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Gänsehaut-Aktion in der DunkelheitMit diesem Besuch hatte Sebus nicht gerechnet

Ludwig Sebus schüttelt dem Gardisten der Bürgergarde die Hand.

Ludwig Sebus bedankte sich bei jedem einzelnen Gardisten der Bürgergarde für den emotionalen Empfang vor dem eigenen Haus.

Überraschung für Kölns Karnevals-Ikone Ludwig Sebus durch die Bürgergarde blau-gold. Die zog mit Spielmannszug und Fackeln an seiner Haustür auf, um dort eine Ehrung vorzunehmen.

Kölns Grandseigneur genießt die Session in vollen Zügen. Es vergeht nahezu kein Tag, an dem Ludwig Sebus nicht in einem Saal der Stadt auftaucht. „Der Karneval gibt mir unheimlich viel Kraft“, sagt der 100-Jährige.

Am Samstagabend (31. Januar 2026) hatte der Sänger eigentlich eine jecke Pause geplant. Doch er ahnte nicht, was sich vor seiner Haustür in Ehrenfeld abspielen sollte.

Bürgergarde ernennt Ludwig Sebus zum Generalfeldmarschall

Sein Freund Hajo Felser hatte den Jahrhundertkölner unter einem Vorwand besucht und dafür gesorgt, dass dieser nicht zu früh ins Bett geht. Denn in der Dunkelheit zog plötzlich die Bürgergarde blau-gold mit 160 Kameraden, Fackeln und Regimentsspielmannszug auf.

Die Nachbarschaft strömte aus den Häusern, um das Spektakel zu beobachten. „Du warst ein Mann der ersten Stunde. Mir ist neulich ein Bild in die Hände gefallen von der Vorstellung unserer Uniformen im Foyer des Kolpinghauses. Da war Ludwig schon dabei“, sagte Markus Wallpott.

Der Präsident hatte eine besondere Überraschung für den Korpskameraden mitgebracht. „Ludwig hat immer hinter uns gestanden und war immer für seine Bürgergarde da“, sagte er und ernannte den 100-Jährigen zum Generalfeldmarschall. Das ist die höchste Auszeichnung, die das Traditionskorps vergeben kann.

Der Spielmannszug der Bürgergarde blau-gold.

Mit dem Regimentsspielmannszug war die Bürgergarde blau-gold zum Haus von Ludwig Sebus gekommen.

Sebus nahm die Ehrung gerührt entgegen. „Ich freue mich über jeden einzelnen, der sich aufgemacht hat, um mir diese Freude zu bereiten. Einige kenne ich schon seit Jahrzehnten, einige sind noch jünger. Das ist aber auch wichtig, dass immer wieder Nachwuchs in den Fastelovend kommt. Die Bürgergarde ist mit mir älter geworden“, sagte er.

1986 veröffentlichte Sebus den Marsch der Bürgergarde, das „Ihrefelder Heimatleed“. Darin heißt es: „Un jitt et och su mänches Eckche, wat mer in Kölle good gefällt, et es un bliev et schönste Fleckche, ming Heimat he, ming Ihrefeld!“ Der Gesellschaft ist der Krätzchensänger sehr eng verbunden.

Ludwig Sebus wird an seiner Wohnungstür geehrt.

Ludwig Sebus wurde direkt an seiner Wohnungstür zum Generalfeldmarschall ernannt.

Der große Aufmarsch direkt vor der eigenen Haustüre sorgte dafür, dass Sebus die Tränen mehrmals in die Augen schossen. „Es ist euch allen geglückt, mir eine große Freude zu machen. Ich bin etwas nah am Wasser gebaut. Je älter man wird, desto mehr geht mir das Gemüt durch“, sagte er.

Am Ende wünschte er sich, dass jeder einzelne Kamerad zu ihm kam, um jedem die Hand zu schütteln und sich zu bedanken. „Es ist mir ziemlich nahgegangen und hat mich sehr gefreut“, sagte er gerührt.

Das Dreigestirn samt Wache beim Abendessen.

Jecke Ecke

Querbeat steigt mit neuem Song in die Session ein