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Starkregen und Hitze in Köln Ist das schon Klimawandel? Expertin mit klarer Analyse

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Zeigt sich der Klimawandel bereits in Köln oder erleben wir oft noch „normale“ Wetter-Ereignisse? Auf dem Foto ist ein Jogger am 18. Mai im Regen unterwegs. 

Köln – Starkregen – und das in Massen von einer Minute zur anderen am Freitagabend (4. Juni). Viele Kölner, die es sich gerade in der Außengastronomie gemütlich gemacht hatten, wurden vom Extrem-Wetter überrascht. In den vergangenen Jahren sind auch die Sommer in Köln wärmer geworden. Sind diese Wettereignisse schon Ausdruck dafür, dass der Klimawandel bereits in Köln angekommen ist? Expertin Antje Kruse vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) weiß die Antwort.

  • Starkregen, Überschwemmungen und mehr Sommertage in Köln
  • Ist der Klimawandel in Köln angekommen?
  • Expertin vom LANUV ordnet Wetterereignisse ein

Kölner von Starkregen überrascht: „Extrem-Niederschlagereignisse nehmen zu“

Diese sogenannten „Starkniederschläge“, wie sie viele Kölner zum Beispiel am Freitagabend völlig durchnässt und wenig begeistert am eigenen Leib erfahren haben, hat die Expertin Antje Kruse nämlich seit Jahren genauer eingeordnet.

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Wie stark zeigt sich der Klimawandel schon in Köln? Auf dem Foto ist eine Kölnerin am 2. Juni bei Starkregen unterwegs.

„Diese extremen Niederschläge merkt man in Großstädten wie Köln immer etwas mehr, zum einen weil gleichzeitig mehr Menschen betroffen sind und mehr Infrastruktur gefährdet ist und zum anderen, weil aufgrund der Versiegelung das viele Wasser weniger gut abfließen kann. Doch dieser Niederschlag war schon ein extremes Ereignis, das starke Überflutungen mitten in der Innenstadt zur Folge hatte. Tatsächlich haben wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern gerade bei unserer ExUS2020- Untersuchung herausgefunden, dass diese 'Starkschläge' zwischen 1961 bis 2018 eindeutig angestiegen sind“, erklärt Antje Kruse vom LANUV.

„Es ist tatsächlich so, dass diese Starkniederschläge insbesondere in kurzen Zeiträumen (bis vier Stunden) deutlich und stark zunehmen“, sagt Kruse auch mit Blick auf die Studie. Also ist dieser Starkregen schon ein Ausdruck des Klimawandels?

Starkregen mit heftigen Überschwemmungen in Köln – auf Klimawandel zurückzuführen?

„Die Veränderung des Niederschlags kann direkte und indirekte Folge der Klimaerwärmung sein. Die Temperaturzunahme wirkt sich unter anderem unmittelbar auf den Wasserdampfgehalt der Luft aus. So kann warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft und somit auch wieder abgeben. Zusätzlich verändern sich die Niederschlagsmuster. Dies kommt dadurch, dass Hoch- und Tiefdruckgebiete immer langsamer ziehen und somit Gewitterzellen mehr an Ort und Stelle abregnen können“, so die mögliche Erklärung für den Extremregen in der Domstadt.

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Klima-Expertin Antje Kruse nimmt besondere Wetter-Ereignisse beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW seit Jahren genauer unter die Lupe. 

Insgesamt würden Extrem-Wettereignisse wie das vom Freitag aus diesem Grund wahrscheinlich immer öfter vorkommen, glaubt die Expertin.

Köln: „Mittlerweile sind es bereits 47 Sommertage in Köln – das ist ein klarer Anstieg“

Doch auch generell lässt sich am Sommer in Köln feststellen, dass der Klimawandel die Stadt bereits fest im Griff hat.

Denn: „Die Anzahl der jährlichen Sommertage und auch die der sogenannten 'heißen' Tage sowie die Anzahl der Tropennächte ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter angestiegen“, skizziert Kruse.

Die Klima-Experten sprechen von Sommertagen, wenn Höchsttemperaturen von über 25 Grad gemessen werden. An heißen Tagen liegt die Temperatur bei über 30 Grad, bei Tropennächten sinkt sie nicht unter 20 Grad. Wie Antje Kruse mit Blick auf den aktuellen Klimaatlas erklärt, habe es in Köln zwischen 1951 und 1980 durchschnittlich 36 Sommertage jährlich gegeben.

„Doch mittlerweile sind es bereits durchschnittlich 47 Sommertage in Köln, das ist ein klarer Anstieg“, so die Klima-Expertin.

Perspektivisch könnten es in den kommenden Jahren sogar noch mehr Sommertage in Köln werden. Denn der Temperaturanstieg sei nicht mehr aufzuhalten, bestätigt Kruse, aber: „Mann kann ihn mit energischem Klimaschutz eindämmen und so das Schlimmste verhindern.“

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