5

„Pure Ignoranz und Arroganz“Kölner macht Druck: Über 120 Fotos, zig Anzeigen

Der Kölner Achim dokumentiert die Falschparker in Köln vor der Agentur für Arbeit. Inzwischen hat er mehr als 120 Beweisfotos gemacht.

Copyright: Leserfoto Achim

Der Kölner Achim dokumentiert die Falschparker in Köln vor der Agentur für Arbeit. Inzwischen hat er mehr als 120 Beweisfotos gemacht.

Dem Kölner Achim reicht es – jetzt zeigt der 60-Jährige die Falschparker rigoros an. Inzwischen hat er weit über 120 Beweisfotos.

Wer in Köln mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, braucht starke Nerven.

Das weiß auch Achim aus leidvoller Erfahrung. Dienstags, mittwochs und donnerstags – zwischen 8 und 9 Uhr – führt sein Weg entlang der  Butzweilerhofallee. Dort kommt es immer wieder zu „Auto-Blockaden“.

„Die anderen parken doch auch hier...“

„Im Bereich der Agentur für Arbeit stehen regelmäßig bis zu sechs Autos auf dem Radweg“, beklagt der 60-Jährige.

Trifft Achim Fahrer in den Fahrzeugen an, spricht er sie freundlich an, argumentiert sachlich und stellt auch die direkte Frage: „Warum parken Sie hier bewusst falsch?“ Bisher hätten alle Einsicht gezeigt – aber stets begleitet von denselben Ausreden...

„Die anderen parken doch auch hier. Wo soll ich denn sonst parken? Ich wusste nicht, dass hier ein Radweg ist.“ Dabei ist der Radweg deutlich mit einem Symbol auf dem Asphalt gekennzeichnet.

Achim hat nicht nur das Gespräch gesucht – er hat dokumentiert und gehandelt. Mehr als 120 Fotos zeigen Fahrzeug für Fahrzeug, Tag für Tag, wie der Radweg an der Butzweilerhofalle blockiert wird.

Fast täglich erwischt Achim Falschparker auf der Butzweilerhofallee in Köln.

Copyright: Leserfoto Achim

Fast täglich erwischt Achim Falschparker auf der Butzweilerhofallee in Köln.

Steht ein Fahrzeug unbesetzt auf dem Radweg, erstattet er online Anzeige bei der städtischen Bußgeldstelle – wegen Verkehrsordnungswidrigkeit. Im Durchschnitt sind das fünf bis zehn Anzeigen pro Woche. Nicht immer hält er an, um Fotos für die Behörde zu machen.

Achim habe auch das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht. Ein Schreiben an die Stadt Köln, in dem er auf die gefährliche Situation hingewiesen habe, sei folgenlos geblieben. Ebenso seine konkreten Lösungsvorschläge: „Mein Vorschlag, den Radweg farblich zu markieren oder Poller aufzustellen, blieb ebenfalls erfolglos.“

„Parkende Autos im Bereich der Agentur für Arbeit sind leider ein Dauerthema“, bestätigt ein Sprecher der Stadt auf EXPRESS.de-Nachfrage. Mitarbeitende des Ordnungsamtes seien dort täglich unterwegs und „gehen gegen Falschparker konsequent vor und beknollen die Fahrzeuge.“

Der 60-Jährige zieht aus den täglichen Beobachtungen eine klare Schlussfolgerung: „Da dort täglich Falschparker stehen, unterstelle ich den Autofahrern pure Ignoranz und Arroganz!“

Aktion von Greenpeace dreht den Spieß um

Erst kürzlich machte eine Greenpeace-Aktion auf der Bonner Straße auf genau dieses Problem aufmerksam: Rund 30 Radfahrerinnen und Radfahrer drehten am 8. Juni den Spieß um und blockierten mit ihren Fahrrädern die Fahrbahn – mit Schildern wie „Komme gleich wieder...“ und „Bin nur kurz beim Bäcker“.

Jürgen Borkowski von Greenpeace Köln brachte das Problem auf den Punkt: „Das ist nicht nur nervig, sondern gefährlich. Denn Radfahrer und Radfahrerinnen müssen in den fließenden Verkehr ausweichen, was zu Gefahrensituationen, Konflikten oder gar zu Unfällen führt.“

Die Zahlen geben ihm recht: 229 Fahrradunfälle zählte Köln im vergangenen Jahr – mit zehn Schwerverletzten. Borkowski nennt das ein „Alarmsignal“.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen auf Kölns Radwegen gemacht? Schreibt uns!

Hau raus!

Werde Leserreporter/in

Du hast Fragen zu unserem Leserreporter-Programm?

Hier geht's zu den F.A.Q.
Café-Bar Espresso Perfetto
Was darf man?
Eklat beim Kölner City-Italiener: „Der Hund muss weg!“