„Nicht mehr zu vermitteln“ Strengere Regeln im Straßenkarneval? Kölner Wirte laufen Sturm

Menschenmassen auf der Zülpicher Straße

Solche Bilder, wie beim 11.11. 2021, brachten der Stadt Köln viel Kritik ein. Kölner Wirte wehren sich nun gegen härtere Regeln, die im Raum stehen.

Wird es im Straßenkarneval strengere Regeln in Köln als in anderen NRW-Städten geben? Die Stadt denkt unter anderem über so genannte Verweilverbote nach – die Kölner Gastro-Szene antwortet mit einem offenen Brief.

Die Nerven sind nicht erst seit diesen Tagen bei Kölner Gastronomen und Karnevalisten angespannt: Am 9. Februar tritt eine neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW in Kraft, der Straßenkarneval steht Ende des Monats vor der Tür, und die Stadt Köln will verhindern, dass sie bundesweit erneut in die Kritik gerät wie nach dem 11.11..

Damals war der nicht organisierte Karneval in die Schlagzeilen geraten, als auf der Zülpicher Straße vor lauter Feiernden kein Durchkommen mehr war und Kontrollen nicht eingehalten wurden.

Straßenkarneval Köln: Verweilverbote in der Diskussion

Auch deshalb befindet sich die Stadt Köln mit dem Land im Austausch. Wie aus der Stadtspitze zu erfahren ist, wird unter anderem über mögliche Verweilverbote diskutiert.

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Genau das ruft nun die Kölner Gastronomie-Szene auf den Plan. In einem offenen Brief appelliert die IG Kölner Gastro an die Stadt, dass man auch weiterhin den Verordnungen des Landes folge und keinen eigenen, strengeren Weg einschlage.

In dem Schreiben, das unter anderem an OB Henriette Reker und Gesundheitsminister Karl Lauterbach gerichtet ist, werden die im Raum stehenden Restriktionen und Beschränkungen kritisiert. „Dieser Weg kann und darf nicht das Dankeschön dafür sein, dass in dieser Stadt alle agierenden Kräfte zwei Jahre lang so positiv Vollgas gegeben haben und Köln heute mit besseren Zahlen aufwartet als weite Teile der Republik.“

IG Kölner Gastro: Wirte schreiben Brief an Henriette Reker und Karl Lauterbach

Die Kölner Wirte heben dabei auch ihr eigenes Engagement hervor:„ Wir haben wirksame Kampagnen für eine Impfung ins Leben gerufen und wir haben uns freiwillig massivst eingeschränkt. Wir erinnern an den 11.11.2020, als die Gastronomie schon eine Schließung gefordert hat, als Politik und Verwaltung im Oktober 2020 noch nicht wussten wie mit dem Thema umzugehen sei.“

So hatten zum Sessionsstart viele Betriebe freiwillig geschlossen, andere ließen Gäste nur mit verpflichtenden Tests in die Lokale, was damals noch nicht vom Land vorgeschrieben war. Betont wird auch, dass die „unangenehmen Bilder, die in der Folge um die Welt gegangen sind“, nicht aus der gesicherten Gastronomie, sondern aus dem öffentlichen Raum stammen.

Jetzt, so die IG Gastro weiter, sei man in einer völlig anderen Situation als damals: „Es ist der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln, warum wir mit besserer Impf- und Boosterquote als NRW, strenger behandelt werden müssen als der Rest unseres Bundeslandes. Viele würden das nicht mehr mittragen, es käme zu unschönen Szenen, glauben Sie uns bitte, wir sind näher an der Basis.“

Bei Entscheidungen und Planungen, die komplett an den Wirten vorbei getätigt würden, kündigen die Verfasser an, sich „das erste Mal laut zur Wehr setzen“. Zugleich möchten sie in die Überlegungen mit eingebunden werden, wie aus dem Brief hervorgeht. Von einem Schulterschluss ist die Rede: „Köln kann das, glauben Sie uns das.“

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