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Mitten im HochsommerKölner Kult-Band sorgt für Fastelovends-Stimmung

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Die Paveier präsentieren bei ihren Konzerten im Theater am Dom einen Querschnitt durch ihr Repertoire. In der besonderen Atmosphäre entwickelte sich ein mitreißender Auftritt.

An Aschermittwoch ist alles vorbei? Von wegen! „Ich künnt kriesche, wenn der Nubbel brennt“, singen die Paveier in ihrem Hit „Konfettirään“. Dabei ist in Köln doch das ganze Jahr Fastelovend.

Was das bedeutet, wurde am Mittwochabend (1. Juli 2026) im Theater am Dom deutlich. Dort fand das erste von drei ausverkauften Sommer-Konzerten der legendären kölschen Band statt. Die über 500 Fans feierten ausgelassen einen tollen Querschnitt: große Hits, länger nicht mehr gehörte Schätzchen und ruhige Momente.

Paveier: Urgesteine Vorholt und Lückerath denken nicht ans Aufhören

„Wir sind nicht unbedingt eine Newcomer-Band“, scherzte Frontmann Sven Welter. In der Tat gibt es die Kult-Gruppe schon seit 43 Jahren. Mit Detlef Vorholt und Klaus Lückerath sind weiterhin zwei Gründungsmitglieder dabei, was in der kölschen Musikszene außergewöhnlich ist. „86 Jahre Show-Erfahrung stehen hier auf der Bühne“, sagte Welter lachend.

Der Klassiker „Ich han de Musik bestellt“ wurde 1984 veröffentlicht, da war der Paveier-Sänger nicht mal vier Jahre alt. „Es ist doch ein Riesen-Geschenk, wenn ein Song, den die Jungs vor so vielen Jahren geschrieben haben, immer noch die gleiche Wirkung hat.“ Schon ab dem fünften Song, „Schön ist das Leben“, standen alle im heimeligen Theater.

Die besonders enge und vertraute Atmosphäre genossen alle sechs Musiker. „Hier kannst du den Fans direkt in die Augen schauen“, freute sich Urgestein Lückerath. Nach einer Augen-OP sehe der wieder gestochen scharf, scherzte Welter.

Detlef Vorholt und Klaus Lückerath beim Auftritt auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Die Paveier-Gründungsmitglieder Detlef Vorholt (l.) und Klaus Lückerath geben weiterhin alles auf der Bühne und denken nicht an ein Karriereende.

Auch nach 43 Jahren denkt Lückerath ebenso wie Vorholt nicht ans Aufhören. „Zum Glück sind sie beeindruckend fit und haben extrem gute Laune. Sie sind so wichtig für den Sound der Band.“

Gemeinsam packten die beiden Paveier-Gründungsväter den Klassiker „Alle Mann en et Hallebad“ noch einmal aus. Vorholt überzeugte zudem mit dem nachdenklichen „Alles weed joot“. Und Alexander Klaus übernahm den Song, den früher Bodo Schulz geprägt hatte: „Spätzünder“.

Alexander Klaus singt auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Alexander Klaus schlüpfte überzeugend in die Rolle als „Spätzünder“.

Natürlich durften auch die großen Hits wie „Leev Marie“, „Wo bist du, Amore“, „Nie mehr Alkohol“ und „Mir sin Kölsche us Kölle am Rhing“ nicht fehlen. Neue Lieder gab es aber noch nicht. Nach den drei Konzerten fährt die Band nach Holland, um an Texten zu arbeiten.

„Wir haben schon gute Musikideen, jetzt geht es an die Feinarbeit“, sagte Welter zu EXPRESS.de. Im Gegensatz zu vielen Kollegen wollen die Paveier ihre neuen Songs erst im Herbst präsentieren. „Wir finden, dass eine neue Karnevalsnummer besser im Oktober Premiere haben sollte und nicht im Juni.“

Konzert der Paveier im Theater am Dom.

Copyright: Daniela Decker

Im Theater am Dom ist das Publikum ganz dicht an der Bühne. Beim Konzert der Paveier herrschte schnell eine ausgelassene Stimmung.

Zudem musste der Frontmann zuletzt erst einmal einen schlimmen Schicksalsschlag verarbeiten. Sein bester und langjährigster Freund ist Ende April verstorben. Das Paveier-Lied „Fründe für et Levve“ aus dem Vorjahr handelte von dieser Freundschaft. Auch beim Klassiker „Heimat es“ hat Welter bei der Textzeile „Di janz Lääve vun d'r Wieje bes zor Bahre“ immer noch einen Kloß im Hals.

„Musik ist Emotion, ist Teil eines Lebens“, sagt der Sänger. Passend dazu spielte die Band auch „Ich ben ich“. Denn diese Botschaft gab es für alle begeisterten Fans: „Auch wenn mal etwas richtig scheiße ist – es wird weitergehen.“

Sven Welter singt auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Paveier-Frontmann Sven Welter zeigte sich zwischendurch auch emotional angegriffen, als er an den Tod seines Freundes denken musste.

Wie es im Leben so gehen kann, verdeutlichte Vorholt beim Song „Wenn du willst“. „Uns gibt es ja schon ein paar Jahre. Bei einem Paar haben wir sowohl bei der Hochzeit als auch bei der Scheidung gespielt.“

Die Fans waren vom Auftakt der Sommer-Konzerte dermaßen begeistert, dass sich viele direkt Tickets für 2027 sicherten. Dann hängen die Paveier noch einen vierten Termin dran. Vom 22. bis 25. Juni finden die Konzerte statt.

Cat Ballou beim Auftritt auf der Bühne.
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