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Neue Version vom größten HitKölner Pop-Legenden wagen Comeback

Nikolai Kaeßmann, Freddy Ovens und Gerald Dellmann von der Band Gänsehaut.

Copyright: Monopol Records

Die Kölner Band Gänsehaut besteht 45 Jahre nach ihrer Gründung jetzt aus Nikolai Kaeßmann, Freddy Ovens und Gerald Dellmann (v.l.).

Die Kölner Band Gänsehaut veröffentlicht 45 Jahre nach ihrer Gründung ein Comeback-Album. Darauf ist auch der bisher größte Hit der Gruppe, „Karl, der Käfer“, in einer aktuellen Version zu hören.

Als Keyboarder Gerald Dellmann Anfang der 80er Jahre in seiner Dachgeschosswohnung in Ehrenfeld einen Text zu Papier brachte, startete er damit eine Pop-Band, die mit dem Song „Karl, der Käfer“ einen Kult-Hit erschuf.

Der Titel vom Kölner Trio Gänsehaut schaffte es bis auf Platz 23 der deutschen Singlecharts und war 17 Wochen lang platziert. Im Jahr, in dem die Grünen erstmals in den Bundestag einzogen, wurde der Song zur ökologischen Hymne.

Höhner-Musiker spielt bei neuer Version von „Karl, der Käfer“ mit

„Karl, der Käfer, wurde nicht gefragt, man hatte ihn einfach fortgejagt“, sang die Band sogar in der ZDF-Hitparade. Auch das Album „Schmetterlinge gibt’s nicht mehr“ schaffte es in die Charts. Darauf unter anderem auch „Johanna das Huhn“, das später von den Höhnern gecovert wurde.

Drei Jahre nach dem Durchbruch verstarb Sänger Wolfgang Hieronymi im Alter von gerade einmal 30 Jahren. Das Projekt Gänsehaut ruhte daraufhin über viele Jahre. „Ich habe mir aber weiterhin Textideen aufgeschrieben“, sagt Dellmann. „Die Themen kommen einfach aus mir heraus.“

2022 stellte der heute 72-Jährige die Band neu zusammen. An seiner Seite ist Nikolai Kaeßmann als Musiker, Komponist und Produzent fest dabei. Komplettiert wird das Trio durch den erst 24-jährigen Sänger Freddy Ovens, der mit seiner rauchigen Stimme wie eine Mischung aus Casper, Henning May und Ben Zucker klingt. Entdeckt wurde der beim Nachwuchsförderprogramm „School Jam“, das Dellmann vor einem Vierteljahrhundert gegründet hat.

Nach den ersten Singles ist mit „Morgendämmerung“ ein komplettes Comeback-Album entstanden, das am 31. Juli 2026 erscheint. Zum 45-jährigen Bandjubiläum klingen die 15 Songs musikalisch frischer, thematisch aber weiterhin engagiert. „Oh mein Gott, warum kommst du nicht runter? Ohne dich geht die Welt hier unter“, heißt es beispielsweise. „Ich bin dafür“, „Welt in Gefahr“ und „Tick Tack“ sprechen weitere Probleme im Zusammenleben an.

Cover des Gänsehaut-Albums „Morgendämmerung“.

Copyright: Monopol Records

Das Cover des neuen Gänsehaut-Albums „Morgendämmerung“.

„Ich bin eigentlich ein durch und durch positiver und lustiger Mensch“, sagt Dellmann zu EXPRESS.de. „Aber mir fallen Dinge auf. Die Welt wird schließlich nicht besser. Diese Texte fühle ich.“ Ovens passte mit seinem Gesangsstil perfekt zum sozialkritischen Ton der Band. „Wir wollten eine ganz andere Stimme haben als die von Wolfgang. Es sollte nicht einfach eine Fortsetzung der Gänsehaut-Geschichte werden, sondern ein eigenes Kapitel.“

Auf dem Album findet sich auch eine Neuaufnahme des Kult-Hits um Käfer Karl wieder. „Eigentlich wollten wir uns von dem Titel lösen. Aber einerseits steht Gänsehaut für Karl. Außerdem ist der Inhalt leider nach wie vor aktuell“, sagt der Komponist. In der neuen Version dominiert nun die E-Gitarre. Zudem spielte Höhner-Musiker Jens Streifling einen Saxofon-Teil ein.

Der Multiinstrumentalist steuerte auch sein Sopran-Saxofon zum Song „Der Clown“ bei. Höhner-Produzent Thomas Brück war einst für die ersten beiden Gänsehaut-Alben verantwortlich. Damals wirkte auch Jürgen Fritz, seit Jahren musikalischer Leiter von Tommy Engel, im Studio mit. Bei Live-Auftritten saß der heutige Brings-Schlagzeuger Christian Blüm mit auf der Bühne.

Gruppenbild der Kölner Band Gänsehaut.

Copyright: School Jam/Helge Strauss

Die Band Gänsehaut schlägt mit ihrem neuen Frontmann Freddy Ovens (r.) ein neues Kapitel auf.

Beim neuen Album haben Gitarrist Marco Wriedt, Bassist Martin Engelien, Cellist Rupert Gillett, der Kölner Chor Wilder CHORiander sowie Metti D. und Micky Steinhauer (Background Vocals) mitgemacht. Peter Gorges aus dem Umfeld von Hans Zimmer schrieb das Instrumentalstück, das dem Werk den Titel gegeben hat.

Dellmann denkt beim Comeback nicht mehr in Chartplatzierungen und Erfolgen. „Es geht uns nicht darum, mit den Songs reich und berühmt zu werden. Durch Wolfgangs Tod ist das Gänsehaut-Projekt damals abrupt gestoppt worden. Dieses Album ist gewissermaßen ein Rückblick auf die vergangenen 40 Jahre. Die Produktion hat so viel Spaß gemacht. Das war unser Antrieb. Es war einfach an der Zeit, noch mal etwas zu machen.“

Die neu errichtete Lkw-Schrankenanlage auf der A4 in Höhe der Anschlussstelle Eifeltor ist freigegeben.
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