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Ende einer Ära in KölnBeliebte Buchhandlung wird zur Thalia-Filiale

Gabriele Klinski steht in ihrer Buchhandlung.

Copyright: Susanne Esch

Gabriele Klinski übergibt ihre Buchhandlung an der Aachener Straße in Braunsfeld bald in andere Hände. 

Nach 21 Jahren ist Schluss! Eine Kölner Traditions-Buchhandlung schließt – doch es gibt einen prominenten Nachfolger.

Vor 21 Jahren war für Gabriele Klinski eines klar, als sie ihren eigenen Laden suchte: „Lage, Lage, Lage“. Ein Rat, den ihr eine Unternehmensberaterin mit auf den Weg gab. Mit 50 Jahren wagte die erfahrene Buchhändlerin den großen Schritt in die Selbstständigkeit – und landete in Braunsfeld, direkt an der Aachener Straße.

Obwohl sie eigentlich aus Klettenberg kommt, war die Entscheidung für Braunsfeld goldrichtig. Die Vorteile lagen auf der Hand: „Gerade auf der Südseite gab es viele Geschäfte und eine kaufkräftige Laufkundschaft, mit Interesse an Literatur. Das Buch hat hier im Viertel eine Bedeutung“, erklärt Klinski. Hier sei man einfach „Teil des kulturellen Lebens.“

Mit 71 Jahren ist Schluss: Inhaberin übergibt an Branchen-Riesen Thalia

Bereut hat sie diesen Schritt nie. Doch nun, mit 71 Jahren, ist es Zeit, Abschied zu nehmen. „Es ist einfach genug“, sagt Klinski klar. Sie übergibt ihre geliebte Buchhandlung in neue Hände. Ab dem 1. August wird der Laden zu einer Filiale der Kette Thalia.

Eigentlich hatte sie gehofft, dass ihr Laden ein inhabergeführter Buchladen bleibt. „Ich habe mit vielen Buchhändlern und Buchhändlerinnen gesprochen“, erzählt sie. Doch am Ende wollte niemand übernehmen. Da Thalia schon länger ein Auge auf das Geschäft geworfen hatte, gab sie schließlich ihre Zusage.

Eine gute Nachricht für die Stammkundschaft und das Team: Thalia wisse um die Bedeutung der persönlichen Bindung im Veedel, so Klinski. „Thalia übernimmt meine Angestellten gerne.“ Auch das Sortiment und die beliebten Schreibwaren sollen größtenteils erhalten bleiben.

Von Harry-Potter-Partys und treuen Kunden: So wurde der Laden zum Veedels-Hit

Der Anfang war alles andere als leicht. „Die ersten Besucherinnen fragten, ob der Fußboden aus Holz oder Laminat ist, und gingen wieder“, erinnert sich Klinski lachend. Doch nach etwa sechs Monaten lief das Geschäft an. Krisen wie die Bankenkrise 2008/9 oder schwierige Personalwechsel musste sie meistern, aber sie hat es geschafft.

Selbst die Corona-Krise konnte dem Laden dank seiner treuen Kundschaft nichts anhaben. Die Basis dafür: Feste Beziehungen und unvergessliche Events. Kinski erinnert sich an ein Highlight: „Als der siebte und letzte Harry Potter Band erschien, der erst ab einem vorgegebenen Tag und einer Uhrzeit verkauft werden durfte, haben wir abends ab 22 Uhr zur großen Harry Potter-Party eingeladen, mit Speisen und Getränken, die in den Büchern vorkommen, wie Butterbier und Vielsafttrank“, erzählt sie. „Eine als Hexe verkleidete Schauspielerin hat aus den älteren Bänden gelesen. Ab 24 Uhr durften die Kunden dann das neue Buch erwerben.“ Gänsehaut-Momente im Veedel!

Manchmal waren es auch ganz pragmatische Dinge, die die Kunden banden. „2012 schloss der Schreibwarenladen gegenüber und dessen Hauptlieferant fragte mich, ob ich nicht ein kleines Sortiment in der Buchhandlung anbieten möchte“, erzählt Klinski. Sie sagte zu – und machte viele Eltern glücklich: „Die Mütter waren froh, nicht für jeden Radiergummi in die Stadt fahren zu müssen“, erzählt sie schmunzelnd. (red)

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