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Geld fürs Studium„Tatort“-Ermittler jobbte in Kölner Szene-Club

Ein Mann mit dunkler Mütze und dunklem Pulli sitzt an einem Tisch in einem Café und lacht in die Kamera.

Tijan Njie ist überzeugter Kölner. EXPRESS.de hat ihn in einem Café auf der Ehrenstraße getroffen. 

Aktualisiert

Tijan Njie (34) spielte Rob Pilatus, jetzt ist ermittelt er im Bremer „Tatort“. Wir ihn zum Gespäch getroffen. 

Erst Milli Vanilli, jetzt Bremer „Tatort“: Der Kölner Tijan Njie (34) hat sich nach seinem großen Erfolg im Musik-Biopic „Girl You Know Its True“ bewusst für eine Rolle entschieden, die anders ist als seine vorherigen. Das erzählt er im Gespräch mit EXPRESS.de.

Für mich war es wichtig, nach meinem Kinofilm auf die richtige Rolle zu warten, die etwas anderes erzählt als davor“, sagt Tijan. 2023 spielte er eine Hälfte des Pop-Duos Milli Vanilli, Rob Pilatus. „Alles war sehr laut, auch vom Look her, und jetzt ist es entscheidend, dass man eine andere Art und Weise meines Spiels kennenlernt.“

„Tatort“-Ermittler Tijan Njie ist überzeugter Kölner

Diese Rolle ist die des Patrice Schipper im Bremer „Tatort“ („Wenn du nur einen retten könntest“, heute um 20.15 Uhr im Ersten), der zu einem Mordfall im Studentenmilieu hinzugezogen wird.

Über seine Rolle im „Tatort“ ist er auch noch aus einem anderen Grund happy: „Es bedeutet mir viel, als Schauspieler mit afrikanischen Wurzeln in einem so traditionsreichen Format wie dem Tatort eine Figur auf der Seite von Recht und Ordnung zu verkörpern. Solche Rollen sind in der Branche nicht immer selbstverständlich, und das weiß ich zu schätzen“, sagt er.

„Patrice macht seinen Job beim Kriminaldauerdienst sehr zuverlässig. Er ist jemand, auf den man sich verlassen kann. Er muss die Oberkommissarin, Liv Moormann, unterstützen und hat da erst so gar keine Lust drauf. Aber man sieht schnell, dass er teamfähig ist und kein Problem damit hat, sich einer Hierarchie unterzuordnen“, so Tijan über seinen Charakter, der nicht ganz seinem eigenen Naturell entspricht: „Privat übernehme ich Dinge gerne eigenständig und bringe mich aktiv ein.“

Das ist in der Schauspielbranche wohl auch nötig. „Schon während der Schauspielschule habe ich gemerkt, wie schwer es ist, sich einen Platz in diesem Beruf zu erarbeiten“, so Tijan, der in Köln im Burgerladen und in der Disko „Nachtflug“ jobbte, um sich das Studium zu finanzieren.

„Es gibt keine festen Wege, vieles geht mit Bewertungen einher – vom Typ bis zur Rolle. Das gehört zur Realität der Branche, und dafür braucht es eine gewisse Resilienz“, erzählt er. „Ich bin mit einer großen Naivität reingekommen, ich komme nicht aus einer Künstlerfamilie. Für mich waren aber auch die Neugier und Spiellust so groß, dass ich es durchgezogen habe.“

Aus Herford zog er damals nach Köln, was mittlerweile seine Heimat geworden ist - aus der er trotz kurzer Liebäugelei mit Berlin nicht mehr weg will. Das hat vor allem private Gründe: „Mein Neffe ist vor knapp zwei Jahren hier geboren, und mir ist es wichtig, nah bei ihm zu sein. Familie hat für mich einen hohen Stellenwert, deshalb ist Köln aktuell ganz bewusst mein Lebensmittelpunkt“, sagt Tijan.

Am Sonntagnachmittag war die Mülheimer Brücke zeitweise für eine Demo gesperrt.

Mülheimer Brücke gesperrt

Zoff in Köln: Demo soll den Druck erhöhen