Das Schienennetz in NRW bleibt ein Sanierungsfall. Die Bahn muss weiter Oberleitungen, Weichen und Brücken sanieren. Eine gute Nachricht gibt es für Köln.
Pendler betroffenBahn startet Großbaustellen in NRW

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Bauarbeiten: Im Herbst sind zahlreiche Linien im Ruhrgebiet gesperrt (Archivbild)
Für Pendler bedeutet das erstmal nichts Gutes: Nach dem Ende der Sommerferien beginnt die Bahn auf mehreren wichtigen Strecken in Nordrhein-Westfalen mit neuen Baustellen. Das hat auch für Reisende im Fernverkehr teilweise massive Auswirkungen – vor allem im Ruhrgebiet. Es gibt Umleitungen, Ausfälle und Schienenersatzverkehr, wie die Bahn mitteilt. Dafür fahren wieder mehr Züge zwischen Köln und Düsseldorf nach regulärem Plan. Ein Überblick:
Erneut Bauarbeiten am wichtigen Bahnknoten Duisburg
Die Strecken zwischen Duisburg, Essen und Oberhausen sind die Hauptschlagadern der Bahn im westlichen Ruhrgebiet. Fast im Minutentakt fahren dort Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen. Ab Freitagabend wird auf der wichtigen Verbindung erneut gebaut, so dass knapp zwei Monate lang bis Ende Oktober deutlich weniger Züge fahren können. Das hat Auswirkungen bis nach Düsseldorf, Köln, Bochum und Dortmund.
Besonders stark trifft es Duisburg und Oberhausen: Dort halten nach den Planungen der Bahn während der Bauarbeiten bis auf wenige Ausnahmen nachts oder in Randzeiten gar keine Fernverkehrszüge mehr.
Die erste Bauphase im Ruhrgebiet
Die erste Bauphase beginnt am Freitagabend (4. September) um 21.00 Uhr und geht bis zum 9. Oktober. In dieser Zeit sollen unter anderem zwölf Kilometer neue Oberleitungen bei Mülheim montiert werden. Hinzu kommen Weichenarbeiten.
Betroffen sind unter anderem die Linien RE 1, 2, 3, 6, 11, 42, 44 und 49 sowie Regionalbahnen und zwei S-Bahnlinien (S1 und S3). Die Bahn richtet Schnellbusverbindungen zwischen Duisburg sowie Oberhausen und Essen ein. Im Fernverkehr gibt es deutliche Einschränkungen für Reisende etwa nach Berlin oder Frankfurt. Auch aus Köln und Düsseldorf fahren wegen der Arbeiten weniger Züge nach Berlin.
Noch mehr Sperrungen am 9. Oktober
Ab dem 9. Oktober kommt dann eine weitere Baustelle an gleicher Stelle hinzu: Die Autobahn-Gesellschaft modernisiert das Kreuz Kaiserberg, das in Duisburg genau über acht Bahngleise hinwegführt. Dafür muss die Strecke bis zum 30. Oktober komplett gesperrt werden.

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Das Autobahnkreuz Kaiserberg führt in Duisburg über acht wichtige Bahngleise. (Archivbild)
Was genau das für den Fahrplan bedeutet, sei noch in der Abstimmung, teilte die Bahn mit. Allerdings waren die Bahngleise an genau dieser Stelle in den vergangenen Jahren schon mehrmals gesperrt. Die Folge: Alle Fernzüge wurden damals weiträumig umgeleitet, im Regionalverkehr fuhr zwischen Duisburg und Essen bei den bisherigen Sperrungen der Gleise unter dem Kreuz Kaiserberg kein Zug mehr.
Details zu allen Umleitungen und zum Ersatzverkehr will die Bahn über Aushänge an den Bahnsteigen und im Portal zuginfo.nrw veröffentlichen. Reisende sollen am besten in der digitalen Fahrplanauskunft prüfen, wie sie trotz der Bauarbeiten an ihr Ziel kommen.
Zwei Wochen Sperrung von Siegen in Richtung Ruhrgebiet
Auch auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen legen die Bauarbeiten nochmal eine Stufe zu. Seit zwei Monaten erneuert die Bahn auf der wichtigen Güter- und Regionalzugstrecke Gleise, Weichen, Brücken und Tunnel. Ab Freitagabend wird der Abschnitt zwischen Siegen und Altenhundem nun komplett gesperrt. Reisende müssen auf Ersatzbusse umsteigen.
Ab dem 15. September soll die Vollsperrung aufgehoben werden. Die Arbeiten gehen aber noch bis kurz vor Weihnachten weiter - mit weiteren Einschränkungen für Pendler und Güterzüge auf der Strecke.
Arbeiten zwischen Mönchengladbach und Wuppertal
Eine weitere Strecke mit Einschränkungen ist die Verbindung von Mönchengladbach über Düsseldorf nach Wuppertal. Vier Wochen lang vom 4. September (21.00 Uhr) bis zum 2. Oktober arbeitet die Bahn dort an den Oberleitungen und an Sicherungssystemen. Auf fünf Linien kommt es dadurch zu Einschränkungen und Ausfällen. Je nach Ziel müssten Reisende Ersatzbusse nutzen oder auf Züge anderer Linien umsteigen, teilte die Bahn mit.

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Mit schwerem Gerät erneuert die Bahn hier zwischen Köln und Wuppertal das Gleisbett. (Archivbild)
Längere Bahnsteige im Münsterland
Im Münsterland und im nördlichen Ruhrgebiet will die Bahn in den kommenden Wochen mehrere Bahnhöfe erweitern, damit dort in Zukunft längere Züge halten können. Von Freitagabend bis zum 25. Oktober fahren deshalb zwischen Bottrop und Borken sowie zwischen Dorsten und Coesfeld keine Züge mehr, sondern nur Ersatzbusse.
Aufatmen zwischen Köln und Düsseldorf
Auch eine gute Nachricht gibt es für Bahnkunden: Zwei Wochen lang war die rechtsrheinische Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln - eine der meistbefahrenen Strecken Deutschlands - für Fern- und Regionalzüge gesperrt. Am Freitagabend sollen die Bauarbeiten beendet und die Gleise weiter freigegeben werden. Allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Die S-Bahn-Strecke zwischen den beiden Städten bleibt noch für drei weitere Monate bis zum 4. Dezember gesperrt.
Weiter großer Nachholbedarf
Die Bahn hat im einwohnerstärksten Bundesland NRW weiterhin enormen Nachholbedarf an ihren Schienenverbindungen. „Aktuell ist die Infrastruktur zu alt, zu voll und zu störanfällig, das gilt insbesondere auch für Nordrhein-Westfalen“, hatte der NRW-Generalbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Jens Gräfer, kürzlich im Verkehrsausschuss des Landtages gesagt.
Zuletzt hatte es bei großen Bauprojekten allerdings massive Probleme gegeben. So gibt es etwa nach der umfangreichen Generalsanierung der Strecke Köln-Wuppertal, die offiziell am 10. Juli abgeschlossen wurde, noch immer Einschränkungen beim Zugverkehr. (dpa/red)

