Das „Rosa“ am Brüsseler Platz hat jetzt neu eröffnet. Der Platz gilt seit Jahren als Lärm-Hotspot.
Strenge RegelnKölner Problem-Platz mit neuer Gastro – Inhaber mit Versprechen

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„Rosa“-Eröffnung am Brüsseler Platz: Heinrich Philipp Becker (li., Gaffel), die Inhaber Wilke Stroman (Dritter von li.) und Konrad Essers sowie OB Torsten Burmester

Am Brüsseler Platz – Kölns berüchtigtem Lärm-Hotspot – hat am Pfingstmontag ein neues Lokal eröffnet.
Das „Rosa“ ist zurück! Mit einem offiziellen Fassbieranstich feierten die neuen Inhaber Wilke Stroman (Gründer von sparhandy.de) und Konrad Essers (Gründer und Geschäftsführer von Smartvélo) die Wiedereröffnung des bekannten Lokals im Belgischen Viertel – und das in bester Gesellschaft: Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester und Heinrich Philipp Becker, geschäftsführender Gesellschafter von Gaffel, griffen gemeinsam zum Zapfhahn.
Brüsseler Platz: Café, Bistro, Bar – und Kölsch am Abend
Das „Rosa“ soll nach dem umfassenden Umbau als Treffpunkt für den ganzen Tag funktionieren: morgens Kaffee, mittags Lunch, abends Aperitivo und frisch gezapftes Gaffel Kölsch. „Es wird auch eine kleine Mittagskarte geben“, sagte Stroman. „Der Plan ist, Anlaufstelle für alle zu sein.“
Auch Innen- und Außenbereich wurden neu gestaltet. Die regulären Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9 bis 23 Uhr, freitags von 9 bis 1 Uhr, samstags von 10 bis 1 Uhr und sonntags von 10 bis 21 Uhr. Im Sommer muss die Außengastronomie allerdings bereits um 22 Uhr schließen.
Stroman betonte ausdrücklich die Rücksicht auf die Nachbarschaft: „Aus Rücksichtnahme gegenüber den Anwohnern schließen wir in der Woche relativ früh.“ Das klingt vernünftig – und ist angesichts der aktuellen Lage am Brüsseler Platz wohl auch bitter nötig.
Um die Geräuschkulisse auf dem Platz wird seit Jahren gestritten. Zuletzt haben Anwohner beim Verwaltungsgericht Köln einen Antrag auf ein Zwangsgeld von 5000 Euro gegen die Stadt gestellt.

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Blick auf das neue „Rosa“ am Brüsseler Platz.
Der Vorwurf: Köln habe ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) vom September 2023 nicht umgesetzt, das effektiven Lärmschutz in den Nachtstunden vorschreibt. Das OVG in Münster bestätigte vergangene Woche, dass die Zwangsgeldandrohung rechtens sei – und kritisierte das Fehlen eines Gesamtkonzepts zur Lärmbekämpfung. Messungen aus März und April 2026 hätten trotz kühler Temperaturen Werte nur knapp unterhalb der Grenze zur Gesundheitsgefährdung ergeben.
OB Burmester zapft an – und schweigt zum Lärm
Dass ausgerechnet Oberbürgermeister Torsten Burmester persönlich zum Fassanstich erschien, dürfte manchen Anwohner die Zornesröte ins Gesicht treiben.
Derweil lobte Gaffel-Chef Becker das neue Konzept in den höchsten Tönen: „Mit viel Leidenschaft ist im ‚Rosa‘ ein Konzept entstanden, das den ganzen Tag über Menschen zusammenbringt. Genau solche Orte machen das Veedel und die Kölner Gastronomieszene aus.“
Ob das „Rosa“ mit seinen frühen Schließzeiten tatsächlich zur Entspannung am Brüsseler Platz beiträgt oder den ohnehin brodelnden Kessel weiter anheizt, wird sich zeigen.
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