Ordnungsamt erzürnt Kölner Veedel Menschen in der Körnerstraße kontern mit kreativer Aktion   

Das Ordnungsamt ist am 18. Oktober in der Körnerstraße in Köln-Ehrenfeld einmarschiert und hat dort grüne Zettel verteilt.

Die Körnerstraße in Köln-Ehrenfeld am 20. Oktober 2022, wenige Tage nachdem das Ordnungsamt dort grüne Zettel verklebt hatte.

In Köln-Ehrenfeld gibt es viele kreative Bewohnerinnen und Bewohner. Dem Ordnungsamt der Stadt Köln passt diese kreative Ader aber allem Anschein überhaupt nicht ...

Plötzlich waren sie da: Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kölner Ordnungsamts sind am Dienstag (18. Oktober 2022) in Köln-Ehrenfeld aufgeschlagen – bewaffnet mit vielen grünen Zetteln. Diese klebten sie auf diverse Gegenstände in der Körnerstraße.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kölner „Amts für öffentliche Ordnung“ klebten die unübersehbaren Knöllchen mit dem städtischen Logo auf Blumenkübel, Poller, Pflanzentöpfchen, Sitzgelegenheiten und andere Deko-Elemente der Körnerstraße.

Also genau auf die Gegenstände, die der Körnerstraße ihren einzigartigen Charme verleihen und teilweise sogar zum Programm der kommenden Museumsnacht gehören sollen.

Der Grund für den Ordnungsamt-Einsatz: Die beklebten Gegenstände seien widerrechtlich auf öffentlichem Straßenland abgestellt worden. Bei Nichtentfernung der Gegenstände bis zum 2. November 2022 drohe eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro, ist auf den Zetteln zu lesen.

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Das Ordnungsamt ist am 18. Oktober in der Körnerstraße in Köln-Ehrenfeld einmarschiert und hat dort grüne Zettel verteilt.

Einer der zahlreichen grünen Zettel, die das Ordnungsamt in der Körnerstraße in Köln-Ehrenfeld verteilt hat.

„Das ist seit über acht Jahren so gewachsen. Und jetzt kommen die an und kleben auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist, diese Zettel? Das ist ein absolutes Unding“, schildert Jan Marc Kutscher, Sprecher der Straßengemeinschaft, gegenüber EXPRESS.de.

„Selbst die Bänke vor den Türen der Privathäuser sollten alle weg, weil argumentiert wurde, dabei handele es sich Gastronomie. Das muss man sich mal vorstellen“, erklärt Kutscher ungläubig.

Köln: Bewohnende der Körnerstraße reagieren – die Stadt zieht nach

Die Straßenbewohnerinnen und -bewohner überlegten nicht lange: Kurzerhand wurde der Hund eines Anwohners auch mit einem grünen Zettel beklebt. Damit wollten sie die Sinnlosigkeit und die Willkür der durchgeführten Zettel-Aktion untermalen.

Ein schwarzer Hund wurde mit einem grünen Zettel beklebt.

Auch dieser Hund wurde in der Körnerstraße am 18. Oktober mit einem grünen Zettel versehen. Allerdings nicht vom Ordnungsamt, sondern von Anwohnenden.

Die Stadt Köln hat sich mittlerweile auch geäußert. Dem „Kölner Stadtanzeiger“ sagte eine Sprecherin: „Die Stadt Köln entschuldigt sich für das Vorgehen. Wir werden uns mit den Anwohnenden in Verbindung setzen und nach einer Möglichkeit suchen, damit die Kübel erhalten bleiben können.“

Am Donnerstag (20. Oktober), zwei Tage nach der Aktion, zeigte sich eine Anwohnerin noch immer erzürnt: „Die Aktion vom Ordnungsamt war vollkommen übertrieben!“ Jan Marc Kutscher sieht das auch so, schaut aber optimistisch nach vorne: „Die Stadt hat da überreagiert, aber das kriegen wir schon alles wieder hin.“ (jm)

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