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Horror an HaltestelleHunderte Kölner reagieren – „Schulweg durch diese Kloake“

An der Haltestelle Appellhofplatz liegen beziehungsweise sitzen Menschen auf dem Boden.

Copyright: Arton Krasniqi

An der Haltestelle Appellhofplatz liegen beziehungsweise sitzen Menschen auf dem Boden. Das Foto wurde am 7. April 2026 gemacht. 

Die Kölnerin Sabine M. hat Angst, frühmorgens an der Haltestelle Appellhofplatz auszusteigen. Auf ihre Schilderungen haben viele reagiert. 

Herumliegende Junkies zwischen Blutlachen, Erbrochenem und Müll: Die Haltestelle Appellhofplatz ist für die Kölnerin Sabine M. (57) ein Albtraum. „Als Frau ist es gruselig, dort entlangzulaufen“, schilderte sie gegenüber EXPRESS.de.

Mit ihrer Meinung traf die 57-Jährige einen Nerv. „Der Friesenplatz ist genauso schlimm! Ich muss auch über Junkies und Obdachlose klettern, damit ich zum Ausgang und zu meiner Arbeitsstelle komme. Es ist in den letzten vier Monaten noch schlimmer geworden. Ich als Frau habe Angst in die U-Bahn zu gehen“, erzählt eine EXPRESS.de-Leserreporterin. Und sie ist bei Weitem nicht alleine. 

Horror-Haltestellen in Köln: Schulweg durch die Kloake

„Wiener Platz, Neumarkt, Friesenplatz, Hansaring… die Liste lässt sich beliebig erweitern. Wir sehen der Verwahrlosung tatenlos zu. Ja, es sind hilfsbedürftige Menschen. Aber das als Argument zu nennen, weshalb sie U-Bahn-Stationen als Toilette benutzen dürfen, erschließt sich mir nicht“, schreibt ein Leserreporter. 

In Großstädten wie London und Paris erlebe man diese erbärmlichen Zustände nicht. Er meint: „Warum regelt man nicht den Zugang? Es ist schwer zu ertragen, unsere Kinder tagtäglich auf dem Schulweg durch diese Kloake zu schicken.“

Ein anderer Leserreporter erklärt, dass er täglich gegen 7 Uhr an der U-Bahnhaltestelle Christophstr./Mediapark aussteige, um zur Arbeit zu kommen. „Da ich auf einen Rollator angewiesen bin, muss ich den Fahrstuhl benutzen. Aber aufgrund von Obdachlosen/Drogenabhängigen, die vor dem Fahrstuhl schlafen, ist es kaum möglich“, beklagt er. 

Paulina P. (27) erzählt, dass sie in der Nähe der Haltestelle Appellhofplatz wohne. „Jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit in Richtung Neumarkt sehe ich mehrere stark verschmutzte Ecken, unter anderem mit menschlichen Fäkalien. Es kommt sogar regelmäßig vor, dass ich Obdachlose dabei sehe, wie sie ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichten. Auch die Eingänge der Geschäfte rund um den Neumarkt sind nahezu täglich stark verschmutzt. Häufig liegen dort am Morgen Menschen aus der Drogenszene“, berichtet sie. 

Am 9. April habe sie ein besonders belastendes Erlebnis gehabt. Sie sei um Geld angebettelt worden, als sie den Kopf schüttelte, habe der Mann aggressiv reagiert und sie angespuckt. „Ich flüchtete daraufhin in die gerade einfahrende Bahn, jedoch folgte mir die Person und spuckte mich dort erneut an“, so Paulina P. Eine Mitfahrerin habe die Polizei gerufen. 

Hunderte Kommentare auf der EXPRESS-Facebookseite

Auch auf der EXPRESS-Facebookseite sammeln sich unter dem Bericht von Sabine M. inzwischen bereits mehr als 300 Kommentare. 

„Über Jahrzehnte am Neumarkt morgens gegen 7 Uhr angekommen, da waren sie schon auf der Zwischenebene der U-Bahn-Haltestelle zur Bibliothek am Spritzen. Sehr traurig, waren aber harmlos, wenn sie noch nicht voll waren, haben sie auch nett gegrüßt. Dann lagen sie da eh erstmal den halben Tag vollgedröhnt herum. Dealer waren immer unten in der Tiefgarage am Museum. Das ist bestimmt immer noch so, aber ich fahre da nicht mehr lang. Die Stadt bekommt das einfach nicht in den Griff“, schreibt Monika N. 

Dimitri H. berichtet, dass er zuletzt nachts an der Haltestelle Appellhofplatz vorbeigegangen sei: „Eine reinste Hölle und die Polizei ist nie da. Eine Schande für Köln.“

Nicole K.: „Ich finde es an so vielen Orten so schlimm, zum Beispiel als Frau über den Wiener Platz zu gehen und da abends vielleicht auch noch auf den Bus warten zu müssen.“ Ähnlich schlimm sei die Kalker Kapelle.

Welche ist für euch die schlimmste Haltestelle in Köln? Was müsste geändert werden, damit ihr euch sicher fühlt?

Hau raus!

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Es sei verdammt schwer, darüber zu urteilen, meint Ralf P. „Der Anblick ist schlimm und man bekommt Angst beim Vorbeigehen. Es ist auch sehr traurig, was diese Menschen sich dort antun“, erklärt er und räumt ein: „Niemand kennt aber ihre Vergangenheit, warum das alles so gekommen ist. Fast keiner bietet Hilfe an. Aber fast alle schimpfen und verspotten die Menschen.“

Ralf P. erzählt offen: „Ich finde es auch nicht gut, wie sie da rumhängen und sich immer weiter selbst zerstören, jedoch verstehe ich oft die Menschen. Nicht jeder, sondern nur wenige, schaffen es, aus der Sucht rauszukommen. Ich spreche aus Erfahrung, ich bin selber trockener Alkoholiker und habe nach jedem Absturz wieder gekämpft. Es ist eine unheilbare Krankheit, die man nur mit einem starken Willen stoppen kann, die aber jederzeit wieder ausbrechen kann.“

Sein wichtiger Appell: „Versucht, vorsichtig zu helfen, aber verurteilt die Menschen nicht sofort. Dir kann es auch ganz schnell passieren.“

Auch Karin T. merkt an: „In vielen anderen Städten ist es nicht anders, soll nicht heißen, dass ich es gut finde. Aber wer hilft diesen Menschen? Sie werden von A nach B verscheucht, ohne das Problem lösen zu wollen.“ 

Die Stadt warnt vor Blaualgen am Theodor-Heuss-Weiher am Ebertplatz.

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