Die Kölschrocker von Kasalla feiern ihr 15-jähriges Bestehen mit zwei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena. Zudem ist passend dazu das neue Album „Trone un Konfetti“ erschienen.
Spektakuläres KonzertKasalla feiert Jubiläum mit viel Konfetti und ein paar Tränen
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Los ging die wilde Reise im September 2011 im Kölner MTC vor ein paar Hundert Freunden und Familienmitgliedern. Die roten Chucks sind geblieben, aber aus einer Nachwuchsband ist eine der angesagtesten Kölner Gruppen geworden, die quer durch Deutschland ihre Fans hat.
Die fünf Jungs von Kasalla blicken 5521 Tage später auf stolze und bewegte 15 Jahre zurück. Zum Jubiläum schenkt die Band ihren Fans zwei spektakuläre und sehr aufwendige Shows in der Lanxess-Arena, zu denen insgesamt 29.000 Fans pilgern.
Kasalla in der Lanxess-Arena: 29.000 Fans bei zwei Jubiläumskonzerten
Der Auftakt am Freitagabend wurde dem Titel des genau an dem Tag erschienenen sechsten Studioalbums mehr als gerecht: „Trone un Konfetti“. Denn zu Kasalla gehören nicht nur die lauten, fröhlichen Momente. Da fließen auch mal Tränen. „Man kann feiern, aber gleichzeitig auch jemanden vermissen“, sagt Keyboarder Rene „Ena“ Schwiers.
„Manchmol deiht et jot un manchmol deiht et wieh. Zwesche lost un happy, Trone un Konfetti“, heißt es im Auftaktsong. In der Arena war der „Rummelplatz, der Levve heiss“ aufgebaut. Schon das Bühnenbild setzte neue Maßstäbe. Die Kölner „Riesenschüssel“ sah aus wie eine in Rot gefärbte große Manege. Passend dazu wurde der Abend mit „Pirate“ als Drehorgel-Version eröffnet.
„15 Jahre sind schon eine krass lange Zeit“, blickte Frontmann Basti Campmann (49) kurz zurück. „Damals gab es viele, die sagten: Was soll das denn, was die machen? Der kann kein richtiges Kölsch, der schreit nur rum. Die sind völlig saaluntauglich. Aber wir haben weitergemacht.“ Und wie! Fünfter Geburtstag 2016 in der Arena, zum zehnten kamen 40.000 ins Stadion, jetzt der Party-Doppelpack zum 15.

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15 Jahre Kasalla: Diesen Meilenstein in ihrer Karriere feierten Flo Peil, Rene „Ena“ Schwiers, Basti Campmann, Nils Plum und Sebastian Wagner (v.l.) mit einem spektakulären Konzert in der Lanxess-Arena.
Zum Geburtstag hatte Kasalla das ganz große Show-Besteck aufgefahren. Vier Bläser und ein Streicher-Duo gaben den Songs noch mehr Volumen. Feuerbälle, Pyrotechnik, Konfetti in rauen Mengen, ein Lagerfeuer-Moment, die von Coldplay-Konzerten bekannten blinkenden Armbänder, brennende Bengalos bei „Ding Südkurv“ und bunt leuchtende Ballons beim Finale zu „Mer sin eins“ – es fehlte an nichts.

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Zum Finale überraschten die Fans die Band mit einem Meer aus bunten, leuchtenden Luftballons.
Schon zum Auftakt wackelten die Tribünen bei „Alle Jläser huh“ bedenklich. Ende Oktober erscheint „Mir es et ejal!“ als dritte Singleauskopplung aus dem neuen Album. Der Titel wurde mit einem kurzen Video eingeleitet, in dem Sänger Campmann die Horror-Nachrichten des Alltags rund um Alice Weidel oder Donald Trump um die Ohren fliegen. Seine Lösung: Einfach mal für einen Tag den Stecker ziehen.

