„Nur so geht es“ Deiters-Chef spricht über Session in Köln – und hat dringlichen Appell

Deiters-Chef Herbert Geiss (l.) und Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn bei der Präsentation des diesjährigen Motto-Schals in der Lanxess-Arena.

Deiters-Chef Herbert Geiss (l.) und Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn bei der Präsentation des diesjährigen Motto-Schals in der Lanxess-Arena am 28. Oktober 2021. Das Motto für diese Session lautet: „Alles hat sing Zick“.

Vor dem Comeback des Karnevals am 11.11. in Köln feierte Anfang Oktober auch ein Unternehmen seine Rückkehr: Deiters öffnete seine Filiale nach der coronabedingten Zwangspause wieder – nach zehn Monaten.

Köln. Es gibt Branchen wie den Onlinehandel und die Lieferdienste, die von der Corona-Pandemie profitiert haben. Auf der anderen Seite gibt es beispielsweise die Veranstaltungsbranche oder die Gastronomie, die aus der Krise arg gebeutelt hervorgegangen sind. Dann gibt es jedoch auch noch Sparten, die während der Corona-Zeit ein wenig unter dem Radar flogen und auch einen erheblichen Umsatzverlust zu verzeichnen hatten, weil der Markt schier nicht mehr existierte.

So erging es auch Deiters, dem Marktführer auf dem Gebiet Verkleidungen und Karnevals-Merchandising. Zehn Monate lang waren alle Filialen des Kostümfachgeschäftes geschlossen, erst im Oktober öffneten sich die Pforten wieder. Mit EXPRESS.de sprach Deiters-Inhaber Herbert Geiss über die harte Zeit während der Corona-Pandemie, die vergangene ausgefallene Karnevalssession und über das jecke Comeback des bunten Treibens, welches nun am 11.11. ansteht.

Deiters in Köln: Inhaber Herbert Geiss über das schwierige vergangene Jahr

Für Deiters-Chef Herbert Geiss war es im März 2020, als die Pandemie in Deutschland so richtig in Fahrt kam, noch gar nicht abzusehen, welche Auswirkung die globale Krise auf sein Unternehmen haben könnte: „Die Session damals war ja gerade vorbei, als sich die Fälle auch hier in Deutschland immer weiter anhäuften. Damals waren wir aus dem Gröbsten raus und konnten unser Geschäft noch machen.“ Auch der erste Lockdown sei noch zu verschmerzen gewesen, da Deiters seinen größten Umsatz in der Zeit zwischen Oktober und März mache.

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Allerdings wurde dann die vergangene Karnevalssession komplett abgesagt: Keine Veranstaltungen, keine Umzüge – nichts. Und damit brauchten die Menschen auch keine Kostüme. „Wir konnten uns damals nicht vorstellen, dass diese Krise so lange andauert, aber das konnte anfangs wohl keiner. Wir hatten überhaupt keinen Umsatz“, sagt Geiss, „besonders frustrierend war es, weil wir, wie alle anderen auch, unverschuldet in diese Situation geraten sind. Es ist etwas anderes, wenn man unternehmerische Fehler macht und dann Einbußen hinnehmen muss. Aber die haben wir nicht gemacht.“

Die geschlossene Deiters-Filiale in der Kölner Gürzenichstraße.

Von Dezember 2020 bis Oktober 2021 waren alle Deiters-Filialen, wie hier in der Kölner Gürzenichstraße, wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Das Foto wurde am 6. September 2021 aufgenommen.

Doch Deiters ging nicht pleite: Denn laut Geiss sei das Unternehmen jahrelang erfolgsverwöhnt gewesen und konnte in der angespannten „Corona-Zeit“ auf die finanziellen Reserven zurückgreifen.

Deiters-Chef Geiss: „Glücklich, Kunden wieder lachen zu sehen“

Auch logistisch steckte das Unternehmen nicht den Kopf in den Sand und schaute nach vorne. So habe man schon frühzeitig die Ware eingekauft, um beim Tag der Wiedereröffnung gewappnet zu sein: „Das kommt uns nun zu Gute. Die Kunden haben etwas nachzuholen, wollen feiern und Spaß haben – und dafür braucht man beim Karneval eben auch ein Kostüm. Jetzt sind alle Waren in großen Mengen in unseren Filialen vorhanden.“

Von den Kunden bekäme er nur positives Feedback mit, wie Herbert Geiss erzählt: „Sie haben uns vermisst und sind froh, dass wir nun wieder da sind. Wir gehören auf eine gewisse Art zum Karnevalsbrauchtum dazu. Und das wissen und honorieren die Menschen. Uns macht es glücklich, unsere Kunden wieder lachen zu sehen.“

Deiters-Chef mit eindringlichem Appell vor dem 11.11.

Deiters-Chef Geiss schaut optimistisch auf die nun anstehende Session, der Halloween-Auftakt sei nach der Wiedereröffnung im Oktober schon mal positiv verlaufen. „Das Geschäft lief ordentlich an, aber wir dürfen natürlich auch nicht vergessen wo wir herkommen: nämlich von null Prozent Umsatz.“ Den Planungen und Maßnahmen für die anstehenden Feiern steht Geiss ebenfalls positiv gegenüber: „Ich glaube mit den 2G-Regeln werden wir gut fahren. Aber natürlich müssen wir den 11.11. erstmal abwarten und schauen, welche medizinischen Folgen der Tag mit sich bringt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir nochmal in einen kompletten Lockdown gehen.“

Und dann richtet Herbert Geiss seine Worte direkt eine bestimmte Personengruppe: „Ich kann wirklich nur alle Menschen weiterhin dazu aufrufen, sich impfen zu lassen. Für das Allgemeinwohl und für die eigene Gesundheit. So werden wir dann auch immer weiter zu unserer ersehnten Normalität zurückkehren können. Nur so geht es.“

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