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Statt Verbot und StrafeNeuer Plan für Rheinbad in Köln – Vergleich mit Paris

So könnte ein kleines Rheinbad in Köln-Rodenkirchen aussehen.

Copyright: Torsten Ilg (KSG)

So könnte ein kleines Rheinbad in Köln-Rodenkirchen aussehen.

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Flussbad wie in anderen Städten? Die Stadt nennt hohe Hürden – vom Wellenschlag der Schiffe bis zu Pegelschwankungen von mehr als zehn Metern. Trotzdem wittert die Politik eine Chance.

Kölns Rhein-Ufer, Hochsommer, Hitze: Viele zieht es ans Wasser – doch im Stadtgebiet gilt ein pauschales Badeverbot. Wer trotzdem absichtlich in den Rhein geht, riskiert ein saftiges Bußgeld.

Und trotzdem: Das Verbot allein wird das Problem nicht lösen, meint zumindest Politiker Torsten Ilg (KSG) aus Rodenkirchen. Seine Ansage: „Ein pauschales Badeverbot wird in der Realität nicht funktionieren. Die Menschen werden bei zunehmender Hitze trotzdem in den Rhein gehen.“

Bisher nicht geprüft – aber die Hürden sind hoch

Ilg und die FDP/KSG-Fraktion in der Bezirksvertretung Rodenkirchen wollen deshalb, dass Köln einen Schritt weitergeht: Weg vom reinen Verbot – hin zu einem Prüfauftrag, ob es am Rhein gesicherte Badestellen oder sogar ein Flussbad geben könnte. In einer aktuellen Mitteilung verweist Ilg darauf, dass die Stadtverwaltung ein Rheinbad nicht grundsätzlich ausschließe, sondern das Thema bislang nie systematisch geprüft worden sei.

Wie kompliziert das Vorhaben wäre, zeigt eine Verwaltungsantwort, die sich auf Stellungnahmen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) und der DLRG stützt. Schon die Errichtung einer Anlage an der Bundeswasserstraße Rhein brauche Genehmigungen – unter anderem eine strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung, zudem in der Regel eine wasserrechtliche Genehmigung. Außerdem wäre ein Nutzungsvertrag mit dem WSA nötig.

Die DLRG macht in ihrer Einschätzung deutlich: Für „angemessene Wasserqualität“ bräuchte es etwa eine vorgeschaltete Filteranlage – und sowohl Technikbetrieb als auch Überwachung wären personalintensiv.

Besonders deutlich warnt das WSA vor den Gefahren direkt am Fluss: Die Schifffahrt dürfe grundsätzlich überall dort fahren, wo die Wassertiefe reicht – also auch nahe an Buchten oder vermeintlich ruhigen Uferbereichen. Der entstehende Sog und Wellenschlag könnten Menschen in die Strömung ziehen, das sei ein erhebliches Gefährdungspotenzial.

Hinzu kommt ein Kölner Rhein-Problem, das man nicht wegdiskutieren kann: Wasserstandsschwankungen von mehr als zehn Metern erschweren laut WSA die Wahl eines geeigneten, dauerhaft nutzbaren Standorts. Und: Eine bauliche Abtrennung von Buhnenfeldern sei nicht möglich, weil die Buhnen für die Stromregulierung wichtig seien – Änderungen könnten die Fließgeschwindigkeit erhöhen, Erosion auslösen und die Schifffahrt beeinträchtigen.

Als Alternative könne ein Badeschiff ein höheres Maß an Sicherheit bieten – auch wenn damit die grundsätzlichen Standort- und Pegelprobleme nicht verschwinden.

Blick nach Paris – aber Köln ist nicht die Seine

In der Debatte taucht immer wieder Paris auf: Dort gab es für die Nutzung der Seine als Wettkampf- und späteres Badegewässer massive Investitionen – etwa in Kläranlagen, Abwassersysteme und Regenrückhaltung.

Zentrale Elemente seien engmaschiges Wasserqualitäts-Monitoring, die Vermeidung ungeklärter Einleitungen bei Starkregen sowie zusätzliche Reinigungsstufen gewesen. Übertragbar sei für Köln vor allem dieser integrierte Ansatz – aber er würde auch hier substanzielle Investitionen und enge Abstimmungen mit Behörden voraussetzen.

Genau auf so einen „seriösen Check“ drängt Ilg nun: FDP/KSG fordert eine Machbarkeitsstudie – ergebnisoffen, gemeinsam mit WSA, DLRG, Bezirksregierung und wissenschaftlichen Einrichtungen. „Wir fordern kein schnelles Millionenprojekt, sondern eine Machbarkeitsstudie“, heißt es.

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