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Howard CarpendaleMega-Überraschung beim Abschiedskonzert in Köln

Howard Carpendale singt mit seinem Sohn Wayne.

Copyright: Daniela Decker

Ein historischer Augenblick: Howard Carpendale (l.) sang am Mittwochabend (18. März 2026) erstmals im Duett mit seinem Sohn Wayne.

Schlager-Ikone Howard Carpendale befindet sich auf seiner Abschiedstournee. Beim Auftritt in Köln hatte der 80-Jährige eine echte Überraschung im Programm. Erstmals sang er mit seinem Sohn Wayne.

War es das jetzt wirklich, oder sagt er demnächst wieder „Hello again“? Der Abschied wäre ein würdiger gewesen, den Howard Carpendale am Mittwochabend (18. März 2026) in der Kölner Lanxess-Arena hingelegt hat. Aber wiederholt sich die Geschichte nochmal?

Im Dezember 2003 hatte die Schlager-Ikone in Köln ebenfalls ein Abschiedskonzert gegeben und anschließend unter dem Titel „Das Finale“ als Live-Mitschnitt veröffentlicht. Bekanntlich kehrte der Sänger und Komponist vier Jahre später ins Rampenlicht zurück.

Howard Carpendale: 10.000 Fans feiern Abschiedskonzert in Köln

Seit diesem Moment muss sich Carpendale immer wieder den Spott gefallen lassen, dass er der Künstler mit den meisten Comebacks sei, obwohl dies gar nicht stimmt. Das Konzert vor 10.000 begeisterten Fans wollte er deshalb erneut nicht als endgültigen Schlussstrich verstanden wissen.

„Es war so schön. So viel Wärme, so viel Freundschaft“, schwärmte er nach einem umjubelten zweieinhalbstündigen Auftritt. „Das ist nicht der Schluss meiner Karriere, nur der Tourneen. Wenn ich kann und wenn ich darf, werde ich noch mal irgendwo auf einer Bühne stehen.“ Die Abschiedstour dauert ohnehin noch bis September.

700 Songs hat er in seiner Karriere aufgenommen. Die hervorragende 15-köpfige Band hält Carpendales Werk frisch und jung, die Klassiker haben einen neuen musikalischen Anstrich bekommen. „Zeitlos“ heißt das jüngste Album, auf dem die Schlager-Hits neu interpretiert wurden. Damit schaffte er es nach 60 Jahren Bühnenpräsenz erstmals auf Platz 1 der Charts. 16 der Titel waren in Köln zu hören.

Diese späte Wertschätzung und die Liebe, die ihm in der Lanxess-Arena entgegenschlug, freuten „Howie“. Dass der Megastar im Januar seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, war ihm jedenfalls nicht anzumerken. „Ich bin jetzt 4000 Wochen alt, das klingt doch viel schöner“, sagte er lachend. „Ich bin kein alter Sack, sondern ein junger, der sehr gerne gelebt hat.“

Howard Carpendale singt bei seinem Konzert.

Copyright: Daniela Decker

„Meine Abschiedstournee“ lautete das Motto der Show von Howard Carpendale, zu der 10.000 Fans in die Lanxess-Arena gekommen waren.

Zwischendurch erzählte er immer wieder Witze, huldigte seinem Vorbild Udo Jürgens („Ich würde nicht hier stehen, wenn es Udo nicht gegeben hätte“) und sang sich mit kräftiger Stimme und charmantem Akzent durch sein Repertoire.

„Fremde oder Freunde“, „Tür an Tür mit Alice“, „Samstag Nacht“, „Wem (erzählst du nach mir deine Träume)“, „Deine Spuren im Sand“, „Laura Jane“, „Das schöne Mädchen von Seite 1“, „Nachts, wenn alles schläft“ – die Fans sangen alle Schlagerkracher begeistert mit. Aber zwischendurch streute er auch außergewöhnlichere Perlen ins Programm.

