Niemand ahnt esDas Kölner DB-Geheimnis hinter dem Musical Dome

Gebäude an der Straße Am Alten Ufer in Köln

Copyright: Ayhan Demirci

Ganz rechts befindet sich der geheimnisvolle Hochbunker.

Köln ist nicht nur das, was du siehst, sondern das, was du weißt. Die Stadt steckt voller Überraschungen. Schauplatz dieser Geschichte: die Straße „Am Alten Ufer“. Kopfsteinpflaster, Blick auf den Musical Dome.

Hier befindet sich ein Relikt aus Vorkriegszeiten, das als solches gar nicht erkennbar ist. Es handelt sich um einen von über 20 Hochbunkern aus der Zeit vor 1945, die links und rechts des Rheins auf Kölner Stadtgebiet erhalten geblieben sind.

„Zahlreiche oberirdische Bauten aus Stahl und Beton wurden während des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs zum Schutz vor Bombenangriffen für die Kölner Bevölkerung erbaut. 23 davon überstanden Krieg oder späteren Abriss und beherbergen nicht selten eine wechselvolle Geschichte.“ So steht es auf der Seite „hochbunker.koeln“.

Das Kölner Bunker-Projekt trug ein sinnvolles Motto

Das „Kölner Institut für Festungsarchitektur" (Crifa) hatte vor einigen Jahren alle in Köln noch verbliebenen Hochbunker dokumentiert und filmisch in Szene gesetzt.

Das Denkmalprojekt trug das Motto „Mit Abstand zum Krieg“ und entstand unter der Leitung des vor wenigen Wochen verstorbenen Kölner Festungs- und Bunkerexperten Robert Schwienbacher.

Der Hochbunker „Am Alten Ufer“ wurde im Zweiten Weltkrieg durch die damalige Reichsbahn errichtet, die im repräsentativen, an derselben Straße bzw. an der Rheinuferstraße befindlichen und vor wenigen Jahren kernsanierten Gebäude ihren Sitz hatte.

Hauptsächlicher Zweck des Bunkers war aufgrund des sich abzeichnenden Luftkrieges die Sicherung der hier zu einem wichtigen Knoten zusammenlaufenden Kabel des bahneigenen Fernmeldenetzes, dem sogenannten BASA-Netz. BASA stand als Abkürzung für den sperrigen Begriff „Bahnselbstanschlussanlage“.

Das mehrgeschossige Bauwerk wurde als Kubus mit Flachdach errichtet.  Nach dem Krieg wurde der Bunker durch den Nachfolger der Reichsbahn, die Bundesbahn, um mehrere Etagen aufgestockt – der Bau bekam sein heutiges Gesicht: eine Fassade mit Blechlamellen.

Blick auf Musical Dome und alte Reichsbahndirektion

Copyright: imago images/United Archives/Zik

Blick auf die alte Reichsbahndirektion vor der Kernsanierung. Dahinter liegt die Straße „Am Alten Ufer“.

Die Fernmeldeinfrastruktur am BASA-Netzknoten in Köln blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg schützenswert. Insbesondere die Bedrohungen im Kalten Krieg führten zu neuen Schutzmaßnahmen. 

Der BASA-Bunker erhielt neue Notstromaggregate für einen unterbrechungsfreien Betrieb und auf einem benachbarten Areal eine verbunkerte unterirdische Befehlsstelle der Bundesbahn.

Wie Robert Schwienbacher darlegte, wurde dieser unterirdische Schutzbau nach dem Kalten Krieg zwischen den Jahren 2006 bis 2009 für die Umgestaltung der umliegenden Gebäude und die Errichtung eines Parkhauses abgerissen. 

Hochbunker an der Straße Am Alten Ufer in Köln

Copyright: Ayhan Demirci

Der kubusförmige Bau ist einer der Kölner Hochbunker, die erhalten geblieben sind.

Das BASA-Netz selbst existiert in seiner damaligen technischen Ausführung heute nicht mehr. Nachdem die Bahn 1997 im Rahmen der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes ihr bahneigenes Fernmeldenetz zunächst verkauft hatte, wurde der Hochbunker „Am Alten Ufer“ zeitweise durch Mannesmann-Arcor genutzt.

Seit dem Jahr 2002 betreibt die Bahn ihr stark modernisiertes Kommunikationsnetz wieder in Eigenregie. Noch heute laufen im ehemaligen BASA-Bunker die wichtigen Fernmeldeleitungen der Bahn zusammen.

Ein Holzkreuz am Ufer der Mulde
Bundeswehr-Unglück
Kölner Heli-Pilotin flog in den Tod: Fataler Grund