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Einsätze bei Kölner LichternSecurity-Reaktion lässt Tierschützer sprachlos zurück

Eine Gans sitzt an einem Brückengeländer, auf dem sich Blut befindet.

Copyright: Team für Tiere Köln

Diese verletzte Gans ist dem „Team für Tiere Köln“ in der „Kölner Lichter“-Nacht gemeldet worden.

Die Kölner Lichter waren für Tausende ein tolles Spektakel. Das „Team für Tiere Köln“ brachte das Feuerwerk an die Grenze seiner Belastung. 

Das Feuerwerk bei den Kölner Lichtern hat für Jubelstürme gesorgt. Bis kurz vor Mitternacht harrten mehr als 150.000 Menschen aus. Auch für das „Team für Tiere Köln“ war es eine lange Nacht...

„Stadt Köln – sollten wir nicht mittlerweile weiter sein?“, postet Tierretter Jordan Wieland fassungslos auf Facebook. Er berichtet von panisch auffliegenden Wasservögeln und fragt ironisch: „Ein richtig schöner Auftakt, oder?“ 

Kölner Tierretter erheben heftige Vorwürfe

Das Feuerwerk fände zwar nicht in der Brutzeit, aber kurz danach statt. Die Konsequenz sei, dass Elterntiere in Panik davonfliegen, die Jungvögel zurückbleiben – orientierungslos und allein.

So sei ihnen gegen 0.45 Uhr eine verletzte Kanadagans auf der Zoobrücke gemeldet worden. Das Tier habe eine größere Menge Blut gespuckt, sei geschwächt gewesen.

Der „Team für Tiere Köln“-Sprecher beklagt: „Die Melder hatten zuvor bei der Feuerwehr Köln angerufen. Diese war laut Aussage der Melder jedoch nicht bereit, auszurücken – obwohl es bei der Feuerwehr Köln einen Tiertransport gibt. Dieser wird dafür finanziert, sich um Tiere in Köln zu kümmern.“ 

Letztlich hätten sie sich um die Gans gekümmert. „Wir Ehrenamtlichen pfeifen mittlerweile aus dem letzten Loch“, so Jordan Wieland. Frustriert fügt er hinzu: „Ja, wir machen das freiwillig, aber nur, weil es sonst anscheinend niemanden gibt, der sich kümmert.“ 

Ein Mann hält eine Gans auf dem Arm.

Copyright: Team für Tiere Köln

Jordan Wieland vom „Team für Tiere Köln“ mit der verletzten Gans, die sie in der „Kölner Lichter“-Nacht von der Zoobrücke retteten.

Und in der „Kölner Lichter“-Nacht sollte es noch schlimmer kommen. Denn wenig später erhielt das Team eine weitere Meldung über eine verletzte Gans, diesmal im Rheinpark. „Was dann kam, setzte dem Ganzen noch die Krone auf“, erzählt der Tierschützer.

Kölner Lichter: Dann muss das Tier „halt verrecken“

Sie seien vom Sicherheitsdienst nicht durchgelassen worden. Jordan Wieland: „Aber als wir mitteilten, dass wir dringend zu einem verletzten Tier im Rheinpark müssen und lediglich wissen wollten, wie wir dort am schnellsten hinkommen, wurden wir angeschrien und beleidigt.“

Laut dem „Team für Tiere Köln“ sagte der Security wortwörtlich, dass das Tier dann „halt verrecken“ müsse.

„Eine Aussage, die wir sprachlos zur Kenntnis nehmen mussten. Wir fanden trotzdem einen Weg zum Rheinpark und konnten auch diese Gans sichern“, erklärt er. 

EXPRESS.de bat den Veranstalter sowie die Stadt um Stellungnahme. Laut Veranstalter Werner Nolden sei die Aussage, dass das Tier verrecken solle, nicht tragbar. „Das ist unmöglich und überhaupt nicht in unserem Sinne“, erklärt er am Montag (3. August). Er selbst sei seit Jahrzehnten im Tierschutz und werde jetzt alles dransetzen, um zu klären, wer das war.

Simone Winkelhog, Vize-Sprecherin der Stadt erklärt: „Die Feuerwehr hat den Notruf zu der betroffenen Gans abgehört. Im Meldebild wurde von einer freilaufenden Gans besprochen, die sich im Bereich der Zoobrücke aufhält. Hierbei wurde keine Aussage getroffen, dass das Tier verletzt sei. Zur Verkehrsabsicherung des betroffenen Bereichs hat die Feuerwehr an die Polizei verwiesen.“

Der Tiertransportwagen der Feuerwehr Köln sei 24 Stunden täglich bereit für Einsätze, wenn verletzte oder hilflose Tiere gemeldet werden.

Horst Köhler und Jan Luca Jansen am Lokal „Zum Jan“.
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