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Bereits zwei Projekte gestopptDroht in Köln das Aus für alle Wolkenkratzer?

Am Colonius ist ein neues Bauprojekt geplant.

Am Colonius ist ein neues Bauprojekt geplant.

Aktualisiert

Zwei große Hochhaus-Projekte in Köln sind geplatzt. Stehen jetzt auch andere Projekte auf der Kippe?

Nachdem die Pläne für zwei Büro-Hochhäuser des Versicherers DEVK (144 Meter) und des Vermögensverwalters Flossbach von Storch (103 Meter) gestoppt wurden, stellt sich eine Frage: War es das nun vorerst mit neuen Hochhaus-Projekten in der Domstadt?

Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Politik nach langem Streit um neue Hochhäuser erst im vergangenen Februar ein neues Höhenentwicklungskonzept verabschiedet hat. Daran wurde fast fünf Jahre gearbeitet.

Zwei Hauptgründe für die Krise

Günter Vornholz, ehemals langjähriger Professor für Immobilienökonomie, äußerte sich gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ zur Entwicklung der geplanten Hochhäuser von DEVK und Flossbach von Storch: „Repräsentative, neue Firmenzentralen bauen Unternehmen eben in Boom-Zeiten, wenn es gut läuft.“ Aktuell seien die Zeiten jedoch alles andere als boomend.

Vornholz benennt vor allem zwei Ursachen für die sinkende Nachfrage nach Büro-Arbeitsplätzen. Zum einen die Corona-Pandemie mit der zunehmenden Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Zum anderen der ausbleibende konjunkturelle Aufschwung.

In Köln gibt es aktuell nicht mehr viele Hochhaus-Projekte. Das wohl prominenteste ist der neue, 96 Meter hohe Büroturm von Art-Invest am Fernsehturm Colonius (266 Meter). Am 29. Januar und 2. Februar werden der Stadtentwicklungsausschuss sowie die Bezirksvertretungen Innenstadt und Ehrenfeld über die Vorgaben für den noch zu erstellenden Bebauungsplan beraten.

Bis der Plan steht und der Bau beginnt, wird es also noch dauern: 2031 soll das Gebäude laut der Webseite von Art-Invest fertig sein. Stefan Harwardt von Art-Invest sagte auf die Frage, ob das Unternehmen an dem geplanten Hochhaus festhält: „Wir fokussieren uns darauf, den planungsrechtlichen Vorgang abzuschließen.“

Wird weiter geplant: Das 96-Meter-Hochhaus am Colonius.

Wird weiter geplant: Das 96-Meter-Hochhaus am Colonius.

Gemeinsam mit Osmab realisiert Art-Invest auch Kölns größtes Gewerbegebiet: In Mülheim entsteht das I/D Cologne, wo einst 7000 Arbeitsplätze vorgesehen waren.

Die bisherigen Gebäude sind laut Art-Invest und Osmab zu hundert Prozent vermietet. Für zwei der verbleibenden Baufelder ziehen die Investoren und Investorinnen jedoch eine andere Nutzung in Betracht. Einen Zusammenhang mit der nachlassenden Nachfrage auf dem Büroimmobilienmarkt bestätigen die Firmen nicht. Die Leerstandsquote in Köln liegt bei 5,5 Prozent, vor fünf Jahren betrug sie noch unter drei Prozent.

Besondere Beziehung zu Hochhäusern

Neue Wolkenkratzer haben es wegen des Doms als Unesco-Welterbe nicht immer einfach. Die Verwaltung schreibt dazu: „Nichts steht so sehr für die Identität Kölns wie der Dom. Inmitten der historischen Innenstadt verkörpert er mit seiner Höhe von 157 Metern das baukulturelle Erbe der Stadt und ist zugleich Gesicht und Wahrzeichen.“ Besonders die Sichtachsen auf den Dom sind von großer Bedeutung.

Zwischen 2004 und 2006 brachten Hochhaus-Pläne in Deutz den Welterbestatus des Doms in Gefahr, er landete zeitweise auf der roten Liste. Dombaumeister Peter Füssenich sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich glaube, allen ist bewusst, dass sich das nicht nochmal wiederholen sollte.“

Füssenich stellte klar, dass nicht der Dom der Grund für das Aus der beiden Hochhäuser von DEVK und Flossbach von Storch war. Im Gegenteil: „Das waren sehr, sehr vorbildlich geführte Verfahren, die Blaupausen sein könnten für weitere Entwicklungen von Hochhäusern.“ Bei beiden geplanten Türmen hatte eine Prüfung ergeben, dass ihr Bau den Welterbestatus nicht gefährdet.

Ein weiterer Büroturm soll beim Umbau des Shoppingcenters Köln-Arcaden entstehen. Eigentümer Union Investment plant ein gemischtes Quartier, zu dem auch ein neuer 52-Meter-Büroturm gehört, der vor Ort umstritten war und ist. Ein Sprecher bekräftigte: „Der Büroturm in Erweiterung der Köln-Arcaden ist unverändert Bestandteil unserer Planungen.“

Ähnliches ist von Peek & Cloppenburg zu vernehmen. Das Unternehmen wollte neben dem Weltstadthaus auf der Schildergasse ein 70 Meter hohes Haus, unter anderem mit Büros, errichten. Der Entwurf für den 70-Meter-Anbau wurde jedoch früh verworfen, da er baurechtlich keine Chance hatte. Daraufhin schlug der Bauherr ein 48 Meter hohes Gebäude vor.

Schließlich beschloss der Stadtentwicklungsausschuss eine neue Variante mit 38,5 Metern. Auf dieser Basis können die Planungen nun weitergehen. Laut einer Sprecherin hält das Unternehmen an den – wenn auch deutlich niedrigeren – Plänen fest. „Wir verfolgen die Pläne weiter“, sagte sie.

Das Kölner Höhenkonzept

Das neue Höhenentwicklungskonzept wurde notwendig, da es außerhalb der Innenstadt keine festen Regeln gab, was immer wieder zu Streit führte, etwa zwischen Investoren und Investorinnen sowie der Politik. So drohte die DEVK mit einem Wegzug aus Köln, sollte die Verwaltung nicht schneller arbeiten.

Unter bestimmten Bedingungen erlaubt das neue Konzept neue Hochhäuser bis zu einer Maximalhöhe von 148 Metern. Es gilt für das Stadtgebiet bis zum Äußeren Grüngürtel. Zuvor gab es nur ein Höhenkonzept für die Innenstadt, das eine Maximalhöhe von 22,5 Metern vorsah.

Die Stadt Köln möchte neue Hochhäuser vor allem in der sogenannten Inneren Stadt ansiedeln. Diese erstreckt sich vom Inneren bis zum Äußeren Grüngürtel. Wenn in diesem Bereich der Bau von Gebäuden ab 40 Metern Höhe – oder 30 Prozent höher als die Umgebung – geplant wird, soll das Konzept bei der Bewertung und Steuerung helfen.

Der frühere Frankfurter Planungsdezernent Martin Wentz hatte das Fehlen eines Höhenkonzepts zuvor in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ kritisiert, da es seiner Meinung nach die Stadt „erpressbar“ mache. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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