Karneval Tausende Jecken sorgen für Gänsehaut-Momente – bewegende Mail einer Kölnerin

6000 Jecken feiern im Tanzbrunnen.

6000 Jecken feierten am Sonntag (27. Februar 2022) im Tanzbrunnen, sorgten aufgrund des Krieges in der Ukraine jedoch auch für einige bewegende Momente.

Im Tanzbrunnen lud Die Grosse von 1823, Kölns erste Karnevalsgesellschaft, am Sonntag viele tausend Jecken ein. Dabei war es einen Tag vorher noch nicht klar, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet.

Kölns größte karnevalistische Veranstaltung der Session fand am Sonntag (27. Februar 2022) bei strahlendem Sonnenschein im Tanzbrunnen statt. Unter dem Motto „Die Grosse SchälZick“ hatte Die Grosse von 1823, mit ihrem Präsidenten Joachim Zöller, geladen. So wie viele Traditionskorps hatte sich die Gesellschaft, die im nächsten Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum feiert, die Entscheidung zur Durchführung der Veranstaltung nicht leicht gemacht.

„Wir verurteilen den Einmarsch in die Ukraine aufs Schärfste. Wir verstehen, dass vielen Menschen nicht zum Feiern zumute ist, aber wir vermissen die vielen strahlenden Kinderaugen und das Wir-Gefühl“, sagte Präsident Zöller. „Noch am Samstag stand für uns nicht fest, ob man bei der momentanen Situation feiern sollte. Erst eine E-Mail von einer Mutter, die uns um 15.39 Uhr erreichte, ermutigte uns, heute hier im Tanzbrunnen mit rund 6000 Jecken, davon fast 1500 Pänz, mit Gefühl und Mitgefühl zu feiern.“

In ihrer Mail, die EXPRESS.de vorliegt, schrieb die Mutter: „Aufgrund der aktuellen Ereignisse mal eine ganz große Bitte: Sagt eure Veranstaltung am Sonntag nicht ab! Die Kinder freuen sich schon so sehr und es gibt und gab in den vergangenen beiden Jahren kaum Möglichkeiten von schönen Veranstaltungen. Es ist ein grandioser Lichtblick, am Tanzbrunnen mal wieder Livemusik zu erleben. Bitte, bitte, sagt es nicht ab!“

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Karneval in Köln: Gänsehaut-Momente im Tanzbrunnen

Zwei Jahre mussten Prinz Sven, Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie auf ihren größten Auftritt warten. Die Drei strahlten mit der Sonne um die Wette und waren sichtlich gerührt von den bunten Massen, die sie frenetisch feierten. Dann der große Gänsehautmoment für Prinz Sven: Traditionell steckte Präsident Joachim Zöller, stellvertretend für alle Gesellschaften des Kölner Karnevals, Prinz Sven die „fünfte Feder“ an die Prinzenmütze. „Damit möchten wir uns für ein grandioses Dreigestirn in einer so schwierigen Zeit bedanken“, so Zöller.

Bereits zuvor sorgte Moderator Linus (Michael Büttgen) für tolle Momente: „Ich habe mich sehr schwer getan, heute als fröhlicher Moderator auf der Bühne zu stehen. Als die Stimmung beinahe auf dem Höhepunkt war, habe ich die Besucher zu einer Schweigeminute aufgerufen. Alle Jecken und sogar die Kinder waren totenstill. Ein Moment, bei dem ich jetzt noch Gänsehaut bekomme“, so Linus gegenüber EXPRESS.de.

Kölns Kult-Moderator ging aber noch einen Schritt weiter: „Da ich der Meinung bin, dass Worte und blau-gelbe Fähnchen zu wenig sind, spende ich heute 1111 Euro an die Organisation ‚Ärzte ohne Grenzen‘.“

Brings und Moderator Linus posieren auf der Tanzbrunnen-Bühne.

Moderator Linus (m.) führte durch das Programm, Brings sorgte mit ihrem Song „Liebe gewinnt“ für einen Gänsehaut-Moment.

Nach dem bewegenden Auftritt der Bläck Fööss setzte Brings noch einen drauf. „Egal was war – ob Sturm oder Corona – bei uns ist der Karneval ausgefallen. Jetzt haben wir einen Krieg in Europa. Lass uns auf die Straße gehen und den Leuten im Land zeigen, dass wir gegen diesen Krieg sind und dass wir aus unserem Rosenmontagszug eine riesige Friedensdemo machen. Das sage ich aus ganzem Herzen: Arsch huh, Zäng ussenander – die Liebe gewinnt auf der ganzen Welt“, rief Peter Brings den Menschen mit Tränen in den Augen zu und stimmte gemeinsam mit den Jecken „Liebe gewinnt“ an.

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