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Zum Song „Mir es et ejal!“ tanzten Mittelfinger um Frontmann Campmann herum.
Passend dazu sang er das Lied im weißen Bademantel und Schlafanzughose, während um ihn herum tanzende Mittelfinger das Statement zur aktuellen Lage setzten. Zu „Jröne Papajeie“ kam Eko Fresh dazu, der ebenfalls für ein vielfältiges und lebenswertes Köln kämpft.
Nach dem ausgelassenen Start folgte der schwerste und heftigste Moment des Abends. „Ich möchte euch von einem Menschen erzählen, der so wichtig war und von dem wir immer noch denken, du kommst doch jeden Moment zur Tür rein. Den man nachts um 4 Uhr anrufen konnte, egal wegen was. Er hätte immer geholfen, wäre immer aufgestanden und wäre da gewesen. Er hat immer unverhohlen seine Meinung gesagt und war immer ehrlich und geradeaus. Und er fehlt uns so sehr“, sagte Campmann.

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Eko Fresh (l.) war einer der Gäste bei Kasallas Geburtstagsshow. Er sang „Jröne Papajeie“.
Gemeint war Techniker Tom, der in der Nacht zum 3. Mai 2025 bei einem tragischen Motorradunfall auf der A3 ums Leben gekommen war. Für ihn spielte die Band „Ne Jode“ und ging dabei bis an ihre Grenzen. Gitarrist Flo Peil weinte neben Keyboarder Ena. Sänger Basti schaffte es kaum, beim Singen die Tränen zu unterdrücken. „Ohne Schatten gibt es kein Licht. Wir haben in den vergangenen Jahren beides erlebt“, sagt Schlagzeuger Nils Plum. Daher war dieser Gänsehautmoment so extrem aufwühlend.
Ein wunderbarer Freund schickte eine Videobotschaft in die Halle. „Wir können uns die Freiheit nicht nehmen lassen. Mag die Demokratie noch so schlecht sein, sie ist besser als die beste Diktatur. Die Demokratie fängt bei uns selbst an, indem wir aufeinander zugehen, offen sind und keine Unterschiede machen“, sagte der 101-jährige Ludwig Sebus. „Wir sind, was wir sind: Menschen, die sich dem Leben stellen. Das Herz ist der ausschlaggebende Faktor, wohin wir uns bewegen.“

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Frontmann Monchi (r.) war mit seiner Band Feine Sahne Fischfilet zum Kasalla-Geburtstag gekommen.
Passend dazu kamen bei „Fleisch un Bloot“ Sänger Monchi und Trompeter Max von Feine Sahne Fischfilet zu Kasalla auf die Bühne. Beide Bands hatten sich im vergangenen Jahr bei Rock am Ring kennengelernt. Aus einer Festivalbegegnung wurde eine Verbindung zwischen Kölschrock und Punk aus Mecklenburg-Vorpommern.

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Zum Song „Ding Südkurv“ wurden auf der Bühne zahlreiche Bengalofackeln entzündet.
Kasalla trat Anfang September beim Festival „Wasted in Jarmen“ auf, jetzt der Gegenbesuch, obwohl die Indie-Rockband erst am Mittwochabend vom Konzert in Buenos Aires zurückgekehrt war. „Es freut uns so sehr, diese tollen Menschen kennengelernt zu haben“, sagte Monchi. Gemeinsam sangen beide „Diese eine Liebe“, ehe Feine Sahne Fischfilet auch noch „Komplett im Arsch“ nachlegte.

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Kasalla hatte zum Jubiläum das ganz große Show-Besteck mit zahlreichen Effekten aufgefahren.
„Das sind Momente, die wir uns vor vier, fünf Jahren nicht erträumt hätten“, sagte Campmann begeistert. „Wenn du in dieser Arena stehst, in all diese Gesichter schaust und merkst, wie viele Menschen diesen Weg mit uns gegangen sind, dann haut dich das einfach um. Wir haben so viel Liebe gespürt. Da waren ganz viele Trone und ganz viel Konfetti – und genau darum geht’s doch. Dass wir all das miteinander teilen dürfen, ist das größte Geschenk zu unserem Geburtstag.“

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Ein Küsschen zwischen Sebastian Wagner (l.) und Flo Peil zum Jubiläum.
Mit „Immer noch do“, dem „Letzte Leed der Welt“, dem zuckersüßen „Bütz mich“ und der totalen Eskalation zu „Stadt met K“ bog der Abend auf die Zielgerade ein. Die Fans konnten nicht genug bekommen.
Doch nach 165 Minuten endete der erste der beiden wilden Jubiläumsabende mit „Sing mich noh Hus“. Es war ein Fest in Rot und Weiß mit extrem viel Leidenschaft.
