Ich bau mir ’nen Puff Unternehmer zieht ein neues „Römerbad“ hoch

Noch ist der künftige Sauna-Club eine Baustelle. Am Pool unterhält sich der Bauherr mit Liebesmädchen Jenna, die sich vorstellen wollte.

Noch ist der künftige Sauna-Club eine Baustelle. Am Pool unterhält sich der Bauherr mit Liebesmädchen Jenna, die sich vorstellen wollte.

Köln – Die Stange ist das Problem. Steckt zwischen Decke und Whirlpool fest. Jetzt soll aber noch eine schicke Fliese drunter. Damit das gute Stück, an dem Jenna (24, auf Jobsuche) schon mal Hand anlegt, richtig nobel aussieht.

Aber wie kommt eine Stange elegant durch die Kachel? „Täglich neue Problemchen“, stöhnt der Boss. „So ist das, wenn man sich ’nen Puff baut...“

Betörende Musik, ploppende Champagnerflaschen. An der Bar feuchtfröhliche Herren in Bademänteln, im Zentrum ein mit Palmen gesäumter Pool voll mit splitternackten Prostituierten. So ging’s zu, sündige 30 Jahre lang, im „Römerbad“ in Ehrenfeld. Kölns legendäre Nacht- und Nacktattraktion für Generationen an Freiern.

Doch vor einem Jahr musste der alte Sauna-Club schicken Neubauwohnungen weichen. Jetzt will der „Boss“, wie sich der Unternehmer nur nennt, den Mythos wieder aufbauen. Aber wie?

Alles zum Thema Musik

„Zunächst braucht man langen Atem für Behörden – und für die richtige Immobilie“, erzählt er über den Flachbau an der Mathias-Brüggen-Straße. „Neben schönen Mädchen mit vielen Stammkunden ist natürlich auch das Farbenspiel wichtig.“

Und so funktioniert sein Puff: Im klinisch reinen Untergeschoss macht sich der Gast nackig und duschfrisch. Im ferrari-roten Erdgeschoss soll der Bademann(tel) dann auf Touren kommen. Um im eigelben Obergeschoss mit einer Dame in einem von acht bunten Salons zu verschwinden. Voilà!

Ein Dutzend Handwerker ackert für den Boss, damit aus seiner Baustelle – über 170 Kubikmeter Müll holte er raus, steckte Hunderttausende Euro rein – ein amtlich genehmigter Sündenpfuhl wird. Im September soll’s dann so weit sein. Jenna hat derweil den Boss überzeugt: „Bist engagiert!“

Puff-Bauer: Vor der Lust wartet der Behörden-Dschungel

Ich will auch einen Puff bauen. Was muss ich tun?

Wer sich diese Frage stellt, hat einiges vor: Das Bauaufsichtsamt erteilt nach diversen Prüfungen eine Baugenehmigung, das Ordnungsamt die Gaststättenerlaubnis.

Dafür wird u.a. das Führungszeugnis gecheckt. Beim Steueramt muss man die Zahlung von Sex-Steuer und ggf. Sozialversicherungsbeiträgen für die Huren anmelden.

Hat man alles zusammen, kann man beim Gewerbeamt dann den Puff anmelden. Ordnungsamt-Chef Robert Kilp: „Die Behördengänge dauern rund fünf Monate.“

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.