Total jecke Idee Könnte Köln-Panorama bald einen Karnevals-Anstrich bekommen? 

14. Januar 2022 Der Kölner Stefan Sahner hat zwei Skizzen erstellt. Dabei hat er dem Musical Dome ein Krätzchen verpasst. Fotos: Stefan Sahner

So sieht einer der beiden Entwürfe von Stefan Sahner für den Musical Dome aus. Er hat dem blauen Zelt ein Krätzchen verpasst.

Auf diese Idee muss man erst mal kommen. Der Kölner Stefan Sahner hat einen Vorschlag, wie das Stadtbild verschönert werden könnte.

So eine jecke Idee hat es in Köln lange nicht gegeben. Stefan Sahner (27) will die Stadt verschönern und lässt dabei nicht nur die Herzen von Karnevalistinnen und Karnevalisten höher schlagen. Der Taxi-Fahrer hat eine Skizze für den „Musical Dome“ entworfen, die sich sehen lassen kann. Kölns ewiges Provisorium erinnert dabei an eine weltbekannte Sehenswürdigkeit.

Das blaue Zelt, wie der Musical Dome in Köln genannt wird, ist für viele in der Stadt ein Schönheitsfehler. 1998 eröffnet, war und ist er Schauplatz bundesweit gefeierter Musicals, auch als Ersatzspielstätte für die Oper wurde er genutzt. Der Anblick könnte aber auch nach Stefan Sahners Ansicht schöner sein.

Köln: Hobby-Künstler hat jecken Vorschlag für Musical Dome 

Seine jecke Idee: Er hat dem Musical Dome ein Krätzchen, auch Prinzenkappe genannt, verpasst. Stefans Entwurf erinnert auch an die weltbekannte Oper der australischen Metropole Sydney. „Das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen“, gibt Stefan zu.

Eine Skizze mit dem Kölner Dom.

So sieht einer der beiden Entwürfe von Stefan Sahner für den Musical Dome aus. Er hat dem blauen Zelt ein Krätzchen verpasst.

Die Skizze hat der Taxi-Fahrer während einer Pause auf dem Fahrersitz gemacht. „Es war Geistesblitz. Ich habe eine Skizze mit einem Bleistift erstellt, die andere bunte auf meinem Handy. Von Computern oder Photoshop habe ich null Ahnung. Als mir das Ergebnis gefallen hat, dachte ich mir, dass es auch anderen gefallen könnte“, erzählt Stefan im Gespräch mit EXPRESS.de.

Der 27-jährige gebürtige Freiburger ist vor drei Jahren nach Köln gezogen, lebt als Untermieter einer Familie im Hahnwald. Da sei er eigenen Angaben zufolge auch schon dem teuersten lebenden Künstler der Welt, Gerhard Richter, der wenige Häuser weiter wohne, über den Weg gelaufen. „Er hat mich nett gegrüßt“, schildert Stefan die Begegnung.

Grafik des Musical Dome in Köln

Die zweite Visualisierung von Stefan Sahner für den jecken Musical Dome. Diese Grafik hat er auf seinem Handy erstellt. 

So schnell in Köln schon integriert? „Wir haben ja bei uns auch die Fastnacht. Da bin ich als Kind mehrmals als Büttenredner aufgetreten. Karneval hat für mich immer eine wichtige Rolle gespielt, auch als ich mich für den Umzug nach Köln entschieden habe. Köln ist immer nur Dom. Vielleicht entsteht aus meiner Idee ein weiterer Hingucker“, erklärt er. Auch seine Kunden im Taxi schimpften oft über den „blauen Müllsack am Dom“, wie Stefan schildert.

Er hat seine Idee dem FDP-Politiker Ralph Sterck, Fraktionschef im Stadtrat und Stadtentwicklungspolitischer Sprecher, vorgestellt. Der sagt: „Der Musical Dome soll ja nach Deutz umziehen. Am Breslauer Platz sind Bürogebäude vorgesehen, dazu gibt es auch einen Beschluss. Vorher muss aber die Oper fertig werden. Das wird noch ein paar Jahre dauern. Zudem ist der Dom die Attraktion und alle anderen müssen sich unterordnen. Dieser Standort kommt für mich daher nicht infrage. Ich habe den tollen Entwurf aber unserem Präsidenten des Festkomitees geschickt.“

Was sagt Christoph Kuckelkorn zu dem Entwurf des Kölners? Dem FK-Chef gefällt's offenbar: „Die Skizze ist super, da geht mir direkt das Herz auf. An solchen Ideen merkt man auch, wie sehr der Karneval den Kölnern fehlt.“ Sein Vorschlag: „Falls das Ganze noch in die Tat umgesetzt werden soll, dann bitte wieder als Provisorium, dann haben wir auch lange was davon.“

Die ganze Aufmerksamkeit ist Stefan ein wenig zu Kopf gestiegen, wie er sagt. „Ich möchte lieber im Hintergrund bleiben. Mir geht es vor allem um die Kunst und dass meine Idee hoffentlich umgesetzt wird.“ Bleibt abzuwarten, ob Stefan Sahner nach dem Studenten Benedikt Schmitz, dessen Entwurf für einen neuen KVB-Liniennetzplan umgesetzt werden soll, der nächste junge Mann wird, der in Köln einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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