„Köln kriminell“ Mehr als Klüngel: Unfassbare Korruption am Aachener Weiher

Blick auf die Brücke am Ostasiatischen Museum

Die Brücke am Aachener Weiher, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2014 nach ihrer Fertigstellung. Der Vorgänger-Bau wurde in den 90er Jahren für kriminelle Machenschaften genutzt.

„Köln kriminell“ heißt das neue Buch von Bernd Imgrund. Er beleuchtet darin zahlreiche Kriminalfälle und Verbrechen seit 1945 in der Stadt. Eine Brücke hat es dem Kölner Autor dabei besonders angetan.

Er ist begeisterter Tischtennisspieler und ein Kneipen-Kenner par excellence. So verwundert es nicht, dass Bernd Imgrund auch darüber schon Bücher und Bestseller geschrieben hat. Nun aber hat sich der Kölner Autor einem ganz anderen Thema gewidmet: den Schattenseiten der Stadt. „Köln kriminell“ heißt das Buch. Imgrund schreibt darin über bekannte wie unbekannte Kriminalfälle nach 1945.

Dabei werden die Taten geschildert, aber auch die gesellschaftlichen Hintergründe. Zum Beispiel die Feuerattacke 1964 an der Volksschule in Volkhoven mit acht getöteten Kindern, das Attentat auf Oskar Lafontaine 1990 oder der Raub in der Domschatzkammer 1995, als ausgerechnet Milieu-Größe „Schäfers Nas“ die Beute wiederbeschaffte: „Dä Dom bekläut mer nit.“

„Köln kriminell“: Neues Buch von Bernd Imgrund

Im Beisein von Ex-Polizeipräsident Jürgen Roters, auch ehemaliger  Regierungspräsident und Kölner Oberbürgermeister, wurde das Buch nun im Greven-Verlag präsentiert. Ein Fall hat es Bernd Imgrund dabei besonders angetan, zeigt er doch auf unfassbare Art, wie im Kölner Rathaus kriminell geklüngelt wurde.

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Es geht um die Brücke am Aachener Weiher. Obwohl alle Bohlen in Ordnung waren, erteilte das Brückenamt einer Firma zweimal pro Jahr den Auftrag, den Steg zu reparieren. Insgesamt wurden innerhalb von acht Jahren 272 neue Bohlen berechnet: 126.010 Mark.

Bernd Imgrund und Jürgen Roters stehen nebeneinander und präsentieren das neue Buch.

Bernd Imgrund (l.) stellte sein neues Buch am 1. Dezember im Beisein von Alt-OB Jürgen Roters in den Räumen des Kölner Greven-Verlags vor.

1998 kam alles ans Licht, es weitete sich ein Bestechungsskandal im Amt für Brücken- und Stadtbahnbau aus. „Klicken heute wieder die Handschellen? Im Rathaus geht die Angst vor neuen Razzien um. Je länger die Ermittlungen dauern, um so mehr Mitarbeiter werden belastet“, hieß es damals im EXPRESS. Und ein Ermittler zum EXPRESS-Reporter: „Die Verdächtigen singen alle wie die Kanarienvögel.“ Auch Vorgesetzte seien schwer belastet worden.

Wie Bernd Imgrund recherchierte und in seinem Buch nun schildert, gingen lukrative Aufträge an dieselben Firmen. Dort revanchierte man sich großzügig: So wurde etwa einem Mitarbeiter des Bauamtes ein Wintergarten kostenlos ans Haus gebaut, oder jemand bekam neue Fenster oder eine neue Treppe. Gratis tanken auf Kosten einer Firma war ebenso drin wie ein Reifenwechsel, für den der städtische Mitarbeiter nichts zahlen musste. 

Bernd Imgrund spricht von „Wahnsinn“: Kölscher Klüngel, unter dem nicht mehr Nachbarschaftshilfe, sondern kriminelle Energie verstanden wird. 2014 wurde am Aachener Weiher eine komplett neue Brücke gebaut. Bernd Imgrund: Köln Kriminell, 264 Seiten, Greven-Verlag, 16 Euro. 

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