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Neuer Riese am Dom?Star-Architekt will altes Bankenviertel umkrempeln

Diese Visualisierung zeigt den ersten Entwurf. Die Pläne sind mittlerweile schon weiter entwickelt. Ob das Gebäude so kommt, ist offen.

Copyright: Chipperfield

Diese Visualisierung zeigt den ersten Entwurf. Die Pläne sind mittlerweile schon weiter entwickelt. Ob das Gebäude so kommt, ist offen.

Das Herz von Kölns Bankenviertel ist Geschichte. Wo einst Milliarden bewegt wurden, herrscht bald die Abrissbirne. Ein Hamburger Investor hat spektakuläre Pläne – und einen Weltstar an seiner Seite.

Ein Areal in Kölns ehemaligem Banken-Zentrum, kaum 200 Meter von der Kathedrale entfernt, steht vor einer kompletten Umgestaltung. An dem Ort, wo einst Geldhäuser wie Deutsche, Dresdner und Commerzbank, Sal. Oppenheim sowie Herstatt residierten, will der Entwickler Momeni aus Hamburg ein modernes Bürohaus errichten. Den Entwurf dafür lieferte das Büro des Star-Architekten David Chipperfield. Er erhielt 2023 den Pritzker-Preis, der als „Architektur-Oscar“ gilt.

Dem neuen Projekt muss das Eckhaus Unter Sachsenhausen von 1963 weichen, das bis auf Teile des Kellers abgerissen werden soll. Momentan dient das Gebäude der Kölner Industrie- und Handelskammer (IHK) als Übergangsquartier, da deren Hauptsitz renoviert wird. Die Commerzbank war bis 2024 die vorherige Nutzerin des Objekts.

Neues Mega-Projekt für Köln

Doch Momeni hat noch mehr vor für sein Grundstück in der City. Es handelt sich um einen kompletten Block bei der Basilika St. Andreas, der für Jahrzehnte als Kölns Finanzmeile bekannt war – diese Ära endet nun, da beispielsweise die Deutsche Bank 2028 ihr angestammtes Quartier nebenan verlässt (wir berichteten). Auch dieses Gebäude ist im Besitz von Momeni.

Das Projekt trägt den Namen „Domquartier“. Dazu heißt es von der Firma: „Die Liegenschaften befinden sich in bester Lage des Kölner Bankenviertels in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kölner Dom und dem Hauptbahnhof. Der Immobilienkomplex verfügt über eine vermietbare Fläche von circa 32.000 Quadratmetern und bietet exklusive Büroflächen sowie eine Tiefgarage mit 237 PKW-Stellplätzen.“

Der Entwickler möchte die massiven Gebäudeblöcke durch Passagen öffnen, im Parterre Läden ansiedeln und begrünte Innenhöfe schaffen. Die Fronten sind teilweise extrem lang; die beiden größten an der Nord- und Westseite messen 140 sowie 100 Meter.

Aktuell steckt das Vorhaben in der zweiten von insgesamt neun Leistungsphasen, welche die Zeitspanne von Planungsbeginn bis zur Fertigstellung umfassen. Diese zweite Stufe ist die Vorplanung, bei der erste Konzepte entstehen und Alternativen geprüft werden.

Um den gesamten Bereich mitsamt der Komödienstraße aufzuwerten, plant Momeni die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) unter dem Titel „Historisches Bankenviertel“.

Das blau eingefärbte Gebäude (Bild aus 2018) soll einem Neubau weichen.

Copyright: Momeni/we

Das blau eingefärbte Gebäude (Bild aus 2018) soll einem Neubau weichen.

Eine ISG ist laut Definition der Stadt „ein räumlich begrenzter, innerstädtischer Bereich, in dem sich Grundeigentümer, Erbbauberechtigte und Gewerbetreibende mit dem Ziel zusammenschließen, ihr unmittelbares geschäftliches Umfeld zu verbessern“.

So könnte in dem Quartier zum Beispiel die Straße öfter gesäubert oder die Beleuchtung erneuert werden. Zur Finanzierung darf die Stadt dort eine Gebühr erheben – selbst von den Gegnern des Vorhabens. Lehnt jedoch mehr als ein Drittel der Betroffenen diese Satzung ab, wird sie nicht umgesetzt.

Unternehmen sieht großes Potenzial für das Viertel

Momeni gab bekannt: „Mit vergleichbaren Ansätzen haben wir in Hamburg bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort konnte insbesondere die Aufenthaltsqualität in innerstädtischen Lagen spürbar verbessert werden.“

Unter anderem hat die Firma in ihrer Vorstellung einen Kernbereich sowie Potenzialflächen definiert, um ein größeres Gebiet aufzuwerten, wozu auch die Komödienstraße direkt am Dom gehört. Gegenüber der Commerzbank errichtete Momeni zusammen mit der Hanse-Merkur-Versicherung bereits den neuen Bürokomplex „Sachs“.

So stellte Momeni den neuen Bürokomplex „Sachs“ an der Stolkgasse in einer Visualisierung vor.

Copyright: ARCHITECT / Project

So stellte Momeni den neuen Bürokomplex „Sachs“ an der Stolkgasse in einer Visualisierung vor.

Vor acht Jahren erwarb Momeni das Gebäude, das lange Zeit der Hauptsitz der Commerzbank war. Vier Jahre danach präsentierte die Firma das Neubauprojekt zum ersten Mal im Gestaltungsbeirat.

Dieser Beirat ist ein vom Stadtrat eingesetztes Expertengremium, zu dem auch Architekten gehören. In möglichst frühen Stadien der Planung befasst sich das Gremium mit „städtebaulichen Planungsprojekten von hoher Relevanz für die Stadtgestaltung“. Es ist eine Art Vorfühlen; Anpassungen der Pläne sind dabei eher die Regel als die Ausnahme.

Überraschung: Gebäude soll nun doch höher werden

Und jetzt präsentierte Momeni seine Pläne erneut, da der Neubau im Zentrum des Komplexes an einer Stelle drei Meter höher und auch breiter werden soll als im ursprünglichen Entwurf. Er würde dann eine Höhe von fast 39 Metern erreichen und wäre damit beinahe so hoch wie die Bebauung auf der anderen Seite der Tunisstraße.

In der Präsentation für den Gestaltungsbeirat wird gefragt: „Städtebauliche Rolle des mittleren Turms?“ Und weiter: „Durch die Absenkung des Erdgeschosses auf Straßenniveaus sowie durch öffentlich zugängliche Gewerbeflächen, neue Durchwegungen und Innenhöfe wird das Gebäude stärker in den Stadtraum integriert.“

Visualisierung zeigt nur einen alten Entwurfsstand

Der Gestaltungsbeirat hat sich Berichten zufolge mit dem Bauvorhaben beschäftigt und sah keine wesentlichen Hindernisse, insbesondere in einer Phase, in der große Neubauvorhaben immer seltener werden.

In der Präsentation legt Momeni auch eine Visualisierung von Chipperfield vor, die zeigt, wie das neue Bürogebäude im ersten Konzept aussehen sollte (siehe oben). Dieses ist inzwischen veraltet, zum Beispiel was die Höhe im Mittelteil angeht. Laut dem Unternehmen handelt es sich „um einen frühen Entwurfs- und Abstimmungsstand“, der nicht verbindlich ist.

Für die früheren Entwürfe hatte die Stadt eine Bauvoranfrage von Momeni schon vor drei Jahren positiv beschieden. Mit einer solchen Anfrage kann ein Bauherr klären lassen, ob ein Projekt rechtlich machbar ist – es stellt aber noch keine Baugenehmigung dar. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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