Protest auf der A4: Greenpeace klebt Tempolimit-Schilder um.
Plötzlich Tempo 100Greenpeace-Aktion auf der A4 – Aktivisten überkleben Schilder

Copyright: Benjamin Westhoff/dpa
Auf Autobahnen gilt ... ein Tempo-100-Tempolimit? So zumindest wollen es Greenpeace-Aktivistinnen, hier bei der Aktion am Montagmorgen in Aachen.
Unfassbare Szenen am frühen Morgen auf der A4 bei Aachen! Plötzlich gilt hier Tempo 100 statt 130. Doch hinter der Änderung steckt nicht die Regierung, sondern eine Protestaktion mit potenziell gefährlichen Folgen.
Stellt euch vor, ihr fahrt über die Grenze nach Deutschland und die bekannten Tempolimit-Schilder sehen plötzlich anders aus. Genau das ist am frühen Morgen auf der Autobahn 4 bei Aachen passiert. Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace kletterten zu einem Autobahnschild und überklebten die empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h mit einem großen 100-km/h-Aufkleber.
Laut Greenpeace fand die Aktion nicht nur bei Aachen statt, sondern an allen 25 Autobahn-Grenzübergängen in Deutschland. Damit wollen die Umweltschützer ihrer Forderung für ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen Nachdruck verleihen.
Greenpeace: „Bundesregierung blockiert“
Für die Organisation ist die Maßnahme längst überfällig. „Die Bundesregierung blockiert eine kostenlose supereffektive Maßnahme, um Sprit zu sparen, das Klima zu schützen und die Straßen sicherer zu machen“, erklärt Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer. „Daher haben Aktivistinnen das selbst in die Hand genommen und Tempo 100 eingeführt.“
Die Aktion sei ein klares Signal, um endlich unabhängiger von Öl zu werden. „Wer in der fossilen Krise auf fossile Scheinlösungen wie den Tankrabatt setzt, vertagt die Bewältigung des Problems statt es anzugehen“, so Reiserer weiter.

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Weg mit der blauen unverbindlichen Zahl 130, die für die Richtgeschwindigkeit steht, und rauf mit dem 100-Stundenkilometer-Tempolimit.
Was sahen die Autofahrer wirklich?
Wer aus den Niederlanden nach Deutschland fuhr, sah auf dem großen Schild eine deutliche Veränderung. Während Tempo 50 innerorts und 100 außerorts unverändert blieben, prangte in der Spalte für die Autobahn nun eine verbindlich wirkende 100 statt der blauen 130.
Zwar war die aufgeklebte Zahl größer als die anderen und darunter stand der Name „Greenpeace“ – die Aktion war also als Protest erkennbar. Doch für Autofahrer, die nur einen schnellen Blick auf das Schild warfen, hätte die Situation für Verwirrung sorgen können.
Ist das nur Protest oder schon eine Straftat?
Eine solche Aktion ist kein harmloser Streich. Das Verändern oder Überkleben von offiziellen Verkehrsschildern kann als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gewertet werden und ist damit eine Straftat. Wenn Autofahrerinnen und Autofahrer durch manipulierte Schilder irritiert werden, kann das zu unvorhersehbaren Bremsmanövern und im schlimmsten Fall zu schweren Unfällen führen.
Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete jedoch, dass der Verkehr in den Morgenstunden normal weiterlief. Sichtbare Reaktionen von Autofahrenden habe es nicht gegeben. Weiterhin gilt auf deutschen Autobahnen kein generelles Tempolimit, auch wenn auf vielen Streckenabschnitten Geschwindigkeitsbegrenzungen bestehen. (dpa/red)
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