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Nach FeuerhölleKöln weint um Sürther Bootshaus – „melde dich“

Das Sürther Bootshaus ist abgebrannt – doch Köln lässt Uschi und Jörg nicht allein. Hunderte Nachrichten zeigen: Das war mehr als eine Kneipe.

Kaum hatte die Feuerwehr die Flammen auf dem Sürther Bootshaus unter Kontrolle, wurde es emotional.

Auf der Facebook-Seite des Lokals erklärten die Betreiber die vorübergehende Schließung des Lokals aufgrund des Feuers. In den Kommentaren folgten Trauer, Erinnerungen und eine klare Forderung: Bitte macht wieder auf.

Große Trauer nach Feuer auf Sürther Bootshaus

„Das Bootshaus war etwas Besonderes – aber das, was es ausgemacht hat, wart immer ihr“, schreiben Martina und Thomas. Ein Satz, der stellvertretend für Dutzende steht. Anne und Klaus ergänzen: „Unser schönster Platz im Kölner Süden fehlt uns jetzt schon.“

Besitzer des Bootshauses ist Achim Pesch. Geführt wurde das schwimmende Restaurant von Jörg Blöck und seiner Lebensgefährtin Ursula „Uschi“ Seigner, die bis Juni 2020 das Landhaus Alt Weiß betrieben hatten.

Ein ehemaliger Stammgast erinnert sich an die 80er-Jahre: „Ich war damals lange Zeit als DJ gebucht – wir haben es richtig krachen lassen. So viele Besucher, dass der Zugang zum Bootshaus begrenzt werden musste, damit wir nicht sinken.“ Für einen anderen war das Bootshaus noch persönlicher: „In den 80ern schon meine erste Liebe gefunden.“

Ein weiterer Besucher fasst das Gemeinschaftsgefühl so zusammen: „Bei euch haben wir gelacht, geliebt, gelebt, Siege gefeiert und Niederlagen betrauert – so viele Erinnerungen hängen am Sürther Bootshaus.“

Die Solidarität geht über persönliche Nachrichten hinaus: „Hallo Jörg, was für eine schreckliche Nachricht. Wenn du Hilfe benötigst – melde dich“, bietet ein Gast an.

Die Botschaft der Gemeinschaft ist eindeutig: „Ich wünsche euch, dass ihr es schafft – wie Phönix aus der Asche.“

Das Feuer war am Dienstag um 14.36 Uhr ausgebrochen. Rund 100 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr kämpften gegen die Flammen – erschwert durch das aktuelle Niedrigwasser im Rhein, das den Feuerwehrschiffen das Anlegen unmöglich machte. Ein nahegelegener Gasbehälter musste unter Atemschutz gesichert und runtergekühlt werden. Vier Personen retteten sich selbstständig und unverletzt.

Jörg Blöck ist Küchenchef auf dem Sürther Bootshaus (Archivfoto).

Copyright: Carolina Bosch

Jörg Blöck ist Küchenchef auf dem Sürther Bootshaus (Archivfoto).

Besitzer Achim Pesch stand fassungslos vor dem, was von seinem Lebenswerk übrig blieb: „Im Moment kann ich keinen klaren Gedanken fassen. Geht nicht. Ist viel Kopfkino“, sagte er dem WDR.

Ob das Sürther Bootshaus zurückkommt, ist offen. Die Kölner lassen daran keinen Zweifel: „Es wird eine Zukunft geben, auf die wir uns freuen.“

Das ausgebrannte Sürther Bootshaus
Feuer zerstört Kölner Bootshaus
Besitzer ist fassungslos: „Das wäre das Letzte gewesen“