Er schrieb Hit an HitHöhner-Legende Peter Horn: Darum trete ich von der Bühne ab

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So kennen die Fans Peter Horn: Auf der Bühne war er immer als Clown geschminkt.

von Bastian Ebel (bas)

  • „Blootwosch, Kölsch un e lecker Mädche“, „Ich bin ene Räuber“, „Dat Hätz vun der Welt“, „Echte Fründe“ – diese Songs sind absolute Evergreens, die für viele schon im kölschen Kulturgut verankert sind. Und sie stammen allesamt aus der Feder von Peter Horn.
  • Im EXPRESS-Gespräch erzählt der im Vringsveedel geborene Musiker seine Beweggründe, dem aktiven Karneval nach über 40 Jahren den Rücken zu kehren.

Köln  – Nein, Peter Horn war nie weg. Aber der heute 66-jährige Musiker hat auch nie Aufhebens um seine Person gemacht. Dabei ist der Mann mit dem Clownsgesicht eine Legende im kölschen Karneval und darüber hinaus. Doch jetzt hat er wohl die Entscheidung seines Lebens getroffen. „2020 ist definitiv Schluss“, sagt er mit Wehmut, ein wenig Stolz und mit vielen schönen Erinnerungen.

„Blootwosch, Kölsch un e lecker Mädche“, „Ich bin ene Räuber“, „Dat Hätz vun der Welt“, „Echte Fründe“ – diese Songs sind absolute Evergreens, die für viele schon im kölschen Kulturgut verankert sind. Und sie stammen allesamt aus der Feder von Peter Horn.

„Man muss wissen, wann es genug ist“

Im EXPRESS-Gespräch erzählt der im Vringsveedel geborene Musiker seine Beweggründe, dem aktiven Karneval nach über 40 Jahren den Rücken zu kehren. „Ich finde, dass die Leute sagen sollen: Schön, dass du da warst. Und nicht: Schön, wenn er endlich geht“, sagt Horn ganz uneitel. „Man muss irgendwann auch mal erkennen, wann es genug ist.“

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Das waren noch Zeiten: Um 1970 entstand dieses Foto der Höhner mit Peter (unten rechts) als Frontmann.

Was für eine selbstlose Einstellung des Mannes, der bereits mit sieben Jahren nur noch seine Gitarre kannte und 1977 bei den Höhnern einstieg. Zehn Jahre war Horn das Gesicht der Band, ehe er 1987 ausstieg und alleine im Karneval weiter machte.

Und dann gab es da noch die kongeniale Zusammenarbeit mit F.M. Willizil, ebenfalls einem Ex-Hohn: Als „Kölsch Fraktion“ ziehen sie seit 2008 durch die Säle – ab 2020 wird Willizil dann alleine mit Musikerkollegen weiter machen. Horn zieht eine positive Bilanz: „„Ich blicke vor allem glücklich zurück. Mit dem Wort Stolz habe ich es nicht so.“

Wenn er nach seinen Highlights in über vier Jahrzehnten Bühnen-Präsens gefragt wird, kommt es bei „Däm Clown“ wie aus der Pistole geschossen. „Zum 40-jährigen Geburtstag der Höhner war so ein Moment. Da bin ich auf die Bühne gekommen und war total geflasht.“

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Seit 2008 Peter Horns (l.) musikalisches Zuhause: Die Kölsch Fraktion mit Simon Bay (M.) und F.M. Willizil. Willizil wird ab 2020 auf jeden Fall weiter machen.

Ein weiterer Moment, an den sich Peter gerne zurückerinnert. „Als mir die Wendung bei „Ich bin ene Räuber“ eingefallen ist“, lacht er. Denn im Song heißt es dann „Ich bin OCH ene Räuber, leeven Pitter.“ Ein Clou, wie sich herausstellte. „Da bin ich zu meiner Frau ins Wohnzimmer gestürmt und die meinte: Peter, dat isset.“

Wie wahr! Bis 2020 hat Peter Horn noch Zeit, die Bühne zu genießen. „Das werde ich auch machen. Auch wenn ich weiß, dass dann ein Lebensabschnitt zu Ende geht, mit dem ich sehr glücklich war.“ Eine kölsche Legende tritt ab – wohl ein weiterer Verlust für die Stadt.