83 Meter lang, vor fast 60 Jahren angelegt: Diesen Kölner U-Bahn-Tunnel der KVB kennen die wenigsten. Denn eine Straßenbahn ist hier nie gefahren.
Vor 58 Jahren gebautDer KVB-Tunnel, in dem nie eine Straßenbahn fuhr

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Uwe Grimsehl von der Stadt Köln steigt in den Tunnel hinab.

Jede Großstadt hat ihre Geheimnisse, in Köln gehört dieses Bauwerk dazu. Ein KVB-Tunnel ohne Verkehr. „Und das wird wahrscheinlich auch so bleiben“, erklärt Uwe Grimsehl vom Kölner Amt für Brücken-, Tunnel- und Stadtbahnbau über das sogenannte „Stadtbahnvorhaltebauwerk Poststraße/Barbarossaplatz“.
Der Tunnel hat augenscheinlich eine leichte Neigung, auf jeden Fall eine Krümmung, an beiden Seiten existieren Kabelkanäle, doch die sind ebenso leer wie das Gleisbett. Es ist ein im Grunde nur noch nutzloser Ort. Dass irgendwann Menschen im Bauwerk waren, die nicht hierhingehörten, ist an einem Graffiti zu erkennen.
U-Bahn-Bau: Nach der Poststraße Richtung Barbarossaplatz wird es bis heute oberirdisch
Die U-Bahn-Strecke Appellhofplatz-Neumarkt-Poststraße war 1969 eröffnet worden. Nach der Poststraße ging und geht es bis heute über eine Rampe hoch zur oberirdischen Station Barbarossaplatz. Der Tunnel war damals parallel für den Fall gebaut worden, dass auch dieser Streckenabschnitt – und womöglich weitere Stationen entlang der Luxemburger Straße – eines Tages unterirdisch geführt werden sollte.

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Das Bauwerk steht bereit, aber die Gleise fehlen.
Laut Grimsehl habe es auch den Gedanken gegeben, eine Verbindung zu einem etwaigen U-Bahn-Tunnel an den Ringen in Richtung Zülpicher Platz zu schaffen. Auch am Zülpicher Platz existiere entsprechend „eine kleine Vorleistung“, wie Grimsehl sagt.
Doch entsprechende Planspiele verfolgt die KVB zur Zeit nicht (die Ring-U-Bahn ab Zülpicher Platz wurde aber später realisiert). Grimsehl verweist darauf, dass im Gegenteil die Bahnsteige am Barbarossaplatz ab Januar 2027 umfassend modernisiert werden sollen.
Seit fast 60 Jahren existiert der Tunnel-Stumpf
„Seit 1968 ist hier unten nichts mehr gemacht worden“, erzählt Grimsehl, dessen Abteilung das Bauwerk alle sechs Jahre inspizieren muss. Der Tunnel ist eins von 2500 sogenannten Teilbauwerken in der Stadt, die vom Amt turnusmäßig auf eventuelle Schäden hin kontrolliert werden.
Für öffentliche Veranstaltungen – eine Technoparty in bizarrem Beton-Ambiente fiele einem etwa ein - kann das Bauwerk nicht genutzt werden: Lüftung, ordentliche Beleuchtung, Fluchtwege, ein für solche Zwecke tauglicher Zugang – alles Fehlanzeige.
So wie es derzeit aussieht, wird der Tunnel bis auf weiteres ein archaisches Bodendenkmal der KVB-Geschichte bleiben.
