A565-Brücke dicht! Bonn und Köln droht der Verkehrs-Infarkt.
„Vollkatastrophe für Region“A565-Rheinbrücke in Bonn wegen neuer Schäden plötzlich gesperrt

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Die Bonner Brücke im Verlauf der Autobahn 565 zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen der Region.
A565-Brücke dicht! Bonn droht der Verkehrs-Infarkt – Chaos-Gefahr für Köln. Schock-Nachricht für Hunderttausende Pendler! Die Bonner Nordbrücke ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Experten fanden schwere Schäden. Jetzt droht ein Verkehrs-Chaos, das die ganze Region lahmlegen könnte.
Wie es mit der am Mittwoch jäh abgeriegelten A565-Rheinbrücke in Bonn weitergeht, ist noch unklar. Die Autobahn GmbH erwartet in den kommenden zwei Wochen erste Erkenntnisse. „Wir erhoffen uns, in den nächsten zwei Wochen ein umfassendes Schadens- und Lagebild zu haben, um daraus ableiten zu können, was mit dem Bauwerk passiert“, erklärte Dirk Brandenburger, der technische Geschäftsführer der Autobahn GmbH, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Risse und Korrosionsschäden entdeckt
Die vielgenutzte Autobahn-Verbindung über den Rhein musste am Mittwoch für den Verkehr gesperrt werden, nachdem neue Mängel aufgetaucht waren. Brandenburger sagte, es seien unter anderem Spalten im Beton sowie Rostschäden am verbauten Stahl entdeckt worden.
Die Nordbrücke in Bonn ist ein Teilstück der Autobahn 565 und stellt die zentrale Ost-West-Achse für die gesamte Gegend dar. Bis zu ihrer Sperrung floss hier erheblich mehr Verkehr als über die lange Zeit unpassierbare Rahmede-Talbrücke an der Sauerland-Linie A45.
Laut der Autobahn GmbH werden derzeit technische Lösungen geprüft, um das marode Bauwerk aus den 1960er-Jahren wieder befahrbar zu machen. „Am Ende geht es darum, ob die Brücke gehalten werden kann oder das Bauwerk gesperrt bleiben muss“, so Brandenburger. Eine endgültige Entscheidung könne erst nach Abschluss aller Untersuchungen und statischen Neuberechnungen fallen. Mehrere Sachverständige sind eingeschaltet.
Die Schließung wird massive Folgen für den Verkehr in der gesamten Region haben, teilte die Autobahn GmbH mit. „Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar.“ Man habe in Zusammenarbeit mit den Behörden bereits Umleitungsstrecken ausgearbeitet.
ADAC: „Vollkatastrophe für die Region“
Der Oberbürgermeister von Bonn, Guido Déus (CDU), hat einen Krisenstab einberufen – eine sogenannte Task Force „Nordbrücke“, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch bekannt gab. Die Autobahn GmbH soll zugesichert haben, dass die Brücke für das Unternehmen ab sofort „Priorität Nummer eins in NRW“ darstellt. Eine Sprecherin teilte mit, dass Déus erst am späten Mittwochvormittag von der kurzfristig anberaumten Sperrung erfahren hatte.
Diese Maßnahme sei „eine Vollkatastrophe für die Region“, meinte Roman Suthold, ein Verkehrsexperte des ADAC Nordrhein. Der Automobilclub hatte letztes Jahr in einer Modellrechnung die Schließung der Nordbrücke durchgespielt und war zu dem Ergebnis gekommen, dass Autofahrer dann pro Jahr mit Umwegen von insgesamt 50 Millionen Kilometern konfrontiert wären, Lastwagen mit 5,5 Millionen Kilometern.
Zahlreiche Autofahrende würden in den Großraum Köln ausweichen und dort das Verkehrssystem, das ohnehin schon an seiner Belastungsgrenze arbeitet, zusätzlich strapazieren. Der ökonomische Schaden wird sich nach einer Prognose des ADAC auf eine Summe von mehr als 170 Millionen Euro belaufen.
IHK: Minister soll Brücke zur Chefsache machen
Auch die IHK Bonn/Rhein-Sieg bezeichnete die Nachricht als katastrophal. „Die Rheinbrücken sind die Lebensadern unserer Region. Die Nordbrücke muss spätestens jetzt Chefsache des Verkehrsministers werden“, verlangte IHK-Präsident Stefan Hagen.
In eine ähnliche Kerbe schlug Thomas Rademacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln: „Die Rheinbrücken bilden das Rückgrat unserer Region – ohne sie steht der Verkehr still und der wirtschaftliche Schaden wird immens sein.“
„Die Sperrung der Bonner Nordbrücke durch die Autobahn GmbH ist eine für die Region einschneidende Maßnahme“, äußerte sich NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). „Aber die Sicherheit geht immer vor, bis das Ergebnis der Untersuchungen vorliegt.“ Für die Bürgerinnen und Bürger in der Gegend bedeute dies erhebliche Belastungen. „Wir sichern dem Bund, der Stadt Bonn und der Region Rhein-Sieg unsere Unterstützung zu, um die Folgen so weit wie möglich abzumildern.“
Sperrung betrifft auch weitere Abschnitte der A565
Die Blockade erstreckt sich laut Autobahn GmbH nicht nur auf das Brückenbauwerk, sondern umfasst auch weitere Teilstücke der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost. So sind in Richtung Koblenz keine Abfahrten mehr von der A59 aus Köln und Königswinter auf die A565 möglich. In Richtung Siegburg sind am Kreuz Bonn-Nord alle Verbindungen zur A565 nach Siegburg gekappt. Großräumige Umleitungen sind über die A3 oder die A61 ausgeschildert.
Brücke bereits seit Februar für Lkw gesperrt
Schon seit Februar bestand auf der betroffenen A565-Brücke ein Fahrverbot für Lkw mit einem Gewicht von über 7,5 Tonnen. Zuvor überquerten dort täglich etwa 100.000 Fahrzeuge den Rhein, wovon ein guter Anteil von fünf Prozent auf den Schwerlastverkehr entfiel. Zum Vergleich: Bei der Rahmede-Talbrücke nahe Lüdenscheid zählte man bis zu ihrer Schließung täglich rund 64.000 Fahrzeuge.
Bei Inspektionen an der 660 Meter langen Brücke waren schon damals etliche Mängel festgestellt worden. Zusätzlich bestehen bei einem Teil der Konstruktion statische Defizite. Der avisierte Neubau soll nach früheren Informationen frühestens in den 2030er-Jahren starten.
Nach Angaben des ADAC ist fast jede dritte der etwa 6.200 Autobahnbrücken in NRW renovierungsbedürftig. Als aktuelles Problemkind wird beispielsweise auch die Wiehltalbrücke auf der A4 zwischen Köln und Olpe angesehen. An der A45 bei Lüdenscheid war die baufällige Rahmede-Talbrücke ab Ende 2021 für vier Jahre für den Verkehr gesperrt – seit dem vergangenen Dezember rollt der Verkehr über ein neues Bauwerk. (dpa/red)
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