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Rückruf-Welle in Supermärkten Was ist so gefährlich an Ethylenoxid – und wo ist es überall drin?

Ein Kunde kauft in einem Supermarkt ein. Immer wieder rufen Supermärkte und Discounter Produkte wegen des Stoffes Ethylenoxid zurück.

Ein Kunde kauft in einem Supermarkt ein (Symbolbild). Immer wieder rufen Supermärkte und Discounter Produkte wegen des Stoffes Ethylenoxid zurück.

Das Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid wird in Deutschland in immer mehr Lebensmitteln nachgewiesen – gleichzeitig steigt die Zahl der Rückrufe. Was ist an dem Stoff so gefährlich?

Köln. Fast täglich rufen Supermarktketten wie Rewe und Edeka und Discounter wie Netto oder Aldi oder Drogerien Produkte zurück. In vielen Fällen geht es um den Stoff Ethylenoxid – der sich in Lebensmitteln befindet.

EXPRESS.de erklärt, was dahinter steckt und warum Ethylenoxid so gefährlich ist.

Ethylenoxid ist ein Pflanzenschutz- und Begasungsmittel und wird in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen eingesetzt. Laut Ärzten kann Ethylenoxid das Erbgut verändern – das Pestizid wird als sehr gesundheitsschädlich und krebserregend eingestuft.

Rückruf wegen Ethylenoxid: Pestizid in der EU verboten

Ethylenoxid ist nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ein in der EU nicht zugelassener Wirkstoff. Heißt im Klartext: In Europa ist Ethylenoxid in der Lebensmittelproduktion verboten! Dieses EU-Verbot gilt bereits seit 1991.

Lebensmittel, die Ethylenoxid enthalten und trotzdem in den Verkauf kommen, müssen in Deutschland unverzüglich zurückgerufen werden. 

In vielen Ländern wie Indien, Türkei, China oder auch den USA und Kanada ist Ethylenoxid allerdings nicht verboten und wird weiterhin eingesetzt. Das macht die Nachverfolgung, ob ein Produkt Ethylenoxid enthält oder nicht extrem schwierig. 

Ethylenoxid kommt in vielen Lebensmitteln vor

In welchen Produkten wurde Ethylenoxid bisher nachgewiesen?

  • Sesam
  • Zusatzstoffen wie Johannisbrotkernmehl (E410) und Guarkernmehl (E412)
  • Nahrungsergänzungsmitteln
  • Instant-Asianudeln
  • Speiseeis

Seit Herbst 2020 steigt die Zahl der Rückrufe wegen Ethylenoxid dramatisch an, berichtet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Demnach gibt es an die 700 Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF).

Problem: Die oben genannten Zusatzstoffe Johannisbrotkernmehl (E410) und Guarkernmehl (E412) werden für die Herstellung verschiedener Lebensmittel verwendet. Wie beispielsweise: Speiseeis, Fertigmahlzeiten, Milchgetränke, Marmeladen und Joghurts. Auch in Nahrungsergänzungsmitteln und Gewürzmischungen wurde Ethylenoxid nachgewiesen und zurückgerufen. Teilweise sind auch Bio-Produkte betroffen.

Ethylenoxid: Besondere Bedingungen für Sesam-Import

In welchen Produkten sich Ethylenoxid noch befinden kann, sei derzeit noch unklar, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Sie fordert von Behörden und Politik wirksame und einheitliche Maßnahmen, damit solche Waren erst gar nicht in den Handel kommen.

Für Sesam aus Drittstaaten gilt seit dem 26. Oktober 2020 immerhin ein besonderer Import-Erlass. So darf Sesam beispielsweise aus Indien nur eingeführt werden, wenn ein Analysezertifikat vorliegt. Darin muss bestätigt werden, dass die Höchstmenge Ethylenoxid nicht überschritten wird. (mt)

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