Darauf warten alle Jecke stets besonders gespannt. Das neue Motto für die kommende Karnevalssession steht fest. Zugleiter Marc Michelske präsentierte es im Rosenmontagszug.
„Arsch huh und anpacken“Geheimnis um Sessionsmotto für 2027 gelüftet

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Am Severinskirchplatz wurde am Montag (16. Februar 2026) wieder das Motto für die kommende Session enthüllt: „Morje es, wat do drus mähs!“.
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Nach dem Zoch ist vor der nächsten Session. Das Geheimnis ist gelüftet. „Morje es, wat do drus mähs!“, lautet das neue Motto.
Nachdem Prinz Niklas I. den Severinskirchplatz passiert hatte, präsentierte Zugleiter Marc Michelske am Montag (16. Februar 2026) das neue Motto.
Sessionsmotto 2027: „Morje es, wat do drus mähs!“
Damit rückt das Festkomitee Kölner Karneval das Thema Zukunft in all seinen Facetten in den Blickpunkt der Kölner Jecken. Zugleich ist es eine Aufforderung, nicht nur zu meckern und zu klagen, sondern selbst mit anzupacken.
„Wir alle verzweifeln manchmal an den ganz großen Themen unserer Zeit: ob kriegerische Auseinandersetzungen, weltweite Krisen, steigende Inflation oder Rentenlücke“, sagt Christoph Kuckelkorn, scheidender Präsident des Festkomitees Kölner Karneval.
„Dabei verliert man oft aus dem Blick, dass man selbst etwas tun kann. Vom wertschätzenden Umgang miteinander über Hilfsbereitschaft im Alltag bis zum Energiesparen und nachhaltigem Handeln ganz allgemein: Jeder von uns entscheidet mit, welchen Kurs wir steuern und wie das Morgen aussehen wird. Also: Arsch huh und anpacken.“
Kuckelkorns Nachfolger – zur Wahl steht bisher nur sein Vizepräsident Lutz Schade – darf das Motto mit Leben füllen. „Das Motto ist kein naives ‚Alles wird gut‘. Im Gegenteil: Wenn nicht jeder mit anpackt, wird die Zukunft ganz sicher nicht rosarot“, so Kuckelkorn weiter.

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Christoph Kuckelkorn und seine Ehefrau Katia. Nach dieser Session tritt der Festkomitee-Präsident zurück.
„Wir sind jetzt schon darauf gespannt, welche kleineren und größeren Zukunftsprojekte die kölschen Jecken in den nächsten Monaten anstoßen werden – im Karneval oder in anderen Bereichen des Lebens.“ Visualisiert wird das Motto durch ein Steuerrad.
Der Aufruf, selbst aktiv zu werden, ist auch ein klares Statement all jenen gegenüber, die es sich in ihrer Social-Media-Blase auf dem Sofa bequem gemacht haben und täglich mit platten Kommentaren zur Spaltung der Gesellschaft beitragen. „Nur, wer sich mit anderen austauscht und gemeinsam nach Lösungen sucht, wird am Ende erfolgreich sein – das nennt man Demokratie“, sagt Kuckelkorn.

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Zugleiter Marc Michelske präsentierte das Sessionsmotto für 2027.
„Gerade in einer Zeit der weltweit stärker werdenden Autokraten ist es wichtig, zu spüren, dass man selbst etwas bewegen kann. Wir sind nicht ohnmächtig – weder in unserer kleinen Welt des Karnevals, noch in der Stadtgesellschaft, noch in der Gesellschaft insgesamt.“
Das Sessionsmotto soll jeden einzelnen ansprechen. Deshalb hoffen die Verantwortlichen, dass es sehr vielfältig und bunt Niederschlag in den Aktivitäten der Jecken finden wird. Vielleicht bei Veedelsgruppen, die eine nachhaltige Wiederverwendung von Kostümen initiieren.
Oder durch karnevalsinteressierte Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, die möglicherweise eine Kölsch-AG gründen, die mit dafür sorgt, dass Sprache und Liedgut in Köln auch für künftige Generationen erhalten bleiben.
Auch das Festkomitee selbst hinterfragt sich und seine Rolle: Das breit angelegte und wissenschaftlich begleitete Zukunftsprojekt „Alaaf 2040“ soll Schwerpunkte der karnevalistischen Arbeit von morgen definieren.