Howard Carpendale singt bei seinem Konzert auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Howard Carpendale wurde von einer 15-köpfigen Band begleitet. Sie sorgte dafür, dass die Klassiker immer noch frisch klingen.

„Unter einem Himmel“ war bereits eine wunderbare Aussage zur aktuellen politischen Lage. „Ihr Großen dieser Erde“ klang aktueller denn je, ist jedoch schon aus dem Jahr 1978. „Du bist doch noch hier“ ging mächtig unter die Haut. Bei „Das alles bin ich“ vergaß er zwischendurch den Text. „Ich arbeite nicht gerne mit einem Teleprompter, weil ich in eure Augen sehen will und nicht auf solch ein Gerät“, sagte er charmant.

Howard Carpendale leidet sehr mit dem 1. FC Köln

Die Köln-Station der Tour war aus mehreren Gründen eine ganz besondere. Nach seiner Kindheit in Südafrika habe er zwei Jahre in England gelebt, viele Jahre in Köln, in Miami, in Palm Beach und dann in München. „Ich meine es ganz ernst, wenn ich an all die Jahre zurückdenke. Es gab niemals eine fröhlichere Spaßstadt als Köln. Es gibt schönere Städte, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich den Dom sehe.“

Aber da gebe es ja noch ein Problem. „Ich hätte auch gerne länger hier gelebt, aber ich hielt das nicht aus mit dem 1. FC Köln“, scherzte er. „Die müssen den Ball ins Netz kriegen. Freunde, die dürfen nicht wieder in die zweite Liga absteigen. Ich schaue jedes Wochenende. Das letzte Spiel der Saison ist gegen Bayern, das geht nicht, sie müssen jetzt Punkte sammeln. Es ist eine Katastrophe. Ganz ehrlich: Wenn Köln Fußball spielen könnte, wärt ihr eine Weltstadt.“

Howard Carpendale singt mit Sohn Wayne.

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Ein ganz besonderer Moment beim „Heimspiel“ für Howard Carpendale. Sohn Wayne sang mit ihm „Stand by Me“.

Zum bisher größten Konzert der Abschiedstournee war auch Carpendales Patchwork-Familie gekommen. Ehefrau Donnice saß ebenso in der Lanxess-Arena wie Enkel Mads. Die größte Überraschung erlebte das Publikum nach der Pause. Da kam es zu einem absoluten Novum. Carpendales Sohn Wayne, der in Frechen geboren wurde, kam erstmals zu einem Duett mit seinem Vater auf die Bühne.

„Lange haben wir gewartet, nie haben wir’s gemacht. Hier sollte es sein“, freute sich der 48-Jährige. Auch Papa Howie war mächtig aufgeregt. „Er steht seit langer Zeit hinter der Bühne, schaut zu, gibt mir Tipps. Es ist eine unglaubliche Beziehung, die ich zu ihm habe, und darum liebe ich ihn wirklich sehr. Ich habe es immer vermieden, aber einmal möchte ich mit ihm singen.“

Stefan Löcher überreicht Howard Carpendale einen Preis.

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Lanxess-Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher (l.) überreichte Howard Carpendale zum Tour-Abschied einen Award der Halle.

Schließlich hat Wayne im Vorjahr den dritten Platz bei der TV-Show „The Masked Singer“ belegt. Zusammen sangen sie „Stand by Me“, den Klassiker von Ben E. King, ehe sie sich glücklich in die Arme fielen.

Allein dieser historische Moment machte aus dem Konzert ein ganz besonderes. Mit den Dauerbrennern „…dann geh doch“ und „Ti amo“ endete gegen 23 Uhr der Auftritt einer Legende. „Danke für all die Jahre“, stand auf dem Award, den Arena-Chef Stefan Löcher dem 80-Jährigen überreicht hat. „Es ging mir immer um Emotionen. Ich weiß nicht, ob es noch mal passiert, dass ich hier sitze“, sagte Carpendale glücklich.

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