Bonn hat beschlossen: Auf allen städtischen Friedhöfen soll es bald pflegefreie Gräber und sogar Bestattungsbäume geben. Was bietet Köln – und was kommt noch?
BeschlossenNeue Grabformen in Bonn: So ist der Stand in Köln

Ein geliebter Mensch stirbt. Die Trauer ist groß – und dann kommt die nächste Belastung: das Grab. Regelmäßig hinfahren, Blumen tauschen, Unkraut zupfen, bei Regen, bei Kälte, bei Hitze.
Für viele Angehörige ist das eine Last, die sie sich nicht aufbürden können oder wollen. Die Nachfrage nach pflegefreien Grabstätten wächst – und Bonn hat jetzt reagiert.
Neues Bestattungsangebot in Bonn: Das bietet Köln
Der Rat der Bundesstadt hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 11. Juni 2026, beschlossen: Auf allen 40 städtischen Friedhöfen sollen künftig neue, pflegefreie Grabformen angeboten werden.
Konkret geht es um sogenannte Friedhaine – naturnahe Lichtungen oder Flächen mit waldähnlichem Charakter, auf denen Urnen beigesetzt werden können, ohne dass Angehörige sich um die Pflege kümmern müssen. Zunächst startet das neue Angebot auf dem Friedhof Poppelsdorf und auf einer zusätzlichen Fläche in Heiderhof – perspektivisch soll es auf allen städtischen Friedhöfen verfügbar sein.
Dazu kommen pflegefreie Urnenwahlgräber mit naturnaher Bepflanzung, hauptsächlich Staudengewächse, sowie – noch in der Abstimmung mit den Friedhofsgewerken – sogenannte Bestattungsbäume: Grabstätten, bei denen Urnen unter einem Baum beigesetzt werden. Die genaue Ausgestaltung wird noch mit den zuständigen Gewerken abgestimmt.
Die Stadt Köln bietet bereits auf einzelnen Friedhöfen pflegefreie Optionen an – darunter Rasengräber mit Basisplatte, Baumwahlgrabstätten für Urnen, Kolumbarien mit Grabkammern sowie Urnenbestattungen in einem kleinen Naturwald am Ostfriedhof.
Auch anonyme Urnengräber und besonders gestaltete Grabfelder mit Pflegeverträgen durch private Kooperationspartner gehören zum Angebot. Das klingt nach viel – ist aber bislang auf einzelne Friedhöfe verteilt und nicht flächendeckend. Eine Ausweitung ist laut Stadtverwaltung geplant.
Die Friedhofsverwaltung stehe dazu im Kontakt mit den friedhofsnahen Gewerken. Einen konkreten Beschluss wie in Bonn gibt es in Köln bislang nicht.

