Abo

Großer Moment für KölnWüst und Burmester buzzern – OB kontert jeden Zweifel

Ministerpräsident Hendrik Wüst (r.) und OB Torsten Burmester drücken symbolisch einen Knopf, der zeitgleich Lichtinstallationen an markanten Orten in NRW aktiviert.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (r.) und OB Torsten Burmester drücken symbolisch einen Knopf, der zeitgleich Lichtinstallationen an markanten Orten in NRW aktiviert.

Aktualisiert

NRW möchte - ebenso wie München, Berlin und Hamburg - als deutscher Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ins Rennen gehen. Dafür startet das Land nun eine Kampagne – in Köln kam es zum großen Moment.

Mit Lichtinstallationen an markanten Bauwerken und einer Kampagne mit prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Sportwelt hat Nordrhein-Westfalen das Startsignal für die Bewerbung der Region „KölnRheinRuhr“ um Olympische und Paralympische Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 gegeben.

Drei Monate vor den geplanten Ratsbürgerentscheiden wollen Land, Kommunen und Sportorganisationen für ein positives Votum in der Bevölkerung werben. Rund vier Millionen Menschen sind am 19. April dazu aufgerufen, in den 17 bei einer möglichen Ausrichtung des Großereignisses beteiligten Städten und Kommunen über die Bewerbung für die Ausrichtung der Spiele abzustimmen.

Lichtinstallationen in vier Städten

Um 17.20 Uhr am Montagnachmittag schreitete Paralympicssieger Markus Rehm in der Lanxess-Arena im Beisein von unter anderem Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zur Tat und drückte einen roten Buzzer: Funken flogen und dann war es so weit. Der Startschuss für die Kampagne.

„Nordrhein-Westfalen macht Deutschland und der Welt das Angebot für die kompaktesten, nachhaltigsten und spektakulärsten Spiele mit Zuschauerrekorden vor Rekordkulissen“, sagte Wüst in Köln.

„Köln kann auch bauen“

Auch Kölns OB Torsten Burmester war bei dem großen Moment dabei. Zweifel daran, dass Köln es hinbekommen würde, wie im Konzept vorgesehen ein temporäres Olympia-Stadion samt Olympischem Dorf aufzustellen, konterte er mit der Ansage: „Köln kann auch bauen.“

Wüst erklärte zum Thema Nachhaltigkeit: „Da bleibt hinterher nichts stehen, was wir nicht brauchen.“ Und zu den Kosten, die bislang niemand beziffern kann oder will, sagte er: „Olympische Spiele kosten Geld, aber sie bringen auch Geld.“ Die Analysen aus Paris, dem viel gelobten Ausrichter der Spiele 2024 hätten ergeben: „Es ist gut ausgegangen.“

Zahlreiche Gäste waren bei der offizellen Bewerbung für die Olympische und Paralympische Spiele Köln Rhein-Ruhr in der Lanxess Arena dabei.

Zahlreiche Gäste waren bei der offizellen Bewerbung für die Olympische und Paralympische Spiele Köln Rhein-Ruhr in der Lanxess Arena dabei.

Für Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum sollen Licht-Video-Installationen des Bielefelder Künstlers Hans-Christoph Mücke in vier Städten sorgen. Diese sind an vier Tagen abends am Römisch-Germanischen Museum in Köln sowie jeweils am Montagabend für mehrere Stunden bis in die Nacht am Dortmunder „U“, an der Zeche Zollverein in Essen und am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen.

Prominente Unterstützer aus dem Sport

Daneben soll sich ein prominent besetztes Team aktiv in die NRW-Bewerbung einbringen und mit ihrer Expertise Impulse geben.

Dazu gehören neben Para-Leichtathlet Markus Rehm der Fußball-Weltmeister Christoph Kramer, die Olympiasiegerin und Spitzensportfunktionärin Britta Heidemann, die Dressurreiterin Isabell Werth sowie Ex-Ministerpräsident Peer Steinbrück.

Mit einer Lichtinstallation am Römisch-Germanischen-Museum wirbt die Landesregierung für ihre Olympia-Kampagne.

Mit einer Lichtinstallation am Römisch-Germanischen-Museum wirbt die Landesregierung für ihre Olympia-Kampagne.

Die Ratsbürgerentscheide im April werden ausschließlich per Briefwahl durchgeführt. Je nach Größe der Kommune ist ein Quorum von zehn bis 20 Prozent der Wahlberechtigten erforderlich. Ein positives Votum gilt als Voraussetzung für den weiteren Bewerbungsprozess auf nationaler Ebene.

Neben Nordrhein-Westfalen bewerben sich auch München, Berlin und Hamburg um eine mögliche deutsche Kandidatur für die Sommerspiele. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im Herbst 2026 entscheiden, welcher Bewerber Deutschland im internationalen Verfahren vertreten soll. (dpa/red)