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„Das ist eine Katastrophe“Kurzfristige A4-Sperrung bei Köln sorgt für Wut

24.01.2026, Köln: Die Brücke Eifeltor der Autobahn A4 ist baufällig. LKW dürfen sie nur noch eingeschränkt befahren, für alle Fahrzeuge gilt ein Tempolimit. Beides wird jetzt mit autarken Überwachungsanlagen kontrolliert, die „Blitzer“ stehen in beiden Fahrtrichtungen. Foto: Arton Krasniqi

Copyright: Arton Krasniqi

Lkw fahren über die Brücke Eifeltor auf der A4 Richtung Olpe. Ab Mittwoch (10.6.) gilt vorübergehend ein Fahrverbot ab 7,5 Tonnen. Das Tempolimit wird bereits mit Radaranlagen überwacht. Messeinrichtungen für Gewichtsüberschreitungen sollen im Sommer folgen. 

Aktualisiert:

Die Brücke zwischen Köln-West und Eifeltor ist seit April 2025 das Sorgenkind. Jetzt muss die Strecke erneut gesperrt werden. 

Die A4 war bereits ab dem Kreuz Köln-West in Richtung Olpe nach einem Unfall vollgesperrt. Am Abend folgt eine weitere geplante Sperrung. Die Wut bei den Spediteuren im Rheinland ist groß. Hans-Ewald Schneider platzt gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ der Kragen: „Erst das Desaster mit der Sperrung der Bonner Nordbrücke und jetzt erreicht uns mit ein paar Tagen Vorlauf die Nachricht, dass die kaputte Brücke auf der A4 zwischen Klettenberg und Eifeltor auf 7,5 Tonnen abgelastet wird. Ohne jede Vorwarnung.“

Der Chef der Spedition Hasenkamp, die auf wertvolle Transporte spezialisiert ist, findet keine Worte. „Das ist eine Katastrophe“, wettert er.„Wir reden hier über das zweitgrößte Containerterminal in Deutschland und den nach Paris am meisten befahrenen Autobahnring in Europa. Doch was macht die Autobahn GmbH? Sie versucht, eine Brücke am Leben zu erhalten, die längst hätte ausgetauscht werden müssen.“

Brücke seit April 2025 ein Problemfall

Hier sind die harten Fakten: Die Hiobsbotschaft kam am vergangenen Freitag um 16.09 Uhr. Während alle noch über die gesperrte Bonner Nordbrücke sprachen, flatterte eine Mitteilung der Autobahn GmbH Rheinland herein.

Am Brückentag nach Fronleichnam ging sie fast unter, denn der Anfang las sich harmlos: „Am Mittwoch (10.6.), von 21 bis 5 Uhr, ist die A4 in Fahrtrichtung Olpe zwischen dem Autobahnkreuz Köln-West und der Anschlussstelle Eifeltor gesperrt. Umleitungen erfolgen mit roten Punkt. Während dieser Zeit bringt die Autobahn GmbH Rheinland neue Fahrbahnmarkierungen auf. Diese zeigen künftig den vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 Metern zwischen den Fahrzeugen an.“

29.05.2025, Köln: Blick auf die Anschlußstelle Eifeltor an der A4. Die Autobahn GmbH verändert die Verkehrsführung im Bereich der Brücke Eifeltor. Nachdem es dort in den letzten Wochen zu mehreren LKW-Unfällen gekommen ist, werden die Fahrspuren umgebaut. Luftbild mit Drohne. Foto: Uwe Weiser

Copyright: Uwe Weiser

Blick auf die Anschlussstelle Köln-Eifeltor an der A4: Die Brücke über die Bahnlinie ist in Fahrtrichtung Olpe (links) schwer geschädigt.

Ein echtes Sorgenkind auf der A4 ist seit April 2025 die Brücke, die zwischen Köln-West und Eifeltor verläuft. Sie wurde 1956 errichtet, im Jahr 1988 verbreitert und ein Jahrzehnt darauf durch ein paralleles Bauwerk ergänzt.

Die Autobahn wird von ihr über die Bahntrasse Köln-Bonn auf Höhe des Containerbahnhofs Eifeltor geführt. Bei Routineprüfungen wurde damals festgestellt, dass das Bauwerk immer mehr Schäden zeigt. Eine Untersuchung von zusätzlichen Materialproben offenbarte: Der Stahl enthält Verunreinigungen, welche die Tragfähigkeit der Bauteile reduzieren.

Lkw-Fahrer ignorieren Verbot – jetzt kommt die harte Sperre

Der alte Brückenteil in Richtung Olpe stellt das Problem dar. Denn trotz aller Vorkehrungen, die seit April 2025 bestehen, seien laut Mitteilung der Autobahn GmbH immer „noch zu viele und schwere Lkw mit zu geringem Abstand unterwegs sind“. Auch das im April verfügte Überfahrverbot für Laster über 44 Tonnen wird von vielen Fahrern missachtet.

