Chor-Protest gegen Woelki Palmsonntag singt nur Rumpfbesetzung im Kölner Dom

Kardinal Rainer Maria Woelki spricht ein Weihegebet für Russland und die Ukraine im Kölner Dom.

Der Chorprotest wird an Palmsonntag (10. April 2022) zu hören sein. Dann zelebriert Rainer Maria Kardinal Woelki im Kölner Dom das Pontifikalamt, die liturgische Eröffnung der Heiligen Woche (Karwoche). Das Foto zeigt ihn am 25. März 2022 bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im Kölner Dom nach seiner Auszeit.

Das Vokalensemble Kölner Dom protestiert auf ganz eigene Art gegen Kardinal Rainer Maria Woelki. Beim Pontifikalamt am Sonntag im Kölner Dom wird das zu hören sein.

Mit einer demonstrativen Protestaktion will das Vokalensemble Kölner Dom an diesem Palmsonntag (10. April 2022) auf Missstände in der katholischen Kirche reagieren. Im Mittelpunkt steht die hoch umstrittene Amtsführung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki, dem unter anderem vorgeworfen wird, die Aufklärung sexualisierter Gewalt im Bistum auszubremsen.

Der Chor will beim Pontifikalamt nicht mit seinen 50 Sängerinnen und Sängern auftreten, sondern nur mit einer achtköpfigen Rumpfbesetzung - „eine kleine, aber besonders bunte Abordnung“ aus nicht katholischen Sängern und Mitgliedern der Queer-Szene.

Kölner Chor fordert von Woelki Beendigung des „Systems der Angst“

Das bestätigte die Kölner Religionslehrerin und Chorsängerin Edith Timpe am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Zuerst hatte der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet.

Alles zum Thema Rainer Maria Woelki

Der Kardinal sei am Freitag über die Protestaktion informiert worden, sagte Timpe. Bereits vor rund drei Wochen habe das Vokalensemble seine Kritik an Woelki in einem Brief adressiert und seitdem keine Antwort erhalten. In dem Schreiben sei unter anderem gefordert worden, dass „System der Angst“, das Woelkis sehr konservative Amtsführung begleite, zu beenden.

Kölner Domkapellmeister: Es wird anders sein, als vielleicht erwartet

Zu der Aktion des Vokalensembles sagte Domkapellmeister Professor Eberhard Metternich dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, er könne und wolle eine Diskussion im Chor über die Situation der Kirche nicht unterbinden. Die Chorgemeinschaft sei ein Querschnitt der ganzen Gesellschaft. „Wir haben alle gern bei uns, die mit ihrem Gesang den Gottesdienst bereichern wollen. Und das tut ein Teil der Sängerinnen und Sänger, obwohl sie mit ihrer Lebensform von der Kirche ausgegrenzt werden“, hob Metternich hervor.

Einen Missbrauch des Gottesdienstes könne er im Vorhaben des Chors nicht erkennen. „Wir werden singen, die Liturgie wird gestaltet. Das habe ich dem Erzbischof zugesichert. Aber es wird eben anders sein, als vielleicht erwartet und gewohnt.“

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.