Die Bhagwan-Disco in Köln war Kult. Es gab die kleine und die große. Jetzt postete TV-Legende Frank Fussbroich ein Foto von damals.
Wilde Zeiten in der City Frank Fussbroich über Kölner Kult-Disco: „Ich fand's geil“

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Feiernde in der „Kleinen Bhagwan“-Disco (Archivfoto)

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Es gibt sie nicht mehr, aber die Erinnerungen leben weiter. In den Köpfen von Tausenden Kölnerinnen und Kölnern, die in den 80er Jahren ihren Weg ins Belgische Viertel fanden. Die Bhagwan-Disco – die kleine Baggy auf der Brabanter Straße und später die berühmte große Baggy am Ring – war mehr als ein Club. Sie war eine Welt für sich.
„Wir waren jung, haben getanzt und hatten Sex. Wir lebten einen Traum“, erinnert sich Swami Ramateertha, bürgerlicher Name Robert Doetsch, vor 20 Jahren im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
„Wir waren jung, haben getanzt und hatten Sex. Wir lebten einen Traum“
1982 eröffneten Bhagwans Kölner Jünger die erste Sannyas-Disco der Welt auf der Brabanter Straße – aus der Not heraus: „Die Nachbarn beschwerten sich, weil unsere Meditationen zu laut wurden. Also brauchten wir einen neuen Raum.“ Als dann die Massen kamen, habe man gar nicht gewusst, wie man damit umgehen sollte. „Wir waren so naiv. Ich hatte gar keine Ahnung, wie man eine Disco führt“, so Doetsch damals.
Die Läden kamen an. Die Räume waren hell, geräumig, mit weißen Wänden und einer großen Tanzfläche. Ganz anders als das, was Köln bis dahin kannte. Ein Jahr später musste eine zweite Disco her: die „Große Baggy“ am Ring, mit Platz für 2000 Menschen.
Das Belgische Viertel bekam Spitznamen: „Sannyas City“, „Quartier Rajneesh“. Viele Kölner Jugendliche pilgerten in die Tanztempel, in denen ihre Eltern nichts als Sünde und Verführung vermuteten.
Auch TV-Legende Frank Fussbroich (58) gehörte zu den Gästen. „Ich fand's geil da“, schreibt er bei Facebook und postet ein Erinnerungsfoto. In den Kommentaren erinnern sich die Stammgäste – die sind überwältigt.
„Legendär, und danach ging es zu ‚Wurst Willy‘ an der Ecke“, schreibt der ehemalige Besucher Markus. „Baggy“-Fan Oliver ergänzt: „Da war ich jedes Wochenende, hab von 1983 bis 1988 in Köln studiert. Es war die beste Zeit.“
„Jahrelang jeden Samstag in die kleine Bhagwan abtanzen, Absacker im Santa Marlena und nach Hause duschen“, so lief es bei Karin ab.

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Frank Fussbroich mit seiner Frau Elke. Das Foto wurde im Mai 2026 aufgenommen.
„Ja, kenne ich noch, und im Big Ben um die Ecke war ich oft. Eine Straße weiter Love Story und um die Ecke La Playa, da habe ich dann gearbeitet. War 'ne geile Zeit die 80er“, ist Petra immer noch begeistert.
Sab hat zuletzt die Räumlichkeiten nochmal besucht: „Mein absoluter Stammladen. Und heute sieht es da drin immer noch so aus. Ich habe 'nen Türsteher gefragt, ob ich mal einen Blick reinwerfen darf. Ich habe fast geweint.“

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Kurz vor dem Aus der Baggy-Zeit: der ehemalige Geschäftsführer Satbodh auf der leeren Tanzfläche
Während Köln tanzte, geriet der Guru auf seinem Anwesen in Oregon ins Visier der Justiz. Offiziell wegen Einwanderungsdelikten kassierte Bhagwan eine zehnjährige Bewährungsstrafe und verließ die USA.
Die Kölner Kommune löste sich 1986 auf und auch die kleine Baggy auf der Brabanter Straße schloss ihre Türen. Die große Baggy am Ring lief weiter, bis die Sannyasins am 22. Oktober 1995 nach zwölf Jahren die Pforten schlossen. Nicht wegen schlechter Geschäfte: „Ganz im Gegenteil, die Disco ist super gelaufen“, sagte Geschäftsführer Satbodh. Es war ein Generationenproblem. Die Gründer waren älter geworden, das Team immer kleiner.
Unter neuer Leitung eröffnete der Club am 10. November 1995 als „Move Club“ neu – ohne Bhagwan, ohne Meditation. „Die Disco hat sich aber ganz von jeder religiösen Idee gelöst“, sagte Promoter Chris Hübel damals. Heute befindet sich an der Adresse der Brabanter Straße 15 der „Rich Club Cologne“.
Die Jünger von einst aber leben ihre Träume weiter – im Buddha-Feld an der Venloer Straße, wo sich bis heute mehrere Sannyasin-Betriebe angesiedelt haben.

