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Premiere beim JubiläumskonzertBjörn Heuser mit „einmaligem“ Gänsehaut-Duett

Aktualisiert

Björn Heuser hat seine Jubiläumstour und die Albumpräsentation im Kölner Gloria gefeiert. Dabei gab es einen historischen Moment. Erstmals sang er ein Duett mit seinem neunjährigen Sohn auf der Bühne.

Er ist „der Mann met däm Hoot“ und hat einiges zu erzählen. 1996, als er 14 Jahre alt war, hat Björn Heuser im heimischen Kellerstudio in Ehrenfeld seine ersten Songs geschrieben und Bühnen-Premiere gefeiert.

30 Jahre später kann der Kölner Liedermacher nicht nur stolz auf sein Jubiläum blicken, er ließ am Sonntagabend (8. März 2026) auch erstmals die nächste Heuser-Generation ans Mikrofon. Beim Tour-Auftakt im ausverkauften Gloria erlebte das Publikum einen absoluten Gänsehaut-Moment.

Björn Heuser: Zwölftes Studioalbum „Levve“ ist nun auf dem Markt

Am vergangenen Freitag ist das bereits zwölfte Studioalbum des 44-Jährigen auf den Markt gekommen. „Levve“ ist das bislang reifste Werk, voller persönlicher Momente, Erinnerungen und mit viel Zuversicht. Zum Auftakt der Jubiläumstour hatte sich Heuser vorgenommen, alle elf Lieder live zu spielen.

Deshalb gehörte auch „Jeneratione“ zum Programm. Der Titel ist am ersten Weihnachtstag 2024 am Wohnzimmertisch der Familie Heuser entstanden und ein Stück Familiengeschichte. Sein neunjähriger Sohn Benni singt darin mit dem Papa erstmals im Duett.

„Der Kleine ist sehr kreativ und musikalisch. Die Aufnahmen im Studio der Jungs von Eldorado hat er sehr souverän gemeistert. Das war an vielen Stellen auch mit feuchten Augen verbunden“, berichtete der stolze Vater. „Und meine Frau hat erlaubt, dass Benni einmalig mit auftreten darf. Ich weiß nicht, wer aufgeregter ist.“

Björn Heuser singt mit seinem Sohn Benni.

Copyright: Daniela Decker

Björn Heuser holte bei seinem 30. Bühnenjubiläum erstmals seinen Sohn Benni mit auf die Bühne.

Der Neunjährige kam als Mini-Me auf die Bühne – mit dem gleichen T-Shirt und Jackett wie der Papa und natürlich auch mit Hut. Ganz souverän sangen die beiden ihre Duett-Premiere und für Benni gab es anschließend stehende Ovationen und Sprechchöre im Gloria. „Ich war gar nicht nervös. Ich habe die Leute gar nicht richtig sehen können“, sagte der Nachwuchs-Künstler nach dem Auftritt gelassen.

Mutter Iris und Papa Björn atmeten in der Pause hingegen erleichtert durch. „Ein unvergesslicher Moment“, schwärmten beide. Dieser besondere Augenblick hatte zuvor alle extrem in Anspannung versetzt. Nicht nur der Vater-Sohn-Auftritt machte aus dem Jubiläumsabend einen ganz wunderbaren. Heuser präsentierte eine perfekte Mischung aus den neuen Titeln und bekannten Klassikern.

Björn Heuser mit Frau Iris und Sohn Benni.

Copyright: Daniela Decker

Die glückliche Familie nach der gelungenen Premiere. Björn Heuser mit seiner Ehefrau Iris und Sohn Benni (9) im Gloria.

Das Bühnenbild zeigte den Sänger aus drei Epochen. Als Vierjähriger im Italien-Urlaub, 2016, als „Kölle singt“ erstmals in der Lanxess-Arena über die Bühne ging, und als 44-Jähriger beim Start in ein aufregendes Jubiläumsjahr. „Im Laufe meiner Karriere haben viele gesagt: Was willst du mit deiner Lieder-Nachsingerei?“, sagte er ehrlich. „Aber ich bin so dankbar, dass ich auf 30 Jahre blicken kann.“

