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Rückkehr des Treffs gefordertKölner Feierabendmarkt „ein Ort, an dem unsere Stadt lebendig wird“

Der „MarktTreff“ am Rudolfplatz folgte auf „Meet & Eat“.

Copyright: Simon Westphal

Der „MarktTreff“ am Rudolfplatz folgte auf „Meet & Eat“.

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Zwei Abendmärkte am Rudolfplatz scheiterten an den rechtlichen Vorgaben. Nun soll die Stadt Köln Märkte mit Gastro-Schwerpunkt ermöglichen.

Gleich zwei Abendmärkte auf dem Rudolfplatz sind in diesem Jahr gescheitert – nicht an mangelndem Interesse, sondern an den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Im März war Schluss für „Meet & Eat“, ein Format, das jahrelang beliebt und erfolgreich war. Danach kam auch für den Nachfolger „Markt-Treff Rudolfplatz“ das Aus. Woran es lag? Die Märkte sollten Auflagen erfüllen, die offenbar nicht zu dem passten, was die Besucherinnen und Besucher wollten.

Feierabendmarkt: Rat verlangt ein transparentes Auswahlverfahren

Laut Gewerbeordnung gehören zu einem Wochenmarkt mehrere Frischehändler, die zum Beispiel Obst oder Gemüse anbieten. Die meisten Leute kamen donnerstagabends aber nicht für den Wocheneinkauf an den Rudolfplatz. Sie wollten essen und trinken, gerne auch Alkohol.

Jetzt macht die Politik Druck. Die Verwaltung soll die Grundlage dafür schaffen, dass wöchentliche Abendmärkte in der Innenstadt genau so laufen können, und zwar rechtlich abgesichert. CDU, SPD, Volt, FDP/KSG und Die Partei haben dazu am Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag in den Stadtrat eingebracht.

Das Problem: Ein Abendmarkt, bei dem Essen und Trinken im Mittelpunkt stehen, kann auf den Plätzen der Kölner Innenstadt aktuell nicht einfach als Wochenmarkt genehmigt werden. Rechtlich gilt er als Spezialmarkt. Und davon darf es nach dem städtischen Vergabekonzept für Innenstadtplätze nur eine begrenzte Zahl geben.

Die Stadt soll deshalb jetzt prüfen, welche Regeln für die Nutzung der Plätze geändert werden müssen. Außerdem soll sie eine rechtssichere Lösung für den Ausschank von Alkohol finden. Der Rat verlangt zudem ein transparentes Auswahlverfahren für Veranstalter, das auch eine Durchführung über mehrere Jahre möglich machen kann.

„Markt-Treff Rudolfplatz“: Frischehändler stiegen mangels Kundschaft aus

Mehr als zehn Jahre lang gab es den wöchentlichen Abendmarkt „Meet & Eat“, im März war Schluss. Das städtische Rechtsamt war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Markt die Anforderungen an einen Wochenmarkt nicht erfüllte. Im Fokus standen dort gastronomische Angebote.

Im April startete die Deutsche Marktgilde dann den Nachfolger „Markt-Treff Rudolfplatz“. Doch auch dort klappte der ausgewogene Mix im Sortiment nicht, obwohl er so geplant war. Für frische Produkte fehlte die Nachfrage, ein Händler nach dem anderen sprang ab.

Die Stadt forderte, dass mindestens 50 Prozent der Lebensmittel unverarbeitet sind. Dagegen zog die Deutsche Marktgilde vor Gericht. Das Gericht gab der Stadt im Kern recht: Die gesetzlichen Anforderungen an einen Wochenmarkt seien nicht erfüllt. Daraufhin beschloss die Deutsche Marktgilde, den „Markt-Treff“ nicht weiterzuführen.

Die Händler wurden beim Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz immer weniger, weil die Nachfrage an Frischeprodukten fehlte.

Copyright: Simon Westphal

Die Händler wurden beim Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz immer weniger, weil die Nachfrage an Frischeprodukten fehlte.

Werner Marx (CDU) sagte im Rat: „Der Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz hat deutlich gemacht: Die Idee funktioniert, aber der bisher gewählte rechtliche Rahmen passt nicht zu dem Format.“ Und weiter: „Das, was die Menschen dort suchen, ist kein klassischer Wochenmarkt.“ Ein moderner Feierabendmarkt lebe vor allem von der Gastronomie, und dazu gehöre eben auch Alkohol. So etwas lasse sich nicht in das Konstrukt eines Wochenmarkts nach Gewerbeordnung zwängen.

Für Maria Helmis-Arend (SPD) geht es vor allem um eine Frage: Was brauchen die Menschen vor Ort, damit die Plätze lebenswert bleiben? Es müsse möglich sein, gute Konzepte umzusetzen, die nicht in eine bestimmte Verwaltungsschublade passen. Als Pilotstandort schlägt die Politik „aufgrund der bisherigen Erfahrungen“ den Rudolfplatz vor. „Wir wollen, dass vom Rudolfplatz künftig eine Art Modellcharakter auch für andere Veedel ausgehen kann.“

Feierabendmarkt als Treffpunkt für ganz Köln

Auch Helena Woll (Volt) machte deutlich, was der Markt vielen bedeutet hat: „Für viele Kölnerinnen und Kölner war der Feierabendmarkt ein Ort, an dem unsere Stadt lebendig wird und zusammenkommt.“ Sie sagte auch: „Für die Menschen, die dort hingegangen sind, ist nicht verständlich, was gegen einen solchen Markt sprechen sollte.“ Am Markt selbst lag es auch nicht. Das Problem war, dass der rechtliche Rahmen nicht für ihn gemacht war.

Wie man Feierabendmärkte organisatorisch von klassischen Wochenmärkten trennen kann, zeigt laut Politik zum Beispiel Dortmund. Dort laufe der Feierabendmarkt als private Veranstaltung, ausdrücklich getrennt von den kommunalen Wochenmärkten. (red)