Explosion in Partei-Büro in NRW Hinweise auf Anschlag verdichten sich – Polizei äußert sich

„Wäre komplett eskaliert“ Filialleiter stoppt Überfall in Köln – erste Idee verwirft er aus gutem Grund 

Der Edeka-Markt in Köln-Marsdorf an der Horbeller Straße am 5. Oktober 2021.

Der Edeka-Markt in Köln-Marsdorf wurde am 4. Oktober 2021 überfallen. Der Filialleiter und seine Mitarbeiter konnten den Täter der Polizei übergeben.

Es war ein Schockmoment für Kim-Bastian Huberty: Der Marktleiter der Edeka-Filiale in Köln-Marsdorf wurde von einem Räuber mit einer Waffe bedroht. Doch er handelte geistesgegenwärtig und vereitelte den Überfall.

Köln. Die Woche hätte für Kim-Bastian Huberty (37) nicht schlimmer beginnen können: Am Montag (4. Oktober 2021) wurde die Edeka-Filiale in Köln Marsdorf, in dem Huberty Marktleiter ist, um 6.45 Uhr am Morgen überfallen.

Der Verbrecher verschaffte sich durch einen Vorwand Zutritt zum Büro des Filialleiters und hielt ihm eine Pistole vor das Gesicht. Der Räuber zwang den 37-Jährigen, ihm das Geld aus dem Safe auszuhändigen, zudem fesselte und knebelte er ihn. Doch Huberty befreite sich aus der misslichen Lage und schaffte es sogar, den Täter mithilfe seiner Kollegen zur Strecke zu bringen.

Edeka-Überfall in Köln: Filialleiter wollte Täter angreifen

„In der Situation habe ich eine heftige Angst verspürt“, sagt Kim-Bastian Huberty gegenüber EXPRESS.de. Bevor er gefesselt wurde, hatte der 37-Jährige sich einen Plan überlegt, den Räuber zu stoppen – verwarf ihn dann jedoch: „Eigentlich hatte ich darüber nachgedacht, ihm die Pistole aus der Hand zu schlagen und ihn dann anzugreifen. Es war wie ein Film, der an mir vorbeilief. Allerdings habe ich mich dann doch dagegen entschieden, weil ich nicht wusste, ob er vielleicht auch noch ein Messer dabei hatte. Dann wäre die Situation vermutlich komplett eskaliert.“

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Im Nachhinein stellte sich heraus: Der Täter hatte neben der Softair-Pistole wirklich auch noch ein Messer dabei. Huberty kooperierte also zunächst mit dem Räuber und händigte ihm das Geld aus. Als dieser sich dann mit der Beute aus dem Staub machen wollte, befreite sich der Filialleiter aus seinen Fesseln und handelte geistesgegenwärtig.

Überfall auf Edeka in Köln: Filialleiter warnt Mitarbeiter per Durchsage

„Wir haben einen Überfall. Haltet den Räuber auf“, hallte es durch den am Morgen noch nicht starkfrequentierten Edeka-Markt an der Horbeller Straße. Huberty warnte seine Mitarbeiter über das Mikrofon – und die handelten blitzschnell. Zehn Angestellte verfolgten den Angreifer und stellten ihn schließlich auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt. Dort hatte der 24-Jährige Täter keine andere Chance, als sich zu ergeben und zusammen mit den Mitarbeitern auf das Eintreffen der Polizei zu warten.

Der Edeka-Markt in Köln-Marsdorf an der Horbeller Straße am 5. Oktober 2021.

Die Mitarbeiter konnten den Räuber vor der Edeka-Filiale überwältigen und warteten daraufhin mit ihm zusammen auf die Polizei.

Huberty erklärt seine Warnungsdurchsage gegenüber EXPRESS.de so: „Nachdem ich mich dagegen entschieden hatte, den Täter proaktiv anzugreifen, war es mein zweiter Einfall, die Kollegen zu warnen und mich in dem Moment auf sie zu verlassen. Sie haben das heldenhaft gemacht, und ich bin ihnen sehr dankbar.“ Die Idee sei ihm spontan gekommen, denn Schulungen für solche Vorfälle gäbe es keine: „Aber auf solche Extremsituationen kann man sich auch nicht vorbereiten. Da muss man instinktiv handeln.“

Köln: Edeka-Filialleiter nach Überfall: „Wollte meine Ruhe haben“

Nachdem der Täter schließlich von den Polizeibeamten abgeführt wurde, musste auch Kim-Bastian Huberty auf der Wache erscheinen und seine Aussage tätigen. Eine Tortur, auf die er nach diesem schockierenden Morgen auch gut hätte verzichten können: „Ich war völlig fertig. Die Aufnahme der Aussage dauerte rund zwei Stunden. Für mich war das nach dem Erlebnis eher stressig und nervig, und ich wollte eigentlich nur meine Ruhe haben. Aber das gehört halt dazu.“

An eine direkte Auszeit hat der Marktleiter nicht gedacht. „Ab der kommenden Woche habe ich sowieso erstmal Urlaub.“ Eine Ruhepause, die er sich nach den Ereignissen auch redlich verdient hat.

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