene empfangen zu dürfen. „Es gibt noch keine Genehmigung oder irgendwas, dass man es deshalb so machen darf, aber wir hoffen, dass wir damit eher eine Chance haben, die Wohnzimmerkonzerte machen zu dürfen“, erklärt Inhaber Daniel Rabe.

Mit Spannung wird daher auch auf das Zusammentreffen der Ministerpräsidenten am 10. August geblickt. „Wir werden jetzt abwarten müssen, was passiert, wenn sich die Ministerpräsidenten morgen treffen. Aber wir haben die Hoffnung, dass man dann einen Raum, in dem nur Geimpfte und Genesene drin sind, sicher bespielen kann. So, dass es auch für die Behörden in Ordnung ist“, hofft Rabe.

Der Inhaber stellt zudem klar: „Wir sind nicht diejenigen, die sagen, dass nur Geimpfte Zugang haben sollen. Es lässt dort nicht viel anderes zu, es ist im Keller, wir haben keine Fenster, es ist eng und wir haben tiefe Decken.“ Für den 10. September ist das erste Wohnzimmerkonzert in der Bagatelle geplant.

Köln: E-Werk und Palladium blicken auf die Ministerkonferenz am Dienstag

Ähnliche wie die Bagatelle wird auch Willy Wirtz, Geschäftsführer vom E-Werk und Palladium, die Ministerkonferenz am Dienstag genau verfolgen, um weiter für die großen Event-Hallen planen zu können.

„Wir als die vermietende Halle sind natürlich im Austausch mit den Veranstaltern. Auch mit der Politik. Und wir schauen deshalb gespannt auf die Ministerkonferenz am Dienstag. Ob dann die 2G-Regel zur Anwendung kommt wie beim FC geplant, oder ob weiter Tests gebraucht werden, wird man dann sehen“, erklärt Wirz gegenüber EXPRESS.de.

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