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Schätzchen im Lager gefundenFans pilgern nach Köln – Preise wie zu D-Mark-Zeiten

Klaus Vogt (75) mit seinem Sohn Jonas (27), der inzwischen das Geschäft in Sülz führt. Für Diddl-Fans gibt es dort Schätzchen aus den 90er- und 2000er-Jahren – ausgezeichnet noch mit D-Mark-Preisen.

Copyright: Matthias Trzeciak

Klaus Vogt (75) mit seinem Sohn Jonas (27), der inzwischen das Geschäft in Sülz führt. Für Diddl-Fans gibt es dort Schätzchen aus den 90er- und 2000er-Jahren – ausgezeichnet noch mit D-Mark-Preisen.

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Während Diddl-Artikel im Internet für dreistellige Summen angeboten werden, gibt es sie in Köln-Sülz zum „alten Preis“. Dafür stehen Fans schon am frühen Morgen vor dem Laden.

Als am Mittwochmorgen (29. Juli) die Tür des Schreibwarenlandes „Papyrus“ an der Berrenrather Straße in Köln-Sülz noch geschlossen ist, warten die ersten Diddl-Fans bereits davor.

Sarah (38) aus Burscheid und Katharina (29) aus Kerpen sind gekommen, um alte Kindheitserinnerungen zurückzuholen. Sarah sucht unter anderem ein Freundebuch: Ihr eigenes habe sie damals nie zurückbekommen.

Diddl-Fieber in Köln-Sülz – Fans kommen aus ganz Deutschland

Im Geschäft liegt der Grund für den Andrang: Original-Diddl-Artikel aus den 90er- und 2000er-Jahren – jahrzehntelang lagen sie unberührt in den Lagerräumen. Diddl-Blöcke, Schülerkalender, Sammelkarten und weitere Nostalgie-Artikel kommen jetzt wieder zum Vorschein. Und zwar zu Preisen, die nach Zeitreise klingen: Ein Block kostet 1,99 Euro, ein Schülerkalender 6,95 Euro.

„Wir verkaufen alles zu den alten Preisen“, sagt Jonas (27), der den Familienladen seit Kurzem führt. „D-Mark rechnen wir eins zu eins in Euro um.“ Auf den Regalen liegen tatsächlich Original-Verpackungen mit alten Preisangaben. Auf einer Diddl-Schneekugel ist etwa eine unverbindliche Preisempfehlung von 29,95 D-Mark zu lesen. Die kostet jetzt 29,95 Euro.

Jonas will verhindern, dass die Ware direkt wieder im Internet landet. Die Artikel sollen bei echten Sammlern landen. Während Wiederverkäufer auf eBay teils dreistellige Preise verlangen, können Fans in Sülz noch zum alten Preis einkaufen.

Nachdem Jonas für den Verkauf auf Instagram geworben hatte, setzte der Run ein. Kunden reisten vergangene Woche sogar aus Frankfurt an. „Fast alle sind fröhlich hier rausgegangen und haben gefunden, was sie gesucht haben“, sagt Jonas. Auch vor Ort zeigt sich: Die Diddl-Begeisterung erreicht verschiedene Altersgruppen.

Die Diddl-Fans Sarah (38) aus Burscheid und Katharina (29) aus Kerpen warten vor dem Schreibwarengeschäft in Köln-Sülz.

Copyright: Matthias Trzeciak

Die Diddl-Fans Sarah (38) aus Burscheid und Katharina (29) aus Kerpen warten vor dem Schreibwarengeschäft in Köln-Sülz.

Matilda ist zwölf Jahre alt und sammelt Diddl. Auf die alten Artikel wurde sie durch den neuen Hype „Diddl is back“ aufmerksam. Die neue offizielle Diddl-Kollektion ist seit dem 20. Juli im Handel und war in vielen Kölner Läden schnell vergriffen.

„Papyrus“ ist dabei selbst ein Stück Kölner Einzelhandelsgeschichte. Klaus Vogt gründete das Geschäft 1986 und führte es jahrzehntelang allein. Bis 2025 machte der heute 75-Jährige alles von A bis Z. Seitdem kümmert sich sein Sohn Jonas um den Laden – zusätzlich zu seinem eigentlichen Vollzeitjob.

Jonas zeigt unter anderem Schülerkalender mit Sammlerwert.

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Jonas zeigt unter anderem Schülerkalender mit Sammlerwert.

Beim Aufräumen zum 40-jährigen Jubiläum entdeckte Jonas die Diddl-Schätzchen im Lager. Dort schlummerten neben Diddl auch Sheepworld-Artikel, Sammelkarten und Beanie Babies. Die Ware war in den 90er-Jahren und später eingekauft worden, als Diddl noch ein großer Trend war. Die Lagerbestände wurden nie digital erfasst.

Wie lange der Vorrat reicht, ist offen. „Es ist genug da, dass wir hoffentlich alle happy machen können“, sagt Jonas.

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