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Marisol Corboud totKöln trauert um berühmte Witwe – OB spricht Beileid aus

Marisol Corboud, hier im Mai 2024 beim Spatenstich für den Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud.

Copyright: Michael Bause

Marisol Corboud, hier im Mai 2024 beim Spatenstich für den Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud.

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Marisol Corboud, Witwe des Kunstmäzens Gérard Corboud, ist tot. Ihr Name ist untrennbar mit einem der bedeutendsten Museen der Stadt verbunden. OB Torsten Burmester kondoliert der Familie.

Marisol Corboud ist am 29. April 2026 im Alter von 89 Jahren gestorben, wie die Stadt am Montag (4. Mai) mitteilte. Die gebürtige Kölnerin war die Frau des Schweizer Kunstmäzens Gérard J. Corboud, der im März 2017 verstarb. Gemeinsam lebten sie viele Jahre in Köln – und hinterließen der Stadt ein kulturelles Erbe, das bis heute prägend ist.

Im Jahr 2001 übergaben Marisol und Gérard Corboud ihre umfangreiche Privatsammlung von mehr als 170 Gemälden – hauptsächlich Werke des Impressionismus und Neoimpressionismus – dem Wallraf-Richartz-Museum als Dauerleihgabe. Aus Dank und zu Ehren des Stifter-Ehepaars trägt das älteste Museum der Stadt seither den Namen Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Seit dem Tod ihres Mannes stand Marisol Corboud der Fondation Corboud als Präsidentin vor.

Ein Name, der bleibt

Oberbürgermeister Torsten Burmester sprach der Familie nach dem Tod von Marisol Corboud sein Beileid aus. „Mit Marisol Corboud verliert Köln eine Persönlichkeit, die gemeinsam mit ihrem Mann das kulturelle und gesellschaftliche Leben unserer Stadt über viele Jahre hinweg in besonderer Weise geprägt hat“, so Burmester. „Durch die großzügige Dauerleihgabe der Sammlung impressionistischer und neoimpressionistischer Gemälde wurde Kunst von herausragender Bedeutung dauerhaft für die Öffentlichkeit in Köln zugänglich gemacht.“

Das Engagement des Ehepaars reichte weit über die Schenkung von 2001 hinaus. Gérard Corboud setzte sich über Jahrzehnte leidenschaftlich für das Wallraf-Richartz-Museum ein – zuletzt auch für dessen geplanten Erweiterungsbau.

Eingang zum Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln

Copyright: imago images/Horst Galuschka

Eingang zum Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln

Im vergangenen Jahr erfolgte die Grundsteinlegung für dieses Projekt. Burmester: „Mit der im vergangenen Jahr erfolgten Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau des Museums wird dieses außergewöhnliche kulturelle Engagement auch für kommende Generationen sichtbar fortgeführt werden.“

Auch das Museum erinnert an Marisol Corboud, dort heißt es auf der Internetseite: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud werden Marisol Corboud stets in sehr dankbarer Erinnerung behalten.“

Das Ehepaar Corboud steht exemplarisch für bürgerliches Mäzenatentum, das der Öffentlichkeit zugutekommt. Marisol Corboud, selbst Kölnerin, hat ihrer Heimatstadt zusammen mit ihrem Mann damit ein Geschenk hinterlassen, das täglich tausende Besucher erleben können. (mg)

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