Stromausfall in Köln Noch 250 Objekte ohne Strom – RheinEnergie fürchtet Unfall

Autor verrät erste Details Fans feiern: Kölner Netflix-Hit geht endlich weiter

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Autor Stefan Titze (2. v. l.) mit Sebastian Colley (l.), Matthias Murmann und Philipp Käßbohrer bei den Filmfestspielen von Cannes 2019.

Köln – Als der Autorenraum der Böhmermann-Sendung „Neo Magazin“ über die deutsche Online-Drogenseite „ShinyFlakes“ stolpert, sitzt auch Jung-Autor Stefan Titze mit seinen damals 21 Jahren mit in der Runde. Allen Beteiligten ist klar: Das wäre eine mega Serie. In einem Dänemark-Urlaub ein paar Jahre später bringt der in Ehrenfeld wohnende Titze die Idee schließlich zu Papier.

Obwohl er noch nie eine Serie geschrieben hat, wird das Konzept der Kölner Produktionsfirma „bildundtonfarbik“ bei Netflix schließlich angenommen und die Serie ein internationaler Erfolg. Am Dienstag (21. Juli) startet bereits die zweite Staffel.

How to Sell Drugs Online (Fast): Netflix veröffentlicht die zweite Staffel

Fliegt der Drogenversandshop auf, weil seine Freundin zufällig über Ecstasy im Zimmer stolpert? Mit einem großen Cliffhanger endet die erste Staffel der deutschen Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“. Der Nerd Moritz Zimmermann baut darin aus seinem Kinderzimmer zusammen mit seinem besten Freund den größten Online-Drogenhandel Europas auf. Statt Fernsehern und extra schmalen Portemonnaies auf Amazon, MDMA auf mydrugs.to.

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Inspiriert von der wahren Geschichte um Maximilian S., der die Internetseite ShinyFlakes betrieben hatte, und so von seinem Kinderzimmer in Leipzig aus zu einem internationalen Drogenbaron aufgestiegen war, fand die in Köln produzierte Serie How to Sell Drugs Online (Fast) großen Zuspruch.

How to Sell Drugs Online (Fast) begeistert Fans weltweit

Die Coming-of-Age-Show hat nicht nur deutsche Fans in ihren Bann gezogen. „Die meisten Leute, die unsere Serie schauen, kommen nicht aus Deutschland. Uns hat dabei ein überwältigend positives Feedback erreicht. Wir sind bis heute wahnsinnig erstaunt und stolz“, erklärt Autor Stefan Titze. „Wir freuen uns tierisch über die ganzen Nachrichten, die uns auf Sprachen erreichen, die wir nicht mal direkt zuordnen können. Vielleicht freuen sich die Leute, mal eine deutsche Serie samt einer dazugehörigen, realistischen Lebenswirklichkeit schauen zu können.“

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Schauspieler Maximilian Mundt spielt den nerdigen Online-Drogendealer Moritz Zimmermann.

Kein Wunder, dass Netflix auf eine Fortsetzung des Überraschungs-Hits drängte. Und so schreibt Titze im Alter von 25 bereits die zweite Staffel. Unterstützung erhält er dabei von Showrunner Philipp Käßbohrer und Sebastian Colley. Für die Fortsetzung wurde das Autorenteam mit Nathalie Thomas und Mats Frey verstärkt. Geschrieben in Ehrenfeld, gedreht im Raum Köln/Bonn. How to Sell Drugs Online (Fast), von seinen Fans liebevoll HTSDOF abgekürzt, ist ein echtes Lokal-Projekt.

How to Sell Drugs Online (Fast) erzählt Rotterdam in Ehrenfeld

Eine Herausforderung, wie Titze EXPRESS erklärt: „Wir drehen in einer Diplomatenschule in Bonn, das ist unser Hauptmotiv. Dort drehen wir die Klassenraum-Szenen, aber haben dort auch die Zimmer der Jugendlichen reingebaut. Eigentlich steht Moritz’ gesamtes Haus in einem ehemaligen Klassenraum. Das sieht ganz lustig aus.“

In der zweiten Staffel verlagert sich die Handlung mehr aus der fiktiven Kleinstadt Rinseln nach Rotterdam, wo Moritz mit holländischen Drogendealern zusammenarbeitet. Doch statt in den Niederlanden wurde oft vor Ort gedreht, wie Titze verrät: „Die neue Storyline, die in Rotterdam spielt, wird in Lofts in Ehrenfeld erzählt. Das Deli an der Oskar-Jäger-Straße ist das Office der Holländer.“ Eine Herausforderung, die selbst den Autoren erstaunt: „Es ist total spannend, wie viele Länder und Wirklichkeiten man hier in Köln erzählen kann.“

Erste Erfahrung sammelte Titze, der auch mit seinem Zweit-Projekt „Das Podcast-Ufo“ erfolgreich ist, zu Schülerzeiten, als er Glossen für die „Westfälische Rundschau“ schrieb. Für ein Journalistik-Studium zog es ihn aus Kamen nach Köln, wo er über ein Praktikum bereits mit 19 Jahren Autor für die ehemalige Böhmermann-Sendung Neo Magazin wurde.

Stefan Titze war der jüngste Autor von Jan Böhmermann

Ein Umstand, den Titze selbst als glücklich reflektiert. „Die Wege auf dem Flur waren klein und so habe ich mitbekommen, dass noch Texte für die erste Sendung gesucht wurden. Da habe ich mich angeboten.“ Mut, der belohnt wurde. Aus dem Praktikanten wurde der jüngste Autor im Team um Jan Böhmermann. „Das war für mich unfassbar“, sagt der 25-Jährige heute.

Nach etlichen weiteren Projekten für ARD, ZDF und Funk, rief schließlich Netflix. „Wir haben ehrlicherweise alle nicht so wirklich daran geglaubt, dass wir eine Netflix-Serie schreiben, bis wir es schließlich selbst bei Netflix anklicken konnten“, gesteht Titze.

Netflix schenkt Autorenteam Vertrauen

Ein faszinierender Arbeitgeber, dem er zu Dank verpflichtet ist: „Wir kommen ja eigentlich aus der Comedy, da finde ich es total cool, dass man uns die Möglichkeit gegeben hat, eine Serie zu schreiben.“

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Für die zweite Staffel schaute sich das Autorenteam viele zweite Staffeln von erfolgreichen Serien an. „Was haben die gemacht, wie haben die Charaktere attackiert? Haben sie sie vor neue Hindernisse gestellt?“ Fragen, die Titze vor dem Launch der zweiten Staffel beantworten kann: „Moritz muss in dieser Staffel lernen, seine Work-Life-Balance hinzubekommen. Er hat neben dem Drogen-Geschäft noch eine Beziehung, pendelt die ganze Zeit zwischen diesen Polen hin und her und muss seinen Weg finden.“

Für den Zuschauer verspricht Titze viel Spannung: „Es wird alles gefährlicher, größer, lauter. Moritz hat noch mehr mit der Businesswelt zu kämpfen, die er für eine Start-up-Welt hält, tatsächlich aber eine kriminelle Drogenwelt ist. Ich bin sehr gespannt und aufgeregt.“ How to Sell Drugs Online (Fast) erscheint am 21. Juli auf Netflix.

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