Die Folge, so die Autobahn GmbH: Ab diesem Mittwoch gilt ein Fahrverbot für alle Lkw ab 7,5 Tonnen ab der Anschlussstelle Klettenberg Richtung Olpe. Diese Regelung bleibt, bis „im Laufe des Sommers“ eine Schrankenanlage fertig ist, mit der die Einhaltung des Gewichtslimits erzwungen werden kann. Erst im Anschluss könne der rechte Fahrstreifen für Fahrzeuge bis 44 Tonnen wieder freigegeben werden. Sollte dies alles nichts bringen, droht eine vollständige Sperrung der A4 Richtung Olpe durch die Autobahn GmbH, bis die Schrankenanlage steht.

Hasenkamp-Chef Schneider ist der Meinung, dass es nie so weit hätte kommen dürfen. Er ist besonders verärgert, dass die Autobahn GmbH nicht früher reagierte. „Diese Brücke kann man nicht ernsthaft mit der Rahmede-Talbrücke oder mit Genua vergleichen. Das ist ein Standardbauwerk,100 Meter lang und 80 Meter breit“, sagt er. „Ich verstehe nicht, warum man mit dem Neubau einer solchen Brücke bis ins Jahr 2028 oder 2029 wartet, bloß weil die Bahn dann die Strecke sowieso sperrt. In den Niederlanden gibt es für solche Fälle genormte Brücken aus vorproduzierten Teilen. Das alte Bauwerk wird abgebrochen, die neuen Teile eingesetzt und das Thema ist gegessen.“

Gespräch mit Ministerium bringt keine Lösung

Im April habe er die Möglichkeit genutzt, „in sehr kleiner Runde“ mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) über die Eifeltor-Brücke zu reden. Dabei überreichte er ein zweiseitiges Papier, das er gemeinsam mit der IHK Köln erstellt hatte. Die Antwort aus dem Ministerium lautete, der Ersatzneubau für Eifeltor sei „aufgrund der überführenden Bahngleise sowie der vielen querenden Leitungen“ kompliziert und mit Gleissperrungen verbunden. Bislang habe die Autobahn GmbH lediglich einen groben Bauzeitenplan eingereicht. Eine Antwort von der Bahn fehle noch.

Genau diese Antworten sind es, die auch Daniel Giel zur Verzweiflung bringen. Der Sprecher des Vorstands der Transportunion, dem Verbund von Spediteuren und Güterkraftunternehmen im Rheinland, beriet bis tief in die Nacht zum Dienstag mit seinen Mitgliedern aus Köln, Bonn und Troisdorf über die Konsequenzen der Eifeltor-Nachricht. Das Schlimmste sei die Kurzfristigkeit, mit der die Autobahn GmbH die Sperrung und die Gewichtsbeschränkungen verkündet habe. „Unsere Tourenpläne können wir komplett über den Haufen werfen. Die waren alle seit langem geplant. Jetzt müssen wir weite Umwege fahren. Der wirtschaftliche Schaden wird enorm sein. Mehr Fahrer, höhere Spritkosten, höhere Mineralölsteuer, höhere Mehrwertsteuer und Mautgebühren“, sagt Giel.

Seit die Autobahn GmbH im Januar 2021 die Zuständigkeit für die Fernstraßen und Brücken von Straßen NRW übernommen hat, „findet so gut wie keine Kommunikation mehr statt. Das wird alles zentral von Berlin geregelt.“ Für das Logistikgewerbe im Rheinland sei dies ein Nachteil, „weil man nichts mehr abstimmen kann. Erst die Nordbrücke, jetzt auch noch Eifeltor. Das betrifft ja nicht nur den Lkw-Verkehr, der sich andere Routen suchen muss. Das wird in einer derart dicht besiedelten Region nicht ohne Folgen bleiben.“

Nächstes Sorgenkind: Die Wiehltalbrücke

Jetzt bangen alle, ob die Wiehltalbrücke auf der A4 standhalten wird. Die Autobahn GmbH Rheinland beabsichtigt, die Fahrbahnplatte so zu verstärken, dass der Verkehr wieder auf zwei Spuren fließen kann. Allein die Arbeiten für die Verstärkung werden zwei Jahre beanspruchen, da das Baugerüst in einer Höhe von 65 Metern als Hängegerüst von der Brücke selbst errichtet werden muss und nicht vom Boden aus.

Unabhängig davon wird vor der Brücke beidseitig eine Sperr- und Sortieranlage für Lkw vorbereitet. Diese soll Fahrzeugen unter 44 Tonnen die Nutzung der Brücke gestatten. Das würde den Verkehrsfluss allerdings noch einmal erheblich reduzieren und zu mehr Staus führen. Deshalb würde es nur als letztes Mittel eingesetzt, falls die übrigen Maßnahmen keinen Erfolg zeigen.(red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Ein Lkw hängt halb auf einer niedrigen Mauer.
Schrammwand-Desaster
Lkw auf A4 geborgen – weiterhin Vollsperrung Richtung Köln