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Agrippabad-Drama in KölnDie bittere Wahrheit hinter der Wiedereröffnung

Die Außenfassade des Agrippabades ist eine schräge Fensterkonstruktion.

Copyright: Alexander Schwaiger

Das Agrippabad in der Kölner Innenstadt eröffnet am 17. Juli 2026 wieder. Das Foto wurde am 9. April 2026 gemacht. 

Aktualisiert:

Jubel in Köln: Das Agrippabad öffnet wieder seine Türen. Aber die Erleichterung ist trügerisch, denn dem beliebten Bad droht eine ungewisse Zukunft.

Für alle Wasserratten in Köln ist es die Nachricht des Sommers! Nach einer gefühlten Ewigkeit von über einem halben Jahr Sperrung, öffnet das Agrippabad im Herzen der Stadt am 17. Juli wieder – pünktlich zum Ferienstart.

Doch hinter der Freude verbirgt sich eine ernste Realität. Das Aushängeschild der Kölnbäder ist schwer angeschlagen. Eine grundlegende Sanierung oder sogar ein teilweiser Neubau stehen unausweichlich bevor. Eigentlich war die Eröffnung für den 1. Juli geplant. Verzögerungen bei den Bauarbeiten durchkreuzten diesen Plan. 

Kölner Agrippabad: Schäden weitaus gravierender

Das altehrwürdige Bad aus den 1950ern hat schwere Mängel. Besonders schlimm hat es die Teile erwischt, die erst vor 27 Jahren modernisiert wurden, wie die schräge Glasfassade. Der Schock kam 2025 bei der genauen Planung der Instandsetzung: Die Schäden sind weitaus gravierender als angenommen. Für eine gründliche Untersuchung schloss das Bad deshalb ab dem 1. Januar 2026 seine Pforten. Gleichzeitig wurden die dringendsten Probleme notdürftig geflickt. Viele Gäste zeigten sich verärgert, dass das Bad ein halbes Jahr zu war, ohne dass die große Sanierung überhaupt begann.

An der Kämmergasse 1 strömen jährlich etwa 420.000 Menschen durch die Türen – das macht das Agrippabad zum meistbesuchten Bad der Stadt. Gebaut wurde es 1958. Der Sprungturm und der Eingang mit dem charakteristischen Treppenaufgang zum Sauna- und Fitnessbereich sind denkmalgeschützt. Das gilt auch für den benachbarten Verwaltungsturm. Zwischen 1998 und 2000 floss viel Geld in eine Generalüberholung, die 27 Millionen Euro kostete und das Bad in ein Freizeitparadies verwandelte. Doch genau diese Umbauten erweisen sich jetzt als Bauschrott. Intern fällt ein hartes Urteil: „Die Sanierung war eine Katastrophe“, heißt es.

Die Liste der Baumängel ist lang und erschreckend. An der 1200 Quadratmeter großen Glasfassade wurden anscheinend billige Metallhalterungen verwendet. Bereits im Dezember warnte Bäder-Chefin Claudia Heckmann vor dem gewaltigen Sanierungsstau. Weil Rost an den Stahlträgern nagt, sind auch Reparaturen am Dach unumgänglich. Zudem sickerte Wasser aus den Becken in den Keller. Obendrein ist die gesamte Technik veraltet und muss ausgetauscht und energetisch modernisiert werden.

Der Altbaubereich des Agrippabads von 1958 ist denkmalgeschützt.

Copyright: Alexander Schwaiger

Der Altbaubereich des Agrippabads von 1958 ist denkmalgeschützt.

„Für die Wiedereröffnung des Agrippabads wurden die notwendigen baulichen Maßnahmen, unter anderem an Dach und Schrägfassade, umgesetzt. So war zum Beispiel die Verklebung der Haltepunkte an der Schrägfassade eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Betriebs“, teilt Bäder-Sprecherin Judith Jussenhofen auf Anfrage mit. Man habe die Verbindungspunkte der Glasscheiben verkleben lassen, um sie vor weiterem Rost zu bewahren.

Die bereits bekannten Probleme, wie der Rostfraß, wurden nun ganz genau unter die Lupe genommen. Es ging vor allem darum, die beste Lösung für die Reparatur zu finden. Mittlerweile haben die Kölnbäder die Gutachten auf dem Tisch. Darin werden unterschiedliche Sanierungs-Szenarien mit Zeitplänen und ersten Kostenschätzungen aufgezeigt.

Ein kompletter Abriss mit anschließendem Neubau ist anscheinend vom Tisch. Ein Grund dafür ist der Denkmalschutz für einige Gebäudeteile. Außerdem gilt es als unsicher, ob für ein Schwimmbad in der Innenstadt heute noch eine Baugenehmigung erteilt würde. Die zentrale Frage ist nun, wie eine möglichst wirtschaftliche Sanierung aussehen kann. Eine Komplettlösung, die dem Bad eine lange Zukunft sichert und gleichzeitig im Kostenrahmen bleibt, wird favorisiert.

Kostenexplosion bei Kölner Agrippabad

Die Kosten explodieren förmlich. Im Jahr 2018 waren für die Erneuerung von Sauna, Fitnessbereich und Fassade noch 22,3 Millionen Euro eingeplant. Mittlerweile schätzt man die Summe auf beinahe 40 Millionen Euro. Und das ist noch nicht alles: Die Kosten für die veraltete Technik sind in dieser Rechnung noch nicht einmal enthalten.

„Wie die langfristige Zukunft des Standorts konkret aussehen wird, ist derzeit noch offen. Ebenso wie eine umfassende Sanierung umgesetzt wird, ist Gegenstand weiterer Abstimmungen mit den Gesellschaftern. Eine abschließende Entscheidung hierzu liegt aktuell noch nicht vor“, erklärt Sprecherin Jussenhofen.

Obwohl die Stadtwerke Köln, die Muttergesellschaft der Kölnbäder, selbst finanzielle Sorgen haben, gaben sie Ende Mai ein klares Bekenntnis ab: Das Agrippabad soll langfristig erhalten bleiben. Dafür sind jedoch gewaltige Investitionen nötig. Welche Sanierungsoption gewählt wird, beraten derzeit die Aufsichtsräte. Die endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat in seiner Sitzung am 2. Juli. „Die Kölnbäder haben alle nötigen Unterlagen zur Sanierung des Agrippabads vorgelegt. Nun arbeiten die Gremien“, so die Bäder-Sprecherin.

Bis die Generalüberholung tatsächlich startet, könnten noch mehrere Jahre vergehen. Jussenhofen unterstreicht die Unsicherheit: „Über die Dauer der temporären Wiedereröffnung können wir zum aktuellen Zeitpunkt keine belastbaren Aussagen treffen, gehen aber von mehreren Jahren aus.“

Diese Ungewissheit ist für die Vereine ein großes Problem. Wolfgang Engel, zweiter Vorsitzender der Freien Wassersportvereinigung Köln, verlangt endlich Klarheit. Zwar hat Engel von der Wiedereröffnung gehört, doch bis Dienstagmittag lag ihm keine offizielle Mitteilung der Bäder vor, was dies für seinen Club konkret bedeutet. Sein Verein trainierte vor der temporären Schließung im Agrippabad und musste auf andere Standorte ausweichen. Engel steht vor einem Rätsel: Kann der Verein zurückkehren? Und wenn ja, für wie lange? Oder muss er in den Ausweichquartieren bleiben? Engel zeigt sich frustriert: „So kurz vor den Sommerferien wird das für uns erstmal nichts heißen. Auf die Schnelle ist es für uns nicht leistbar, einfach wieder zurückzukehren.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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