Die zwölfte Ausgabe des Seriencamp-Festivals wurde mit der ersten Folge der neuen ZDF-Produktion „Back for More“ eröffnet. Darin geht es um eine Boyband, die ein Comeback unternimmt. Viele Stars waren dabei.
Starauflauf bei Weltpremiere in KölnBoyband will aus Reality-Hölle ins Rampenlicht

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Sie sind die Boyband Rise aus der Serie „Back for More“: Eidin Jalali, Daniel Sträßer, Tim Sander und Tristan Seith (v.l.) bei der Premiere am Montagabend (8. Juni 2026) im Cinenova in Ehrenfeld.

Ein Ex-Teeniestar, der mangels Angebote ins Reality-TV abdriftet und die Trennung von seiner Partnerin verarbeiten muss, denkt nachts an die großen Erfolge seiner Boyband Rise. 2005 schaffte sie es an die Spitze der Charts und wurde angehimmelt.
Die vier Mitglieder verkrachten sich jedoch bei einer Pressekonferenz in bester Tic-Tac-Toe-Manier, weshalb sich die Gruppe auflöste. Als Flo (Tim Sander) einen Post absetzt, um daran zu erinnern, dass die glorreichen Zeiten nun 20 Jahre her sind, explodiert sein Account angesichts der Fan-Reaktionen geradezu.
Boyband-Serie „Back for More“ ist ab Anfang 2027 im ZDF zu sehen
Das ist die Initialzündung, die Band noch einmal zusammenzubringen. Doch dies stellt sich als schwierig heraus. Der exzentrische Kim (Daniel Sträßer) feiert lieber Drogen-Partys auf Ibiza. Fares (Eidin Jalali) steckt mit dem eigenen Fitnessstudio in den Schulden. Sam (Tristan Seith) lebt zwischen Staubsauger-Roboter und Baby-Betreuung.
Nachdem das erste Comeback-Treffen im Haus der Plattenfirma grandios scheitert, raufen sich die vier bei Reibekuchen und Kölsch zusammen. Die Serie „Back for More“ erzählt die Story rund um die Boyband, die zurück ins Rampenlicht will. Am Montagabend (8. Juni 2026) gab es die erste Folge als Weltpremiere zum Auftakt des Seriencamp-Festivals zu sehen.
Das Publikum im Cinenova war begeistert, muss sich jetzt allerdings gedulden, wie die Story weitergeht. Denn erst Anfang 2027 wird die Drama-Serie bei ZDFneo gesendet. Das größte Festival für Serien in Deutschland findet in seiner zwölften Ausgabe noch bis Donnerstag zum vierten Mal in Ehrenfeld statt. Gezeigt werden 19 Serien – fast alle als Welt- oder Deutschland-Premieren.
In „Back for More“ wirken einige Stars der Popgeschichte mit. Collien Fernandes schlüpft beispielsweise wieder in die Rolle der TV-Moderatorin, so wie sie es in den Nullerjahren bei Viva gemacht hat. „Ich habe mir noch mal den Ordner mit alten Moderationen durchgelesen. Es fühlte sich wie früher an“, sagte sie.

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Collien Fernandes schlüpft in der TV-Serie noch einmal in die Rolle der Moderatorin im Musikfernsehen.
Auf die EXPRESS.de-Frage, ob sie damals eher Fan von Take That oder den Backstreet Boys war, antwortete sie lächelnd: „Eher Nirvana. Das war ja auch irgendwie eine Boyband.“ Zu den klassischen Casting-Bands habe sie keinen so engen Bezug gehabt.

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Detlef Soost wirkt als Tanzchoreograf in „Back for More“ mit. Nadeshda Brennicke ist die Ex-Managerin Romy.
Detlef Soost hat das Tanztraining mit den vier Schauspielern übernommen. „Ich hätte die Rolle nicht angenommen, wenn ich eine andersartige Person hätte spielen sollen. Die vier haben so hart trainiert, wie kaum eine Popstars-Band“, lobte er. Zwischen 2000 und 2012 war er Jurymitglied und Coach in der Castingshow. Nun schlüpft er wieder in die alte Rolle.
Gleichzeitig kritisiert er die aktuelle Entwicklung in der Branche. „Ich beobachte mit Sorge, dass die Castingshows nichts mehr mit den authentischen Heldengeschichten wie vor 20 Jahren zu tun haben. Das Publikum konnte sich mit den Kandidaten identifizieren und hat mitgefiebert. Heutzutage geht es nur um Glanz, Gloria und Glamour, statt um Blut, Schweiß und Tränen. Deshalb funktionieren Castingshows nicht mehr und keiner kennt mehr die Sieger der letzten zehn DSDS-Jahre.“ Die TV-Serie bediene jetzt den Nostalgie-Trend. „Früher war nicht alles besser. Aber heute ist alles noch verrückter.“

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Max von der Groeben ist Teil der Jury beim Seriencamp-Festival.
Daniel Sträßer berichtete im EXPRESS.de-Gespräch von anstrengenden Dreharbeiten. „Wir haben zusammen geschwitzt, gelitten und uns zum Affen gemacht. Das war sauanstrengend.“ Der 38-Jährige ist vielen als Kriminalkommissar Adam Schürk im Tatort des Saarländischen Rundfunks bekannt. „Auch da versuche ich, in meine Figur immer etwas Humor hereinzubringen. Humor ebnet den Weg für das große, dramatische Gefühl.“

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Walid Nakschbandi (Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, l.) und Oberbürgermeister Torsten Burmester waren ebenfalls bei der Eröffnung des Festivals.
Mit Doreen Steinert spielt auch eine Sängerin in der Serie, die 2004 als Casting-Siegerin Teil der Popband Nu Pagadi wurde. Da Köln zu der Zeit, als die fiktive Band Rise gegründet wurde, Medienhauptstadt war, spielt die Serie auch in der Domstadt. Bekannte Plätze wie der Mediapark sind Schauplatz der Handlung.
Oberbürgermeister Torsten Burmester schaute sich „Back for More“ ebenfalls an. „Meine Lieblingsserie ist der Kölner Tatort“, sagte er. Vor allem habe er die Schlussszene an der Wurstbraterei geliebt. „Diese Stadt gibt eine wunderbare Kulisse ab. Hier wird vor und hinter der Kamera erstklassig gearbeitet. Das Seriencamp-Festival ist auf jeden Fall ein Gewinn für Köln. Die Filmbranche ist in Zeiten des Populismus sehr wichtig für die kommunale Demokratie.“
