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Extremwetter im JuniStadt Köln nennt Zahlen: Das kostete die Hitzewelle

Die Klinik in Köln-Merheim richtete im Juni 2026 eine zusätzliche Patienten-Aufnahmestation für Hitzeopfer ein.

Copyright: Costa Belibasakis

Die Klinik in Köln-Merheim richtete im Juni 2026 eine zusätzliche Patienten-Aufnahmestation für Hitzeopfer ein.

Kälteinsel in der Messe, Eis und Klimageräte – die extreme Hitzewelle im Juni hat die Stadt Köln viel Geld gekostet. Jetzt wurden Zahlen genannt.

Die extreme Hitzewelle im Juni hat die Stadt Köln und ihre Kliniken rund 400.000 Euro gekostet.

Das teilte die Stadtverwaltung in der Ratssitzung am Donnerstag (8. Oktober) mit. Die Ratsgruppe Die Partei hatte die Frage an die Verwaltung gerichtet und wollte wissen, was die kommunale Gefahrenabwehr und die Bewältigung der Hitze gekostet haben.

Hitzewelle: 120 Menschen in Köln gestorben

Allein vom 18. bis 28. Juni fielen nach Angaben der Stadt 287.000 Euro für zusätzliche Aufgaben von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz an.

Gemeinsam hatten sie für die Stadt in kurzer Zeit ein Notfallversorgungszentrum und eine Kälteinsel in der Messe aufgebaut. Was das gekostet hat, war bis jetzt nicht bekannt. Die Ausgaben des Rettungsdienstes muss die Stadt allerdings nicht selbst tragen. Sie können über die Gebührensatzung abgerechnet werden.

Während der Hitzewelle waren 200 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz. Wie hoch der Personalaufwand für sie genau war, lässt sich laut Stadt nicht differenziert ermitteln. Hinzu kamen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Für sie entstanden keine Kosten.

Laut Polizei waren an nur einem Wochenende 120 Menschen in Köln gestorben.

Hitze im Juni: Kölner Kliniken zahlten 125.000 Euro extra

Bei den Kliniken der Stadt kamen zusätzlich 91.700 Euro an Sachkosten zusammen. Eine Sprecherin der Kliniken schlüsselte diese auf Nachfrage auf: Unter anderem seien Klimageräte gemietet worden, außerdem sei der Energiebedarf gestiegen. Für die medizinische Versorgung habe man mehr Infusionen, Kühlkompressen und Eiswürfel gebraucht. Patienten und Hitzehelfer hätten zusätzlich Getränke, Essen und Eis bekommen. Benötigt worden sei zudem eine mobile Sanitätsstation des Deutschen Roten Kreuzes, inklusive Toiletten und Duschwagen.

Weitere 33.800 Euro gingen für zusätzliches Personal am 27. und 28. Juni drauf. Dokumentiert wurden 735 Extra-Stunden. Rechnerisch sind das knapp 92 Arbeitstage zu je acht Stunden. Die Stadt erklärt dazu: „Dieser Umfang verdeutlicht den erheblichen zusätzlichen organisatorischen, pflegerischen und medizinischen Aufwand, der zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung erforderlich war.“ Dazu komme aber noch die zusätzliche Belastung für das Personal im normalen Dienst. „Nicht alle Folgen dieser Mehrbelastung sind bereits absehbar, da sie teilweise erst zeitverzögert erkennbar werden.“

Auch bei den genannten Beträgen handelt es sich laut Stadt um Schätzungen. Die echten finanziellen Folgen von Hitzewellen würden damit nur unzureichend abgebildet.

Und dann der Blick in die Messehalle: Das Notfallzentrum dort wurde nicht stark genutzt. Auf 30 Plätzen für die medizinische Betreuung wurden zehn Patienten behandelt. Die Kälteinsel bot 360 Plätze. Wie viele Menschen tatsächlich dort waren, ließ die Stadt erneut offen. Sie teilte nur mit, dass Patienten des Rettungsdienstes, die keine weitere Behandlung brauchten, direkt in die Kälteinsel gebracht worden seien.

Und wie geht es weiter? Das Umweltdezernat hat ein Klimaanpassungskonzept vorgelegt, das derzeit in den politischen Gremien beraten wird. Es umfasst Projekte für insgesamt 150 Millionen Euro, darunter auch solche zur Kühlung Kölns. Teil davon soll ein Hitzenotfallplan für 30.000 Euro sein. Er soll dafür sorgen, dass Köln für künftige Hitzewellen besser gerüstet ist. (red)