Denn natürlich ist der Mitsing-König eine feste Größe mit seinen Formaten, wie den Freitagabenden seit 2008 im Gaffel am Dom. Aber sein Herzblut steckt in den eigenen Kompositionen. Und davon bietet „Levve“ wieder wunderbare Beispiele. „Et es verröck, ich hatt en Jittar un ne Draum, vum kleine Kneipejung – en de Arena un et Stadion“, hieß es zum Auftakt. „Ich ben immer leever losjefahre, als ahnjekumme.“

„Bei mir steht der Text im Vordergrund“, sagt Heuser zu EXPRESS.de. „Und die Konzerte sind ein Rückblick auf mein Leben. Ich möchte Gefühle in den Menschen wecken.“ Das gelang im Gloria perfekt. Das Liebeslied „Unendlich jään“ als leichte Latino-Nummer berührte bereits. „De jeilste Johre“ sorgte direkt für Stimmung.

Björn Heuser mit Dennis Kleimann auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Björn Heuser hat inzwischen Gitarrist Dennis Kleimann fest an seiner Seite. Beide ergänzen sich wunderbar und sorgen für einen tollen Sound.

Kurios ist die Geschichte um „Erus us Kölle“. Vor sieben, acht Jahren sah Heuser in einem Irish-Pub ein Schild, dass man einen Iren aus Irland bekommen könnte, niemals aber Irland aus einem Iren. „Wir haben sogar mal mit den Klüngelköpp an dem Thema gearbeitet, sind aber nicht zum Ziel gekommen.“

Für die CD-Serie „Kölsche Heimat“ produzierte der Songschreiber zum Thema „Fäänwieh un Heimwieh“ schließlich das Stück. An dem Tag, an dem er die fertige Nummer bei Produzent Ralf Hahn im Studio abgeholt hat, veröffentlichten die Bläck Fööss einen Schnipsel ihres neuen Titels „Du kriss Kölle nit us mir“. „Das hat mich amüsiert, aber nicht geärgert“, sagt Heuser.

Bei „Nur vier Wööd“ kämpften viele mit den Tränen. Die vier Wörter – „Danke. Un ich liebe dich“ sind seiner Mutter gewidmet und thematisieren das Thema Tod, was auch zum Leben gehört. „Et es kaum zo bejriefe, wie mer ne Minsch vermisse kann“, heißt es darin. „Ich habe mich gefragt, was ich einem geliebten Menschen sagen würde, wenn ich ihn noch einmal treffen könnte. So langsam kann ich das Lied endlich singen, ohne direkt loszuheulen.“

Seit dem vergangenen Jahr hat der Liedermacher mit Gitarrist Dennis Kleimann einen hervorragenden Musiker an seiner Seite. „Er ist mir ans Herz gewachsen. Wir haben den gleichen Musikgeschmack und ergänzen uns wunderbar“, sagt Heuser zu EXPRESS.de. „Er bereichert jeden Song und sorgt für Sternstunden und magische Momente.“

Björn Heuser steht beim Konzert auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

Björn Heuser feierte im Gloria sein 30. Bühnenjubiläum und gleichzeitig die Präsentation des neuen Albums.

Der Gitarrist der Zeltinger-Band sorgte für einige Aha-Momente, beispielsweise bei seiner Einleitung zum Bläck-Fööss-Klassiker „Du bes die Stadt“ und vor allem beim BAP-Hit „Do kanns zaubere“. Denn neben den neuen Titeln gab es im gut zweistündigen Konzert auch wieder reichlich Mitsing-Momente.

Einen weiteren besonderen Augenblick erlebten die Fans, als ein Welthit im kölschen Gewand ertönte. Als 16-Jähriger hat der junge Björn in der Kneipe Piranha „Piano Man“ von Billy Joel gehört. So etwas wolle er auch mal singen, hat er sich damals gedacht, und den Text eingekölscht. Im Gloria gab es nun die Tour-Premiere, inklusive Mundharmonika-Einsatz.

„Loss mer singe“, die Hymne des Liedermachers Wolfgang Anton, bildete den passenden Abschluss nach einem bewegenden und mitreißenden Konzert voller persönlicher Momente und positiver Energie. Jetzt kann die Jubiläumstour durchs Land ziehen. Auch Auftritte in Hamburg, Berlin, München und Stuttgart stehen auf dem Programm. Hinzu kommt eine Kneipentour. Und für Sohnemann Benni bleibt die Erinnerung an eine besondere Bühnen-Premiere.

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